Bad Königshofen im Grabfeld
Glaube

Wie soll die Autobahnkirche heißen?

An der A71: Vorschläge gab es bereits nach dem Gottesdienst, weitere Ideen sind erwünscht
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Schon nach dem Gottesdienst kamen die ersten Vorschläge. Foto: Hanns Friedrich
Schon nach dem Gottesdienst kamen die ersten Vorschläge. Foto: Hanns Friedrich

Knapp 50 Autobahnkirchen gibt es in Deutschland, wobei die an der A71 zwischen Schweinfurt und Erfurt durchaus eine Besonderheit ist. Der Hintergrund dieser kleinen Kirche ist schließlich die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands. Hanns Friedrich, Kreiskulturreferent für Rhön-Grabfeld, brachte deshalb im vergangenen Jahr die Idee auf, der Kirche einen Namen zu geben. Der Vorschlag wurde angenommen. Bei der Namenssuche soll die Bevölkerung mithelfen.

Zeichen der friedlichen Revolution

Ralf Luther, Vorsitzender des Freundeskreises Autobahnkirche Bibra, geht es bei der Namensgebung darum, dass deutlich wird, wie es zum Bau der Kirche kam. Sie soll ein Zeichen der friedlichen Revolution durch Kerzen und Gebete sein. Das müsse sich im Namen widerspiegeln. Vorschläge gingen deshalb in Richtung "Friedenskirche", "Kirche der Einheit" und "Kirche Maria Königin des Friedens".

Die Vorstandschaft hofft auf weitere Namen, die den Hintergrund der Kirche noch deutlicher machen. Bereits nach dem Gottesdienst am Sonntag wurden von Besuchern Vorschläge notiert und in eine Ideen-Box gelegt.

Gottesdienst mit Kirchenchor

Beim Gottesdienst konnte der Vorsitzende zahlreiche Gäste begrüßen, besonders aber Pastoralreferentin Iris Will-Reusch (Mellrichstadt) und Pfarrer Michael Schlauraff (Bibra). Gesanglich umrahmte der Kirchenchor "Musica Grabfeld" unter der Leitung von Antje Grünert die ökumenische Feier. Sie stand unter dem Thema "Auf-dem-Weg-Sein und Ankommen". Den Gottesdienst nannte Pfarrer Schlauraff zu Beginn ein "Fest des Lebens", denn Christus sei es, der die Menschen aus der Enge ins Weite führt. Gottes Geist wiederum führe in die Freiheit. "Jesus sieht uns und wir kommen an" sagte der evangelische Pfarrer.

Der verlorene Sohn

Christiane Michel von der Vorstandschaft der Freunde der Autobahnkirche Bibra las das Evangelium, in dem es um den "Verlorenen Sohn" ging. Dieses Thema arbeitete Pastoralreferentin Iris Will-Reusch in ihrer Predigt auf. Sie sagte, dass der Sohn sich seinen Erbteil auszahlen ließ und damit eigentlich mit seiner Familie abgeschlossen hatte. Sein Entschluss stand fest, alles hinter sich zu lassen und neue Wege zu gehen. Jahre später erkannte er, dass das nicht die Zukunft ist, die er sich vorgestellt hatte. Er entschied, als Taglöhner bei seinem Vater anzufangen. Er konnte nicht ahnen, dass dieser ihn mit offenen Armen empfangen und ihn mit den Worten "Mein Sohn war verloren und ist wieder gefunden worden" aufnehmen würde.

Urlaubszeit mit Erwartungen

Bezogen auf die beginnende Urlaubszeit erklärte Will-Reusch, dass oft viele Erwartungen anstehen. Wichtig sei aber, gesund wieder zu Hause anzukommen. Das gelte auch für Pendler oder für diejenigen, die nur an den Wochenenden zu ihren Familien kommen. "Daheim ankommen, das ist der große Wunsch, allerdings muss man oft auf eine Reise gehen, um wieder anzukommen", so die Pastoralreferentin.

Die Autobahnkirche sehe viele dieser Menschen, die Gott bitten, dass er sie begleitet und gut zu Hause ankommen lässt. Ihnen sage dieses Gotteshaus: "Ich bin in mir daheim, ich bin getragen von Gott, er gibt mir die Freiheit weg zu gehen, um an zu kommen", so Will-Reusch.

Wer eine Idee für den Namen der Kirche hat, kann seinen Vorschlag in die ausliegende Liste eintragen oder per Mail an ralf-luther@t-online.de mitteilen. Beim nächsten Gottesdienst am 29. September um 14 Uhr soll der endgültige Name der Kirche bekannt gemacht werden, versprach Ralf Luther.

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