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Maßbach
Finanzen

Verwaltungsgemeinschaft seit 2010 schuldenfrei

Der Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach besitzt ein Volumen von 1,41 Millionen Euro. Die Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung verabschiedeten einstimmig die Vorlage.
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Im Rathaus der Marktgemeinde Maßbach laufen die Fäden der  Verwaltungsgemeinschaft Maßbach zusammen. Deshalb ist das Gebäude  weitgehend an die Verwaltungsgemeinschaft vermietet. Die Marktgemeinde  kassiert dafür 30.000 Euro pro Jahr. Foto: Dieter Britz
Im Rathaus der Marktgemeinde Maßbach laufen die Fäden der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach zusammen. Deshalb ist das Gebäude weitgehend an die Verwaltungsgemeinschaft vermietet. Die Marktgemeinde kassiert dafür 30.000 Euro pro Jahr. Foto: Dieter Britz
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Der Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach ist unter Dach und Fach. In ihrer 11. Sitzung der bald zu Ende gehenden Legislaturperiode verabschiedeten die Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung einstimmig den Verwaltungshaushalt mit einem Volumen von 1,41 Millionen Euro und den Vermögenshaushalt, der mit 6500 Euro sehr gering ausfällt.

Erfreut nahmen die Mitglieder die Feststellung "die Verwaltungsgemeinschaft Maßbach ist seit dem Haushaltsjahr 2010 schuldenfrei" zur Kenntnis. Der Ansatz im Verwaltungshaushalt stieg um rund 6,25 Prozent auf 1,41 Millionen Euro in laufenden Jahr. Den Löwenanteil machen wie immer die Personalkosten mit 1,07 Millionen Euro (das sind 76,5 Prozent des Verwaltungshaushaltes) aus. Anschaffungen für die elektronische Datenverarbeitung, Wartung der Computer und Software sowie EDV-Gebühren an Dritte und EDV-Schulungen belaufen sich auf insgesamt 110.000 Euro. Die Post-und Fernmeldegebühren sind von 9500 auf 15.000 Euro in diesem Jahr gestiegen. Kämmerer Michael Weigand erklärte das mit gestiegenen Portokosten und mit der Kommunalwahl in diesem Jahr. Für Bücher und Zeitschriften 15.500 Euro angesetzt - "ein Fass ohne Boden", merkte der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft und Maßbacher Bürgermeister Matthias Klement (CSU) an.

Die wichtigsten Einnahmen sind 51.500 Euro Verwaltungsgebühren (Hauptverwaltung und Standesamt), 120.250 Euro Finanzzuweisungen vom Freistaat für die Erledigung eigentlich staatlicher Aufgaben und 54.000 Euro Umlage vom Abwasserzweckverband Obere Lauer, dessen Verwaltung die Verwaltungsgemeinschaft mit erledigt.

Verwaltungsumlage steigt zweistellig

1,151 Millionen Euro (11,8 Prozent mehr als im Vorjahr) müssen über die Verwaltungsumlage aufgebracht werden. Die wird nach dem Verhältnis der Einwohnerzahlen (Stand am 30. Juni des Vorjahres) auf die Mitgliedsgemeinden umgelegt. Ursache für diese Steigerung sind unter anderem die Erhöhung der Personalkosten und der Rückgang der Bevölkerungszahl um weitere 50 Personen (Maßbach minus 45, Thundorf minus 6, Rannungen plus 1). Dieses Jahr müssen die Mitgliedsgemeinden pro Einwohner eine Umlage von 177,74 Euro bezahlen, voriges Jahr waren es nur 157,81 Euro.

Da die Verwaltungsgemeinschaft fast das gesamte Maßbacher Rathaus Maßbach in Beschlag nimmt, zahlt sie dafür 30.000 Euro Miete, die im Haushalt des Marktes Maßbach als Einnahmen verbucht werden. Strom, Heizung, Abfallgebühren usw. machen 17.300 Euro aus, Reinigungskosten 10.000 Euro. Von der Gemeinde selbst belegt wird nur das Büro des Bürgermeisters, so Verwaltungsleiter Frank Mauer auf Anfrage.

Noch nicht einig wurden sich die Mitglieder, wie der Versand von Sitzungsunterlagen für die Gemeinderäte in Zukunft laufen soll. Die Maßbacher Räte bekommen ihre Unterlagen nur noch in digitaler Form, in Rannungen noch ganz klassisch auf Papier, in Thundorf auf Papier, und wenn gewünscht zusätzlich elektronisch. Klement betonte, der digitale Versand sei zeitgemäß und sollte noch in dieser Legislaturperiode (die in wenigen Monaten endet) möglichst umgestellt werden. Frank Mauer, der geschäftsleitende Beamte, betonte "die Kopierarbeit macht uns manchmal vor Gemeinderatssitzungen ganz verrückt". Er wies allerdings darauf hin, dass der digitale Versand der Unterlagen in den Geschäftsordnungen der Gemeinderäte geregelt werden müsse. "Wenn weiterhin kopiert werden soll, dann müssen die Kosten auf Dauer an die Gemeinden weitergegeben werden", merkte Matthias Klement an. Doch der Rannunger Bürgermeister Fridolin Zehner betonte: "Wir haben noch drei Sitzungen bis zur Kommunalwahl, das soll der neue Gemeinderat entscheiden."

Erweiterte Cyber-Deckung

Die Gemeinschaftsversammlung beschloss, die Kassenversicherungs-Summe, die bisher 250.000 Euro, betrug, zu verdoppeln. Damit steigt der Beitrag um 245 auf 9743 Euro. Mit dieser Versicherung sind Vermögensschäden abgesichert. Matthias Klement nannte als Beispiel Fehler bei der Beantragung von Fördergeldern. Überlegt wird auch der Abschluss einer erweiterten Cyber-Deckung, mit der Risiken aus dem Internet wie Viren, das Löschen von Daten, Datendiebstahl, Phishing ausgeglichen werden können. Dazu muss zuerst ein Risiko-Fragebogen ausgefüllt werden. Diese Zusatzversicherung würde die Kassenversicherungs-Summe um 15 Prozent erhöhen.

Verwaltungsgemeinschaft Maßbach

Mitgliedsgemeinden sind der Markt Maßbach und die Gemeinden Rannungen und Thundorf. Die Gemeinschaftsversammlung ist das Parlament der Verwaltungsgemeinschaft. Ihr gehören entsprechend den Bevölkerungszahlen fünf Gemeinderäte aus Maßbach und je zwei aus Rannungen und Thundorf an, außerdem die Bürgermeister der drei Gemeinden. Vorsitzender ist der Maßbacher Bürgermeister Matthias Klement. Hauptzweck der Verwaltungsgemeinschaft ist, wie der Name schon sagt, die Unterhaltung einer gemeinsamen Verwaltung für alle drei Gemeinden. Deshalb laufen die Fäden im Maßbacher Rathaus zusammen. Gemeinsam ist jedoch nur die Verwaltung, alle drei Gemeinden sind selbstständig, haben eigene Bürgermeister und Gemeinderäte. Sie verabschieden eigene Haushalte, die allerdings vom gemeinsamen Kämmerer im Maßbacher Rathaus aufgestellt werden.

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