Nüdlingen
Entscheidung

Neuer Standort für Einkaufsmarkt in Nüdlingen wird möglich

Der Nüdlinger Gemeinderat hob einen Beschluss von 2012 auf, so dass Tegut seinen Markt verlegen kann. Den Ausschlag gab die Gefährdung des Standorts.
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Ein neuer Standort für den Tegut in Nüdlingen ist gefunden.  Es soll in Richtung Tennisplatz gehen. Foto: Werner Vogel
Ein neuer Standort für den Tegut in Nüdlingen ist gefunden. Es soll in Richtung Tennisplatz gehen. Foto: Werner Vogel
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Weil der Discounter Tegut seinen Markt in Richtung Tennisplatz verlegen will, hob der Gemeinderat einen nach der Bürgerbefragung von 2012 gefassten Beschluss wieder auf.

Das gibt's nicht alle Tage: Wesentlich mehr Bürger als Gemeinderäte in der Gemeinderatssitzung. Es standen aber auch spannende Themen auf der Tagesordnung. Was die Nüdlinger 2012 bei einer Bürgerbefragung "über einen neuen Einkaufsmarkt am Ortseingang" zwar knapp, aber doch abgelehnt haben, das kann der Gemeinderat nicht leichtfertig umwerfen. Weil aber Tegut mitteilt, "dass der Markt an seinem jetzigen Standort im Bestand gefährdet ist", "Größe, Ausstattung und Sortiment nicht mehr zeitgemäß" sind, der Vertrag 2020 ausläuft und Gefahr droht, dass in Nüdlingen dann womöglich keine Einkaufsmöglichkeit verbleibt, packte der Gemeinderat dieses heiße Eisen an. Er diskutierte sachlich und verantwortungsbewusst einen "Vorhabensbezogenen Bebauungsplan Gewerbegebiet Riedweg" und schaffte damit Voraussetzungen für einen Umzug des Marktes.

Ansprechende Architektur

Zuhörer und Gemeinderäte hörten gespannt zu, wie Bürgermeister Harald Hofmann die Vorlage begründete und Michael von Keitz, Geschäftsführer der Firma Admira - als Bauträger für Tegut - den Stand der bisherigen Planung vortrug: moderne, anspruchsvolle Architektur, 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche, zusätzlich 240 Quadratmeter für Metzger und Bäcker, 62 Stellplätze. Das kommt an bei Räten und Zuhörern. Landesplanerische Einschätzung, Genehmigungen und Bebaubarkeit sind auf den Weg gebracht. Jetzt ist die Gemeinde gefordert, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Gemeinderat Volker Schäfer (SPD) brachte die Meinung des Gemeinderates letztlich auf den Punkt: "Ich war 2012 auch gegen einen weiteren Markt, aber wir haben jetzt eine ganz andere Situation", und Anita Haub (Bürgerblock) ergänzte: "Kein Laden in Nüdlingen, das geht gar nicht."

Kreisel notwendig?

Kopfzerbrechen machen die Verkehrssituation bei der Einfahrt und der notwendige Fußweg. Von verschiedenen Räten wurde ein Kreisel ins Gespräch gebracht. Viel zu tun also noch für die Planer, aber mit der Aufhebung des seinerzeitigen Beschlusses - gegen zwei Stimmen - und dem einstimmigen Beschluss, einen Bebauungsplan für die notwendigen Grundstücke aufzustellen, sind jetzt wesentliche Voraussetzungen geschaffen.

Barrierefreiheit in der Schlossbergschule

Die fehlende Barrierefreiheit für Schule und Hort in der Schlossbergschule ist wesentliches Kriterium bei der Umsetzung des Raumprogramms, bei dem geprüft werden muss, ob Sanierung oder Neubau die sinnvollste Lösung ist. Bürgermeister Harald Hofmann und Joachim Perleth vom gleichnamigen Architekturbüro schlugen eine Machbarkeitsstudie vor, die schnell und kostengünstig die Alternativen prüft.

Die Räte erkannten dann auch den Bedarf von 80 Hortplätzen im Gemeindegebiet an und genehmigten die aufgrund der Verlängerung von Mittags-, Freitags- und Ferienbetreuung entstehenden Kosten für die Ganztagesschule in Höhe von 26.800 Euro für 2018/19.

Das Förderprogramm zur Revitalisierung der Alt- und Innerorte wird für die nächsten drei Jahre fortgeführt, und der Gemeinderat beschloss, auch bis zu 100.000 Euro für die Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts für Maßnahmen der bayerischen Städtebauförderung in den Haushalt einzustellen.

Baumaßnahmen

Der Ausbau eines Dachgeschosses mit Zugang zum Wohnhaus am Wurmerich in Nüdlingen und die

Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Einliegerwohnung in der Altenbergstraße in Haard, konnten mit kleineren Befreiungen vom Bebauungsplan genehmigt werden. Während eine formlose Bauvoranfrage für ein Einfamilienhaus mit Garage am Aschacher Weg in Nüdlingen genehmigt werden konnte, war die Bauvoranfrage für ein innerörtliches Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten in der Neubaustraße/Robertsgärtchen nicht genehmigt worden, weil das Bauwerk sich nicht in die innerörtliche Bebauung einfügt.

Sehr gute Finanzlage

Erfreuliches konnte Christian Höfler, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, berichten.

Der Verwaltungshaushalt schließt mit 10,1 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 17 Millionen ab. Besonders erfreulich ist die Zuführung von 1.168 Millionen Euro zum Vermögenshaushalt. Das Lob für die Verwaltung und den Bürgermeister unterstreicht Höfler mit der Aussage. "Die Finanzlage der Gemeinde ist sehr gut".

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