Münnerstadt
Verkauf

Münnerstädter Hallenbad für einen Euro

Mehr als drei Jahren nach der Schließung des Münnerstädter Hallenbades könnte es wieder einen Hoffnungsschimmer geben. Das Bad soll könnte bald für einen Euro den Besitzer wechseln. Doch die Gespräche zwischen Stadt und Hallenbadfreunden sind ins Stocken geraten.
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Von hier blickte der Bademeister auf das Becken. Drei Jahre nach der Schließung könnte es einen Hoffnungsschimmer geben. Foto: Archiv/ Thomas Malz
Von hier blickte der Bademeister auf das Becken. Drei Jahre nach der Schließung könnte es einen Hoffnungsschimmer geben. Foto: Archiv/ Thomas Malz
Mehr als drei Jahren nach der Schließung des Münnerstädter Hallenbades könnte es wieder einen Hoffnungsschimmer geben. Bürgermeister Helmut Blank (CSU) hat bei Notar Dr. Markus Roßmann einen Entwurf aufsetzen lassen, nach dem das Hallenbad für einen Euro den Besitzer wechseln könnte. Aber: "Es wird keine finanzielle Verpflichtung für die Stadt geben, weder heute noch in Zukunft", betont der Bürgermeister.
Ein Gespräch zwischen ihm und dem Vorsitzenden des Vereins "Bürgerbad Münnerstadt", Wolfgang Blümlein, ist bisher nicht zu Stande gekommen, was laut Wolfgang Blümlein auch nicht gehe, weil das Angelegenheit des gesamten Vorstandes sei. Er verweist auf eine Sitzung am 10. Oktober.

Schon einmal angefragt

Schon einmal wollten die Hallenbadfreunde vom Stadtrat wissen, unter welchen Bedingungen die Kommune bereit sei, das Bad an den Verein zur weiteren Nutzung zu übergeben. Der Stadtrat lehnte erst einmal kategorisch ab.

Eine erneute Annäherung gab es im Sommer. Ende Juli lud der Bürgermeister den Vorsitzenden zu einem Gespräch ein. Der wollte aber zunächst in schriftlicher Form wissen, worum es bei dem Gespräch gehen soll. Danach sollte entschieden werden, welche Vorstandsmitglieder mit dazu kommen. Der Bitte kam Helmut Blank nach. Themen sollten ein Schreiben des Bayerischen Prüfungsverbandes, die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Vereins und eine mögliche Überlassung des Hallenbades durch einen notariellen Vertrag sein. Mit dem Hinweis auf die im Oktober stattfindende Vorstandssitzung bat Wolfgang Blümlein aber um Verständnis, dass die Antwort erst danach erfolgen werde

Doch dann gab es erneut Irritationen. Bei der jüngsten öffentlichen Stadtratssitzung vor zwei Wochen kündigte Helmut Blank auf Nachfrage an, dass es ein Gespräch zwischen ihm und Wolfgang Blümlein geben werde. Davon wusste der Vorsitzende nichts, das Gespräch ist auch bis heute nicht zu Stande gekommen. Helmut Blank nennt gegenüber unserer Zeitung den Grund, warum das so ist. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Stadtrats-Anfrage erreichte das Rathaus eine E-Mail vom stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Bürgerbad, Peter Hirschbrunn. Darin ist mit recht deutlichen Worten formuliert, dass der Vorsitzende nicht zur alleinigen Geschäftsführung berechtigt sei. Absprachen könne er höchstens als Privatmann treffen, nicht für den Verein. Auch Peter Hirschbrunn verweist auf die Vorstandssitzung im Oktober.

Wer ist Ansprechpartner?

Der Bürgermeister hat daraufhin an den Verein geschrieben. Er will wissen, wer denn nun Ansprechpartner sei. "Es geht doch einfach nur darum, Gespräche zu führen, wie der notarielle Vertrag aussehen soll", meint er.
Wolfgang Blümlein betont, dass es keine Unstimmigkeiten zwischen ihm und seinem Stellvertreter gebe. Es sei ganz normal, dass der Vorstand gemeinsam entscheidet. "Es gibt keinen Verein in Deutschland, in dem sich der Vorsitzende wie ein Diktator benehmen kann", so Wolfgang Blümlein.

Ein Gespräch wird es also voraussichtlich frühestens nach der Vorstandssitzung geben. Dann wird der Bürgermeister auch auf eine erneute Stellungnahme des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes verweisen, die er angefordert hat. Der Verband rät dringend von einer kostenlosen Überlassung des Hallenbades ab, aber auch von einem Verkauf an die Hallenbadfreunde. Es wird auf Sicherheitsmängel verwiesen. "Eine Eigentumsübertragung ändert zudem nichts daran, dass die Zweckerreichung wegen der mangelnden Leistungsfähigkeit der Hallenbadfreunde nicht gesichert sein dürfte", heißt es in dem Schreiben. "Das Bad ist total marode, darauf werde ich noch einmal deutlich hinweisen", sagt Helmut Blank. Guten Gewissens könne er das Bad den Hallenbadfreunden nicht überlassen, auch nicht für nur einen Euro. Nicht ohne Grund seien zwei Bewerber, die das Hallenbad in anderer Form nutzen wollten, wieder abgesprungen.

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