Bad Kissingen
Feierlich

Neue Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel fühlt sich in Bad Kissingen äußerst wohl"

Nachdem sie seit Oktober 2018 ihre Dienststelle in Bad Kissingen übernommen hatte, wurde Cornelia Krodel nun auch offiziell als neue Schulamtsdirektorin in ihr Amt eingeführt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Offiziell ins Amt eingeführt wurde die  neue Schulamtsdirektorin des Staatlichen Schulamtes Bad Kissingen (von links): Regierungspräsident  Eugen Ehmann, Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel und Landrat Thomas Bold. Foto:  Peter Rauch
Offiziell ins Amt eingeführt wurde die neue Schulamtsdirektorin des Staatlichen Schulamtes Bad Kissingen (von links): Regierungspräsident Eugen Ehmann, Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel und Landrat Thomas Bold. Foto: Peter Rauch
+3 Bilder

Zur offiziellen Einführung der fachlichen Leiterin des staatlichen Schulamtes Bad Kissingen konnte Regierungspräsident Eugen Ehmann zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen die Familie von der neuen Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel, begrüßen. Geladen und gekommen waren natürlich auch die Schulleiterinnen und Schulleiter der insgesamt 26 Grund- und Mittelschulen im Landkreis, für die Cornelia Krodel nun offiziell zuständig ist.

Ihre Dienststelle, das Staatliche Schulamt Bad Kissingen, untergebracht im ehemaligen Kloster Hausen, hat Krodel bereits im Oktober 2018 übernommen. Bevor der Regierungspräsident auf die beeindruckende Vita von Frau Krodel zu sprechen kam, schickte er als Grußredner noch einige grundsätzliche Bemerkungen zum staatlichen Schulamt voraus. So habe der Staat eine Gesamtverantwortung für Erziehung und Unterricht. Und nach Artikel 111 des Bayerischen Gesetzes für das Erziehungs- und Unterrichtswesen gehören zur staatlichen Schulaufsicht vier große Aspekte: Sicherung der Qualität, Planung und Ordnung, Förderung und Beratung sowie die Aufsicht über die inneren und äußeren Schulverhältnisse, die Schulleitung und das gesamte pädagogische Personal. All dies verursache natürlich auch finanziellen Aufwand, und so seien im bayerischen Doppelhaushalt 2019/2020 die Bildungsausgaben mit insgesamt 42 Milliarden Euro der größte Ausgabenblock - es sind 2200 zusätzliche Stellen für Schulen vorgesehen. "Aber Finanzmittel können nur die materiellen Voraussetzungen für eine erfolgversprechende Bildungsarbeit an unseren Schulen schaffen, letztlich entscheidend sind das Engagement und die berufliche Hingabe der Menschen", so der Regierungspräsident. Gesellschaftliche Veränderungen, insbesondere die Digitalisierung, verändere das Leben der Menschen, und so sei die Schule in diesem Bereich mehrfach gefordert. "Diese neuen Aufgaben zu bewältigen, erfordere ein neues Selbstverständnis auch seitens der Schulaufsicht, erfordere die Bereitschaft, die eigene Rolle als Schulrätin und Schulrat zu reflektieren und neu zu definieren". Systematisches Denken und Handeln stünden dabei im Vordergrund, das heißt, weniger die Beratung der einzelnen Lehrkraft, als vielmehr der Schule als Ganzes.

Lehramt in der Heimatstadt Bayreuth studiert

Die gebürtige Bayreutherin begann auch dort, 1965 sozusagen ihre schulische Karriere. Nach der Grundschule und dem Besuch des Richard-Wagner-Gymnasiums, das sie 1979 mit dem Abitur verließ, studierte sie das Lehramtsstudium in ihrer Heimatstadt. Dann folgte sie ihrem Mann, zuerst nach München, dann nach Nürnberg, wo er als Richter am Sozialgericht tätig war. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin an verschiedenen Schulen sowie als mobile Reserve, übernahm sie zudem einen Lehrauftrag an der Universität Nürnberg-Erlangen. Schon zu dieser Zeit, so der Regierungspräsident, kristallisierte sich heraus, dass sie einen hohen beruflichen Selbstanspruch besitzen: Planungs-, Sach- und Fachkompetenz sowie ein klares Urteilsvermögen traten zutage; ebenso die Fähigkeit, positive Veränderungen in Kollegien zu initiieren, verbunden mit einer dynamischen Eigeninitiative und hoher Verantwortungsbereitschaft. All diese Eigenschaften qualifizierten sie für die Übernahme von Verantwortung in der Schulstruktur, und so wurde sie 2004 Konrektorin von Neumarkt-Wolfstein und zwei Jahre später Schulleiterin der Volksschule Berngau bei Neumarkt, dann in Freystadt. "Wer solch großes Engagement im Beruf zeigt,ist natürlich für die Tätigkeit einer Schulrätin geradezu prädestiniert", betonte Ehmann. Er stellte weiter fest, dass Krodel 2016 dann als weitere Schulrätin an das Schulamt Schweinfurt wechselte und nach zwei Jahren, zum 1. Oktober 2018 zur Schulamtdirektorin des Schulamtes Bad Kissingen ernannt wurde. Hier im Landkreis Bad Kissingen, der "Bildungsregion in Bayern" werden Sie das richtige Umfeld für ihre weitere Entfaltung vorfinden, schloss der Regierungspräsident seine Grußrede.

