Schweinfurt
Regionalliga Bayern

Neue Spieler und neuer Charakter beim FC 05?

Die vergangene Saison war eine schlechte für den FC 05 Schweinfurt. Es gibt Anzeichen, dass die neue viel besser wird.
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Volle Kraft voraus: Im Trainingslager ist aus dem rundum erneuerten Kader des FC 05 Schweinfurt bereits eine Mannschaft geworden.  Michael Bauer
Volle Kraft voraus: Im Trainingslager ist aus dem rundum erneuerten Kader des FC 05 Schweinfurt bereits eine Mannschaft geworden. Michael Bauer

An seinem Geburtstag am 9. Juli wird 05-Präsident Markus Wolf nicht am Kaffeetisch sitzen, sondern mit Vertretern von Stadt und Baufirmen im Willy-Sachs-Stadion stehen. Und schauen, was machbar ist in Sachen Um- oder Neubau der Fußball-Arena. Die Zeit drängt, wenn der FC 05 als Regionalliga-Meister in die Dritte Liga gehen sollte. Dafür sieht er Anzeichen.

Wolf erzählt, dass die Vorgabe sogar Zweite Liga ist für die Tauglichkeit des benötigten Stadions. Und zwar, weil man im Fall der Fälle nicht ständig nachbessern mag beim Eigentümer, der Stadt Schweinfurt. Berücksichtigt werden müssen die Verhältnismäßigkeit der Kosten eines Umbaus unter Denkmalschutz und eines 35 Millionen Euro teuren Neubaus.

Positiv sei das mit einem Testspiel-4:1 gegen Greuther Fürth II (Gegner am 2. Spieltag) zu Ende gegangene Trainingslager im Bayerischen Wald verlaufen. "Für den Zusammenhalt war das extrem wichtig", so Wolf, da zwölf Neuzugänge plus zwei A-Jugendliche in den Kader zu integrieren sind. Ein radikaler Umbruch. "Der war nötig. Es hat einfach nicht mehr gepasst. Einige waren auch zu lange da. Jetzt haben wir neue Leute, neuen Charakter. Und wie ich finde, einen sehr guten Charakter."

Bis es soweit war, habe man reichlich Überzeugungsarbeit leisten müssen. Die Konkurrenz durch Dritte Liga und Regionalliga Südwest im Buhlen um Spieler sei gewaltig, dort sitze das Geld deutlich lockerer. "Aber wir haben auch Spieler hier, die mit Türkgücü München im Gespräch waren, sich aber bewusst für Schweinfurt entschieden haben. Für uns spielen eben auch Umfeld, Tradition und Perspektive." Die soll eindeutig formuliert werden mit Dritter Liga.

Münchner Einkaufsstrategie

Gestaunt hat Wolf vor allem über die Einkaufsstrategie des Münchner Aufsteigers. Türkgücü holte zuletzt gar den drittliga-erfahrenen Mario Erb aus Uerdingen. "Es ist beeindruckend, was die Münchner an Qualität geholt haben. Aber so ein zusammengewürfelter Haufen muss sich erst einmal finden."

Dass der FC 05 gegen den Aufsteiger mal verlieren könnte, räumt Wolf ein, fordert aber anderswo Effizienz: "Gegen die hinteren Mannschaften musst du verlässlich deine Leistung abrufen." Letzte Saison haben die Schweinfurter vor allem dort ihre Titel-Chancen verspielt.

Entscheidend sei, wie charakterfest die Mannschaft, die sich im Trainingslager mit abendlichen Singspielen, Witze-Challenges und Kicker-Runden auch auf menschlicher Ebene deutlich näher kam, sich über die Runde hinweg präsentiere: "Es kommt darauf an, wie man zum Beispiel verliert. Wie gehst du als Team mit Rückschlägen um. Letztes Jahr sind wir in ein zweimonatiges Nirwana gefallen. So etwas darf sich nicht wiederholen."

Immerhin stellt der FC 05 Schweinfurt auch 2019/20 eine reine Profi-Mannschaft, deren Gesamt-Etat sich auf 1,8 Millionen Euro beläuft. Dass die ausgegliederte Lizenzspiel-GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem von Hauptsponsor Wolf gedeckelten Minus von 700 000 Euro abschloss, sei erwartet gewesen. Nicht aber, dass die dritte DFB-Pokal-Teilnahme in Folge am Grünen Tisch und durch das Nicht-Erreichen des 2. Platzes verpasst wurde. "Dass uns Pokaleinnahmen von 200 000 Euro fehlen, tut weh."

Großes Potenzial im Team

Erstmals steht Wolf nicht alleine da, wenn es gilt, den Aufstieg in die Dritte Liga öffentlich zu formulieren. Trainer Timo Wenzel: "Wir wollen im Mai 2020 ganz oben stehen." Dabei vertraut er auf die Qualität des Kaders. "Die ist sehr gut. Man muss freilich vorsichtig sein, wenn man sagt, die Qualität ist top und verliert dann. Aber die Mannschaft hat eine große Perspektive, mehr als letzte Saison."

Das Trainingslager war auch für Wenzel ein großer Sprung nach vorn. "Die Mannschaft hat hier hervorragende Bedingungen gehabt. Wir haben hier Teambuilding-Maßnahmen erlebt, es existiert ein sehr guter Teamspirit." Auch der 6:0-Testspiel-Sieg gegen Landesligist FC Sturm Hauzenberg habe mehr Licht als Schatten gezeigt. Jetzt gelte es, Blessuren schnell in den Griff zu bekommen. Von den Neuen sind Tim Danhof (Knöchel), Lukas Ramser (Knöchel), Lamar Yarbrough (krank) und Aaron Frimpong Manu (Innenband) angeschlagen.

Der nächste Test steht Mittwochabend (18.30 Uhr) an. Bei Kreisligist Volkach liegt der Fokus wohl auf dem Toreschießen.

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