Waldfenster
Fasching

Nachwuchs steht in den Startlöchern

Fünf Jungs treten mit einer satirischen Kochshow bei den Büttenabenden auf. Die Proben laufen auf Hochtouren.
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Emil, Hannes, Marius, Justin und Julius sind trotz ihres jugendlichen Alters "alte Hasen" auf der Faschingsbühne. Foto: Alexander Pfülb
Emil, Hannes, Marius, Justin und Julius sind trotz ihres jugendlichen Alters "alte Hasen" auf der Faschingsbühne. Foto: Alexander Pfülb

"Und das Ganze nochmal von vorn": Überall herrscht derzeit in Waldfenster hektische Betriebsamkeit. Der Grund: Fasching steht bevor. Auch eine Gruppe von fünf Jungs im Alter von zehn bis 14 hat sich wieder getroffen, um für den Auftritt an den drei Büttenabenden zu proben. Emil, Hannes, Marius, Justin und Julius stehen auf ihrer improvisierten Bühne und üben ihren Text. Die fünf sind trotz ihres jugendlichen Alters "alte Hasen" auf der Faschingsbühne.

Bereits im zarten Alter von drei oder vier Jahren waren sie zum ersten Mal bei den Faschingsauftritten integriert. Damals noch als Teil der Purzelgarde. Mit den Jahren war der Tanz jedoch nicht mehr ganz so interessant und sie wollten sich lieber mit einem Wortbeitrag beteiligen. In diesem Jahr treten sie zum ersten Mal in dieser Formation auf und haben sich eine satirische Kochshow ausgedacht.

"Das ist das Besondere bei uns in Waldfenster: Fast jeder möchte sich irgendwie am Büttenabend beteiligen", sagt Manuel Vorndran. Vorndran ist der zweite Vorsitzende des veranstaltenden TSV Waldfenster und aktuell federführend bei der Organisation und Vorbereitung. Parallel zu seiner Funktion, die die Koordination von Werbung, Bühnenaufbau und Kartenvorverkauf beinhaltet, wird er selbst noch in die Bütt gehen. Wie er, sind es viele treue Helfer und Akteure, die teilweise seit Monaten proben oder planen, um das Publikum an drei Abenden im Februar zu unterhalten.

Karten-Vorverkauf läuft

Emil steht mittlerweile mit seinem Kochlöffel hinter dem Topf und versucht den Text möglichst auswendig wiederzugeben, während Julius als Moderator die Wohnzimmer-Bühne betritt. Bei allen steigt so langsam die Vorfreude, denn am kommenden Freitag ist bereits Generalprobe im Pfarrgemeindezentrum. Der Vorverkauf der Karten läuft seit einigen Tagen und die Veranstalter hoffen natürlich auf einen, wie in jedem der letzten 27 Jahre, sehr gut gefüllten Saal.

Insgesamt drei Büttenabend wird es an den folgenden zwei Wochenenden geben. Und seit jeher steht Waldfenster an einem Abend mit dem Höhepunkt der fränkischen Fasnacht in Konkurrenz: Denn wenn in Veitshöchheim die bekannten Stars der Faschingsszene vor einem Millionenpublikum auf die Bühne steigen, geben zeitgleich die einheimischen Stars vor einer deutlich geringeren Zahl an Besuchern ihr Bestes. Ist dies ein Problem? "Nein", meint Vorndran. Heutzutage habe fast jeder die Möglichkeit, die Fernsehsitzung aufzunehmen und zu einem anderen Zeitpunkt anzuschauen.

Verpassen möchte in der 800-Seelen-Gemeinde in der Rhön keiner den Büttenabend. Denn schließlich ist es auch hier so, dass man jederzeit in der Bütt oder vom Moderator erwähnt werden könnte. Und die Besucherplätze sind im Pfarrgemeindezentrum begrenzt. Viele der älteren Akteure, die teilweise schon 1992 bei der Premiere dabei waren, erinnern sich auch gerne an die Zeiten, als sich deutlich weniger Besucher in den Keller des Sportheims gedrängt haben. Dort gab es weder die Möglichkeit, als Aufbauer von der Seite auf die Bühne zu gehen, noch für Hebefiguren der Garde. Es fehlte schlichtweg der Platz. Was teilweise dazu geführt hat, dass aus geplanten vier Stunden Programm Veranstaltungen wurden, die erst weit nach Mitternacht zu Ende gingen.

Dieses Problem wurde 2005 mit dem Umzug ins Pfarrgemeindezentrum behoben. Hier ist nun deutlich mehr Spielraum für Tanzgarden und Bühnenaufbauten. Und auch für die Zuschauer ist es auf den gepolsterten Stühlen gemütlicher. An der Qualität des Programms hat sich indes nichts geändert: zahlreiche einheimische Garden wechseln sich mit Büttenrednern und Showakteuren ab, während Moderator Alexander Pfülb wieder durch das Programm führen wird. Die fünf Jungs müssen jetzt ihre Faschingsprobe beenden, denn eine weitere wichtige Aufgabe steht bevor: Der Wagen für den Rosenmontagsumzug muss fertig gebaut werden. Auch das darf im Kalender der Jung-Fosenöchter nicht fehlen. Viel zu tun für alle, aber Tradition ist Tradition. Und das ist gut so.

Während der Büttenabend am 23. Februar bereits restlos ausverkauft ist, gibt es für den 16. und 22. Februar noch Restkarten, die unter Telefon: 09734/9322 95 reserviert werden können. spa



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