Rannungen
Aufklärung

Wie wichtig eine Vollmacht ist

Vorsorge ist wichtig. Wie wichtig, das zeigte das große Interesse an einem Vortrag über das Thema in Rannungen.
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Die Schweinfurter Betreuungsrichterin Magdalena Breitenbach (rechts)  informierte im  Rannunger Pfarrsaal vor zahlreichen Zuhörern über das Thema  "Vorsorgevollmacht oder staatliche Pflichtbetreuer". 2.  Bürgermeisterin Sybille Büttner (links) dankte ihr dafür. Dieter Britz
Die Schweinfurter Betreuungsrichterin Magdalena Breitenbach (rechts) informierte im Rannunger Pfarrsaal vor zahlreichen Zuhörern über das Thema "Vorsorgevollmacht oder staatliche Pflichtbetreuer". 2. Bürgermeisterin Sybille Büttner (links) dankte ihr dafür. Dieter Britz

Der Arbeitskreis Innenentwicklung und Quartiersmanagerin Nathalie Langer hatten mit dem Thema "jeder hat die Wahl: Vorsorgevollmacht oder staatliche Pflichtbetreuer?" voll ins Schwarze getroffen, wie der große Besucherandrang beim Vortrag der Schweinfurter Betreuungsrichterin Magdalena Breitenbach bewies. Breitenbach betonte, dass schon in jungen Jahren Fälle eintreten können, dass Menschen nicht mehr selber über sich entscheiden können. Sie verwies als Beispiel auf einen 18-Jährigen, der drei Tage nach seinem Geburtstag sehr schwer verunglückte und nicht mehr ansprechbar war. Sein Vater war zunächst nicht entscheidungsbefugt, da der junge Mann keine Vorsorgevollmacht ausgestellt hatte. Der Vater wurde jedoch dann als Betreuer bestellt.

Bis über das Amtsgericht Kinder, Eltern oder andere Angehörige als Betreuer eingesetzt werden könnten, könne unter Umständen einige Zeit vergehen. Dies stelle in ohnehin schwierigen Situation für manche Menschen eine weitere Belastung dar, betonte sie. Viel einfacher sei das mit einer Vorsorgevollmacht möglich. Hier gebe es zwar keine Kontrolle durch das Gericht, durch Vorlage der Vorsorgevollmacht im Original sei man aber direkt entscheidungsbefugt. Damit könne so gut wie alles geregelt werden, zum Beispiel Gesundheitsvorsorge, Aufenthaltsregelungen, Vermögensverwaltung, Vertretung bei Behörden und Gericht.

Derjenige, der die Vollmacht erteilt, kann in jedem einzelnen Punkt seinen Willen deutlich machen, indem er "ja" oder "nein" ankreuzt. Für Grundstücksverkäufe oder Erbschaftsangelegenheiten bedarf es allerdings einer notariellen Vorsorgevollmacht, um wirksam handeln zu können. Eine formlose Vorsorgevollmacht genügt in diesen Fällen nicht. Dann kann jedoch für diese Aufgabenkreise ein Betreuer bestellt werden.

Magdalena Breitenbach machte auch auf die Möglichkeit aufmerksam, dem Gericht einen Betreuer vorzuschlagen für den Fall, dass man infolge Krankheit, Behinderung oder Unfall seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst besorgen kann. In dieser Betreuungsverfügung kann auch bestimmt werden, wer auf keinen Fall zum Betreuer bestellt werden soll. Eine Patientenverfügung, die der Betreuer beachten soll, könne separat erstellt werden.

Wenn Erwachsene für den Betreuungsfall keine Vorsorge getroffen haben, dann tritt das Betreuungsgericht in Aktion und bestellt einen gesetzlichen Betreuer. Wenn keine Angehörigen oder sonstige ehrenamtliche Personen vorhanden sind, die diese Aufgabe übernehmen können, dann bestellt das Gericht einen Berufsbetreuer. Dieser wird für seine Arbeit bezahlt. Die Kosten hat der Betreute zu tragen, wenn er vermögend ist.

Formulare für die Errichtung einer formlosen Vorsorgevollmacht können im Internet kostenfrei heruntergeladen werden.

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