Münnerstadt

Verschollenes Buch ist wieder da

1986 schrieb Günter Endriß den Roman "Schicksal, Schatz und Scharlatane", dessen Handlung in Münnerstadt spielt. Nun hat Hartmut Hessel einige Exemplare für sein Antiquariat bekommen.
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Hartmut Hessel liest im Buch "Schicksal, Schatz und Scharlatane" von Günter Endriß. War der Roman, dessen Handlung in Münnerstadt spielt,  lange Zeit nicht zu haben, so hat Hartmut Hessel nun zwei Kisten bekommen. Die eingeschweißten Bücher gibt es in seinem Antiquariat "Schätze und Co."Thomas Malz
Hartmut Hessel liest im Buch "Schicksal, Schatz und Scharlatane" von Günter Endriß. War der Roman, dessen Handlung in Münnerstadt spielt, lange Zeit nicht zu haben, so hat Hartmut Hessel nun zwei Kisten bekommen. Die eingeschweißten Bücher gibt es in seinem Antiquariat "Schätze und Co."Thomas Malz

Es ist eine kurze Nachricht auf Facebook. "Vor 30 Jahren erschienen und lange Zeit nicht zu haben", schreibt Hartmut Hessel über den Roman "Schicksal, Schatz und Scharlatane". Er hat ihn wieder, originalverpackt. Die Geschichte um den Gattenhof'schen Schatz berührt auch seine eigene.

Hartmut Hessel erinnert an die "Galerie Markt 11", die die Museumsfreunde in den 1980er Jahren am Marktplatz betrieben. An den Markttagen gingen er und seine Mitstreiter immer mit einem eigenen Stand vor die Tür des Schweizer-Hauses. Es war der Schutzengelmarkt 1986, als ihm ein kleiner Stand auf dem Marktplatz auffiel, an dem zwei Herren ein Buch verkauften. "Es waren die Verleger, wie sich später herausgestellt hat", sagt Hartmut Hessel. "Das Buch schien mir nicht sonderlich erfolgreich zu sein", sagt er.

Beim nächsten Markt - das dürfte der Herbstmarkt 1986 gewesen sein - war wieder schönes Wetter, erinnert sich Hartmut Hessel. Und diesmal war der Autor Günter Endriß selbst am Markt. Der Gymnasiallehrer, ein echter Münnerstädter, lebte damals schon längst in Schweinfurt. "Wir sind ins Gespräch gekommen und ich habe einige Exemplare seines Buches zum Verkauf mit in die Galerie genommen". Nun, aus den Händen gerissen hat man es ihm nicht. Das liege aber vielleicht auch daran, dass die Vermarktung nicht so konsequent betrieben wurde, wie es für einen echten Erfolg nötig gewesen wäre, meint Hartmut Hessel. Das gelte übrigens für alle Bücher, die von Münnerstadt handeln. "Die Erfahrung habe ich gemacht."

Das Buch wurde kein Kassenschlager und den Verlag gab es auch nicht allzu lange. Anfang der 2000er Jahre hat Hartmut Hessel Günter Endriß wieder getroffen. "Da hat er mir erzählt, dass er alle unverkauften Exemplare vernichtet hat." Hartmut Hessel schätzt, dass es insgesamt 1000 waren, die gedruckt wurden.

Aber offensichtlich waren nicht alle Exemplare vernichtet worden. Denn nun hat er aus dem Familienkreis des Autors zwei Kisten mit nagelneuen, noch verpackten Exemplaren erhalten. "Mich holt die Geschichten um Heimatliteratur und Bücher wieder ein, aber ich habe ja auch gerne damit zu tun", sagt er.

Das Buch dreht sich um den Gattenhof'schen Schatz, der auch beim Heimatspiel vorkommt. Gattenhof soll während des 30-jährigen Krieges einen Schatz vergraben haben. Das kommt auch kurz im Heimatspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt" vor. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Areal, in dem Gattenhof gewohnte hatte, in Schutt und Asche gelegt. Dann begann die Suche nach dem Schatz.

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