Erste Schulleiterin des Amtes

Auch Landrat Thomas Bold ging auf die Bildungsregion Bayern ein, einen Titel, den der Landkreis Bad Kissingen seit 2014 trägt - als einer der ersten Landkreise, wie Bold stolz verkündete. Immer wieder werde deutlich, wie wichtig Bildung und natürlich auch die Schulen sind, gerade in Zeiten, in denen sich die Kommunikationen und die Strukturen dramatisch geändert haben. Der Landrat erinnerte auch daran, wie schwierig es gewesen sei, das Kissinger Schulamt als eigenständige Behörde zu erhalten, zwei Jahre lang wurde es von Bad Neustadt aus mitverwaltet, während Schulrat Harald Bötsch hier vor Ort war. Nun gäbe es mit Cornelia Krodel die erste Schulleiterin des Amtes, Schulrat Bötsch steht ihr weiterhin zur Seite.

Grußworte an "die Neue" kamen auch von Bürgermeister Thomas Leiner, der die drei Kissinger Schulen, Kliegl-, Henneberg- und Sinnbergschule herausstellte, und vom Personalratsvorsitzenden Andreas Albert, der den Amtsumzug der begeisterten Tänzerin Cornelia Krodel vom Rock'n'Roll tanzenden Schweinfurt zum Walzer tanzenden Bad Kissingen verglich. Aber sie solle die Offenheit des Freestile-Tanzes nicht vergessen und den bisher gepflegten Teamgeist weiter ausbauen.

Berufliche Veränderung gewünscht

Warum sie nach Bad Kissingen gewechselt sei, dafür gäbe es zwei Gründe, ließ Cornelia Krodel wissen. Dies sei zum einen die Art der Tätigkeit, und zum zweiten der Ort. Nach über zehn Jahren Schulleitertätigkeit wünschte sie sich eine berufliche Veränderung, eine neue Herausforderung, um das Wissen aus langjähriger Lehr- und Rektorentätigkeit auf breiter Ebene einzusetzen. Und, sie wollte nach Schweinfurt, wo ihr Mann seit 2009 als Vorsitzender Richter am Bayerischen Landessozialgericht arbeitet. Der nächste Schritt brachte sie nun hierher nach Bad Kissingen. "In räumlicher Hinsicht ein großer Schritt, weil wir in Schweinfurt direkt gegenüber dem Schulamt wohnen - in fachlicher Hinsicht ein noch größerer Schritt, weil ich nun ja selbst als Leiterin des Schulamtes fungiere", betonte Cornelia Krodel. So sei der Arbeitsweg zwar länger geworden, aber der vollzogene Schritt habe sich gelohnt: "Ich fühle mich in Bad Kissingen äußerst wohl."

Auf regionale Gegebenheiten zugeschnittene Schulstruktur

Digitalisierung, Migration und Inklusion seien drei wichtige Punkte der zukünftigen Schulentwicklung. Aber auch eine Schulentwicklung, "eine auf die auf die regionalen Gegebenheiten zugeschnittene Schulstruktur", sprach die neue Schulamtsleiterin an. Sie wisse, dass viele Eltern und Gemeinden für den Erhalt kleiner, wohnortnaher Schulen kämpfen. Seitens des Schulamtes versicherte sie, dass man an deren Seite stehe, "wo ein solcher Erhalt sinnvoll sei". "Den Erhalt einer jeden kleinen Schule, um jeden Preis, wird es allerdings nicht geben." Sie sicherte jedoch zu, für alle Argumente ein offenes Ohr zu haben, und eine wohlwollende Prüfung jedes Einzelfalles unter Würdigung der konkreten Umstände durchzuführen.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren