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Münnerstadt
Stadtrat

Windräder: Wie ein leises Flugzeugbrummen

Vier neue Windräder stehen zwischen Burghausen und Windheim. Jetzt gibt es im Dorf erste Stimmen, dass die Windräder bei Westwind durchaus unangenehm zu hören sind.
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Mächtig erheben sich die Windräder über den Dächern von Reichenbach, wenn man von der Ortsverbindungsstraße Burglauer-Reichenbach auf das Dorf blickt. Foto: Heike Beudert
Mächtig erheben sich die Windräder über den Dächern von Reichenbach, wenn man von der Ortsverbindungsstraße Burglauer-Reichenbach auf das Dorf blickt. Foto: Heike Beudert
In der Stadtratssitzung war dies ein Thema, denn auch im Umfeld weiterer Stadtteile sollen noch Windräder entstehen, die eine ähnliche Entfernung zu den Wohngebieten haben wie die jetzt errichteten nahe Reichenbach.

"Meine Euphorie für Windräder hat sich deutlich gelegt", meinte 2. Bürgermeister Norbert Reiter (CSU). Er hatte sich nicht vorstellen können, dass die Räder beim Drehen in Reichenbach zu hören sind. "Ich war erstaunt, dass man sie hört", sagt auch Fabian Nöth (Neue Wege), der Reichenbacher Ortsreferent. Allerdings müsse alles sehr leise sein. Hörbar sind sie seines Wissens nach nur bei Westwind. Er selbst hat das ferne Brummen zu nächtlicher Stunde auf dem Nachhauseweg vernommen. Es klinge wie ein vorüberfliegendes Flugzeug. Fabian Nöth hat Informationen vom Windradbetreiber, dass im derzeit laufenden Probebetrieb die Rotoren noch so justiert würden, dass der Geräuschpegel auf ein Minimum, im besten Fall komplett reduziert werde. Keine direkte Aussage bekommt man von Fabian Nöth, ob er selbst die Geräusche als störend empfindet. Sein Kommentar:"Wenn man die Räder hören will, dann hört man sie".

Das die Räder hörbar sind, bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung auch der Reichenbacher Arnold Nöth. Er habe zwar Glück, dass er von seinem Haus aus eigentlich nichts hört, aber er hat das leise Wummern im Dorf abends selbst schon vernommen. In Burghausen scheint die Situation anders zu sein. Der Burghausener Ortssprecher Klaus Görlinger betont, er habe das Wummern noch nicht gehört. Der Windheimer Ortssprecher Klaus Schebler (Neue Wege) hat bislang aus Windheim auch noch keine Reaktionen. Aber es sollen noch zwei Räder errichtet werden und die stehen näher am Ort. "Wir haben aber ja schon zugestimmt", betont er.
In Reichenbach habe man zumindest erreicht, dass die Rotoren so eingestellt sind, dass sie um zwei Dezibel leiser sind, erläuterte Bürgermeister Helmut Blank (CSU).

Auswirkungen nicht geahnt

Norbert Reiter riet in der Stadtratssitzungen bei künftigen Projekten zur Vorsicht. Er habe den Windrädern zwischen Burghausen und Reichenbach zugestimmt, weil er da nicht gewusst habe, wie sie sich auswirken.
Konkret lag dem Stadtrat in seiner aktuellen Sitzung eine Stellungnahme der juwi-Energieprojekte vor, die vier Windkraftanlagen in den Gemarkungen Sulzfeld und Großbardorf errichten will. Die Räder haben jeweils eine Höhe von 199 Metern. Zu Großwenkheim beträgt die Entfernung 3920 Meter, zu Seubrigshausen 2625 Meter. Damit ist die 10h-Regelung eingehalten. Mit einem Nein gegen das konkrete Bauvorhaben in Großbardorf erhofft sich Blank eine bessere Verhandlungsposition, sollten sich auch dort zeigen, dass die Windräder Geräusche verursachen.
Gleichzeitig kündigte Bürgermeister Helmut Blank an, dass auf Poppenlaurer Gemarkung geplant ist, vier Windräder zu errichten, die noch näher an Münnerstädter Stadtteile heranreichen als die in Großbardorf. Die von der EnergieAllianz Bayern geplanten Räder sind nur 1070 Meter von Wermerichshausen und 1380 Meter von Brünn entfernt. Da es sich um Räder in einer Höhe zwischen 200 und 235 Metern handelt, sei hier auch die geforderte 10-h-Regelung nicht eingehalten. Bürgermeister Helmut Blank kündigte an, in den betroffenen Stadtteilen, eventuell auch in Althausen, Bürgerversammlungen abzuhalten. "Das ist für die Meinungsbildung einfacher".

Stadtrat Peter Will (SPD) machte darauf aufmerksam, dass die auf Münnerstädter Gemarkung vorgesehenen Flächen bei Althausen ähnlich nahe an den Karlsberg heranreichen. Weitere Windräder seien zudem im Bildhäuser Wald geplant, wo auch die örtliche Energiegenossenschaft aktiv werden will. Aus diesem Grund hatte Will in der Diskussion davor gewarnt, die Großbardorfer Räder abzulehnen, weil sonst vielleicht im Genehmigungsverfahren für diese Räder ein Nein aus Großbardorf kommen könnte.

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