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Was passiert mit Schloss Löwenhain?

Bad Neustadt sichert sich das Vorkaufsrecht auf Schloss Löwenhain, zeigt zunächst aber nur Interesse an möglichem Bauland. Wird der Weg für die Schule frei?
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Wenn die Stadt Schloss Löwenhain kauft, könnte im nördlichen Bereich auf den Wiesen neues Bauland entstehen.  Foto: Stefan Kritzer
Wenn die Stadt Schloss Löwenhain kauft, könnte im nördlichen Bereich auf den Wiesen neues Bauland entstehen. Foto: Stefan Kritzer

Sichtbar getan hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel am Schloss Löwenhain in Lebenhan. Das große Gebäude mit opulenten Garten- und Wiesenflächen und einem großen Baumbestand befindet sich im Besitz einer Stiftung. Diese könnte sich derzeit mit der Absicht zum Verkauf des Anwesens tragen, denn der Stadtrat hat sich in seiner Julisitzung ein Vorkaufsrecht auf Schloss Löwenhain gesichert. Ob das damit zusammenhängt, weil die Montessori-Schule in Sandberg einen neuen Standort sucht und sich vor Jahren schon mal für das Schloss interessiert hat, steht aber noch nicht fest. Wie es mit dem Schloss weitergeht, ist somit nicht ganz klar.

Still liegt es da, umgeben von Gärten mit Buchsbäumen, Wegen und Wiesen. Das Schloss Löwenhain in Lebenhan befindet sich im Dornröschenschlaf. Ein paar Autos parken im Innenhof, in den Schlossräumen herrscht aber kein oder kaum Leben. Nur in den Bäumen und Gärten zwitschern die Vögel. Vor rund zehn Jahren hat die Stiftung Weltkulturerbe der Weisheitslehren das Schloss Löwenhain erworben, um dort eine Bildungsstätte einzurichten. Was seitdem dort passiert ist, wurde öffentlich kaum bekannt.

Vieles ist noch ungewiss

Nach wie vor treibt die Stiftung allerdings ihre Ziele um Weisheit und Wissenschaft voran. Vorstand Raphael Schmid aus Bad Brückenau teilte auf Anfrage dieser Zeitung mit: "Die Arbeit der Stiftung hat in den kommenden Jahren ihren zentralen Fokus im Forschungsprojekt ,Evolutionäre Weisheit' - der Spurensuche von einem modernen und innovativen Verständnis von ,Weisheit'." Was davon in Schloss Löwenhain realisiert und umgesetzt werden soll, dazu äußerte sich Schmid nicht. "Im Hinblick auf die künftige Nutzung von Schloss Löwenhain kommt zu gegebener Zeit mein Büro auf Sie zu zwecks Terminvereinbarung", heißt es in einer E-Mail.

Ob die Stiftung das unter Denkmalschutz stehende Anwesen nun verkauft oder nicht, ist somit noch nicht klar. Die Sicherung des Vorkaufsrechtes auf das Schloss durch die Stadt deutet aber darauf hin, dass sich im Hintergrund wohl etwas tut.

Das ehemalige Schloss derer von Gebsattel wurde um 1750 gebaut, Teile des Schlosses sind aber schon älter. Vor 100 Jahren erfolgte der Ausbau zu Kloster und Schule durch die Kongregation der Heiligen Familie. Das Schloss, die Gärten, die Nebengebäude und die umfassende Mauer sind allesamt denkmalgeschützt. Nicht aber die große Wiese an der nördlichen Grundstücksgrenze, die derzeit als Weide genutzt wird. Hier könnte sich die Stadt die Schaffung von mehreren Baugrundstücken für Häuslebauer vorstellen. Ein Flächennutzungsplan und ein Bebauungsplan für das Areal soll in naher Zukunft für diesen Innerortsbereich erstellt werden.

"Wir wissen aber noch nicht, ob die Stadt Schloss Löwenhain tatsächlich kaufen wird", sagte Bürgermeister Bruno Altrichter auf Nachfrage. Die Stadt will sich die Option eines Kaufs offen halten, um die Entwicklung vor Ort steuern zu können. Das hängt auch damit zusammen, dass es derzeit keine nennenswerten Bauplätze in Lebenhan mehr gibt. Die Schlosswiesen könnten für flächendeckenden Nachschub an Bauland sorgen.

Was mit den Schlossgebäuden im Falle eines Kaufs durch die Stadt geschieht, steht auch noch nicht fest. Darüber wurde auch in der Stadtratssitzung, wo der Beschluss zur Einräumung des Vorkaufsrechtes einstimmig ausfiel, nicht diskutiert. Der Stadtrat interessierte sich zunächst nur für mögliches neues Bauland. Wird also der Weg für eine Montessori-Schule in Lebenhan frei? Schon einmal war Schloss Löwenhain hierfür im Gespräch, bevor die Schule nach Sandberg ging. Da ihre Tage dort nun gezählt sind, kommt das Schloss vielleicht wieder in die engere Auswahl. "Ob das was wird, kann ich aber nicht sagen", hält Altrichter den Ball zunächst einmal flach.

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