Oerlenbach

Neuer Skate-Park in Oerlenbach: Rauf auf die Rampe!

Louis Rettner kann es kaum erwarten, mit seinem Board durch den erneuerten Skate-Park zu fahren. Von einem Projekt mit besonderem Wert
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Fotos: Carmen Schmitt, Manuel Müller
Fotos: Carmen Schmitt, Manuel Müller
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"Mein Wecker für Samstagfrüh steht", sagt Louis Rettner. Der 24-Jährige hat einen guten Grund, sich an seinem freien Wochenende aus den Federn klingeln zu lassen. Noch flattert ein rot-weißes Trassierband um die grauen Blöcke. Für genau die haben sich Louis Rettner und viele andere Jugendliche ordentlich ins Zeug gelegt. Der neue Skateplatz unterhalb der Hegler-Halle in Oerlenbach könnte schon am Wochenende bereit sein für die erste Probefahrt.

Manuel Müller erinnert sich noch, wie er vor gut einem Jahr den Zettel aufgehängt hatte. Wer macht mit bei der Mission "neuer Skateplatz"? Per Befragung wollte der Gemeindejugendpfleger zuvor erfahren, was es in und um Oerlenbach braucht, damit sich junge Leute wohlfühlen. Die Meinung der Kinder und Jugendlichen war gefragt. Ein Ergebnis: Bei den Freizeitanlagen gibt es Luft nach oben. Eine Arbeitsgruppe machte sich dran. In Eigenregie wurde getüftelt, konstruiert und diskutiert. Bis zu einer Gemeinderatssitzung im April, die vielen Gemeinderäten in Erinnerung bleiben sollte.

Louis Rettner präsentierte stellvertretend zusammen mit Manuel Müller, wie der Skateplatz, der 2001 angelegt wurde, in erneuerter, ausgebauter Form aussehen könnte. Der Rückhalt war stark: Fast 40 Mädels und Jungs standen für das Projekt ein und füllten den Sitzungssaal wie es die Gemeinde selten erlebt. Bemerkenswert, meint Louis Rettner, und nicht selbstverständlich: "Ich bin den Leuten dankbar, die nicht fahren, aber hinter uns standen."

Während der vergangenen Tage wurden die neuen Elemente geliefert und aufgebaut. Besonders viel Vorfreude schürt die nagelneue "Miniramp": Sechs Meter breit, zehn Meter lang und 1,25 Meter hoch soll sie Anfängern wie Fortgeschrittenen Spaß machen. Einige der anderen Teile der Anlage, die in die Jahre gekommen waren, wurden ersetzt. Schotter schaufeln, Randsteine setzen: Louis Rettner und seine Kumpels packten mit an. "Das hat schon einiges gespart", sagt Gemeinderat Nils Seidl (BBO), der bei der Abnahme dabei war. Als Jugendbeauftragter stand er hinter und neben der Truppe. In den Sitzungen vertrat er deren Anliegen und auf der Baustelle unterstützte er sie bei den Arbeiten. Ein "wertvolles" Projekt aus zweierlei Sicht: Etwa 50 000 Euro hat die Gemeinde investiert. Und eine bedeutsame Bestätigung gabs obendrauf: "Jugendliche können etwas erreichen, wenn sie sich zusammenschließen", sagt Nils Seidl. "Ein gutes Zeichen für die nächste Genereation", meint Manuel Müller. Für Louis Rettner ist die neue Anlage ein deutliches Bekenntnis: "Das ist ein Zeichen, dass die Gemeinde Interesse hat, uns und unsere Hobbys zu unterstützen."

Louis Rettner und seine Freunde üben hier nicht nur neue Tricks. Der Platz ist ein Treffpunkt. Er verbindet Kinder und Jugendliche - über Ortsgrenzen hinweg. Auch Phillip Kess aus Rannungen schaut regelmäßig vorbei. "Ich komme seit zehn Jahren hierher."

Im Frühjahr soll es eine Einweihnungsfeier geben. Mit Musik und einem Skate-Contest. Nils Seidl hofft, dass dann auch die Kritiker des Projekts vorbeischauen, die dann erleben können, "was engagierte Jugendliche schaffen". Ideen haben die viele. So wie das Multi-Funktionsspielfeld und der Grillplatz, die neben dem Skateplatz auch noch entstehen könnten. Jetzt wollen sie aber erstmal die neue Anlage feiern. Wenn der TÜV am Freitag sein "Go" gibt, heißt es: Ran an die Bretter und rauf auf die Rampe!

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