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Ebenhausen
Musik

Musikunterricht per Video-Telefonie bei der Blaskapelle Ebenhausen

Die Blaskapelle Ebenhausen hat ihren Musikunterricht auf Video-Telefonie umgestellt.
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Die beiden Musikschüler der Blaskapelle Ebenhausen, Paul  und Leni erhalten über Whatsapp Musikunterricht zu Hause im Wohnzimmer.  Foto Christian Dees
Die beiden Musikschüler der Blaskapelle Ebenhausen, Paul und Leni erhalten über Whatsapp Musikunterricht zu Hause im Wohnzimmer. Foto Christian Dees
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Kreative Ideen sind gefragt, besonders in den Zeiten von Corona. Um trotz Schulschließung und Verbot von Vereinstätigkeiten jeder Art ihre Musikausbildung aufrechtzuerhalten, geht die Blaskapelle Ebenhausen ganz neue Wege. Sie haben begonnen, zunächst mit dem Unterricht für die Blechblasinstrumente, die Musikstunden digital abzuhalten. Da direkter Kontakt zwischen Musiklehrer und -schüler nicht mehr stattfinden kann, werden die Kinder per Whatsapp-Videoanruf unterrichtet. Möglich wäre auch Skype oder Facetime.

Richard Dees kümmert sich schon seit vielen Jahren in Ebenhausen um die Ausbildung der jungen Musiker und hat in diesem Bereich viel Erfahrung. Er ist aber trotzdem offen für Neues und war sofort angetan von einer Empfehlung des Nordbayerischen Musikbundes, zur Aufrechterhaltung des Ausbildungsbetriebes auf diese Art von Fernunterricht auszuweichen. "Wir haben das gleich mit Harald Pelz, unserem Ausbilder für die Blechblasinstrumente und einer befreundeten Familie ausprobiert. Whatsapp hat fast jeder, deswegen haben wir es damit getestet. Es ist im Grunde nur ein Videotelefonat zwischen Lehrer und Schüler. Für die Kinder ist das vollkommen neu und sie fanden es witzig", freut er sich.

Der Musikschüler sitzt zu Hause und benötigt nur einen zweiten Notenständer, auf dem das Handy so justiert wird, dass der Schüler von der Kamera gut erfasst wird. Über das Handy kann er seinen Musiklehrer sehen und über Kopf- oder Ohrhörer auch hören. Die beiden Testkinder Leni (acht Jahre) und Paul (zwölf Jahre) kamen damit recht gut zurecht. Leni lernt Trompete und meint: "Manchmal stoppt es und man versteht nicht jedes Wort, aber es geht ganz gut." Ihr großer Bruder Paul sagt über seinen Flügelhornunterricht: "Es funktioniert, aber manchmal ist es etwas abgehackt."

Doch trotz der kleinen technischen Schwierigkeiten meint Papa Christian, selbst Musiker, dass es eine gute Sache ist, die ein wenig Normalität in den völlig veränderten Alltag der Kinder bringt: "Am Mittwochnachmittag ist Musikstunde, das ist fix. Das war vor Corona so und jetzt ist es immer noch so. Außerdem bleiben die Kinder am Ball und vergessen nicht alles Gelernte."

"Es ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten", sagt Ausbildungsleiter Richard Dees. Nicht nur die Musikschüler profitieren davon, dass der Unterricht weitergeht. Auch die Musikschulen und -kapellen sowie die Musiklehrer müssen wegen ausgefallener Stunden nicht auf ihre Unterrichtsgebühren und ihr Honorar verzichten, weil die Leistung weiter erbracht werden kann.

Das ist vor allem für die Ausbilder, die zumeist freiberuflich tätig sind, von entscheidender Bedeutung und bedeutet eine gewisse finanzielle Absicherung. Ab nächster Woche will die Blaskapelle Ebenhausen sukzessive alle Einzelunterrichte der anderen Sparten wie Holzblasinstrumente und vielleicht sogar Schlagzeug auf den Video-Unterricht umstellen.

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