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Bad Königshofen
Hingucker

(Um)-Zugvögel in den Klostergarten

Die Vogelvoliere mit dem sprechenden Beo muss Ipthausens Ortseingang verlassen. Die Vögel sollen nächstes Jahr in den südlichen Bereich des Klostergartens.
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An der Voliere unterhält sich Brigitte Benkert mit "ihrem Beo". Der hält den Kopf etwas schief, so als ob er dann bessern zuhören könnte und schon kurz darauf gibt's eine Antwort oder einen schrillen Pfeifton. Foto: Hanns Friedrich
An der Voliere unterhält sich Brigitte Benkert mit "ihrem Beo". Der hält den Kopf etwas schief, so als ob er dann bessern zuhören könnte und schon kurz darauf gibt's eine Antwort oder einen schrillen Pfeifton. Foto: Hanns Friedrich
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Die Vogelvoliere mit dem sprechenden Beo war vor vielen Jahren in aller Munde. "Die Welt", die "Süddeutsche" und sogar eine türkische Zeitung berichteten. Initiator war im Jahr 1994 der vor einigen Jahren verstorbene Stadtrat Jörg Fliegauf aus Ipthausen.

Er suchte zum Beispiel im Jahr 2001 einen Beo, der so gelehrig sein sollte, dass er sich einen fränkischen Dialekt angewöhnt. Damit wollte Fliegauf Gäste anlocken und eine neue Attraktion für Bad Königshofen bieten. Etwas, das ihm in den vergangenen Jahren auch gelungen ist, denn die Vogelvoliere am Ortseingang von Ipthausen ist nach wie vor ein Anziehungspunkt für jung und alt. Nun soll sie in den Klostergarten verlagert werden, da das Grundstück in Ipthausen nicht mehr zur Verfügung steht.


Kürzer treten

Brigitte Benkert aus Aub betreut seit vielen Jahren "ihre gefiederten Freunde", und die Vögel kennen sie. Das ist am Abend zu bemerken, wenn Brigitte Benkert die Tierchen "ins Bett bringt". Schon während sie am Gehege ist, setzen sie sich in Richtung Einflugloch, und kaum ist "ihre Betreuerin" in der Voliere, sind sie auch schon verschwunden. "Die wissen genau, dass es jetzt Schlafenszeit ist." Einer, der diesmal davon allerdings nichts wissen wollte, ist der sprechende Beo. Erst als ich die Voliere verlasse, fliegt er schnurstracks ins Vogelhaus. Brigitte Benkert schließt die Klappen und dann geht's ans Saubermachen. Die Sitzstangen müssen oftmals gereinigt werden, dann das alte Futter entfernt und neues aufgesteckt werden. "Es macht schon ein bisschen Arbeit aber auch viel Freude", sagt Brigitte Benkert. Sie will allerdings jetzt etwas kürzer treten, und deshalb sind Stadt und Kurverwaltung auf der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Bewerbungen sollten an die Stadt Bad Königshofen, Tel.: 09761/4090, oder an die Kurverwaltung, Tel.: 09761/91200, gerichtet werden.


Beo das Highlight der Voliere

Brigitte Benkert ist übrigens gerne bereit, in der Einlernzeit noch ein wenig mitzuhelfen, oder auch Urlaubsvertretung zu machen. Früh und abends muss nach den Tieren geschaut werden. Abends, wenn sie in das Haus zum Schlafen gehen, morgens, wenn sie wieder in die Voliere dürfen. Vor allem der sprechende Beo ist natürlich das Highlight der Voliere, und auch Benkert unterhält sich gerne mit ihm. Dann hält der Vogel den Kopf etwas schief, so als ob er besser hören könnte, und dann gibt's verschiedene Antworten. Die reichen von "Hallo" bis hin zu "Komm' mal her" oder "Wo ist die Maus?" Zur Zeit ist er mit einem Glanzstar zusammen, und beide vertragen sich offensichtlich gut.

Wie Bürgermeister Thomas Helbling und Kurdirektor Werner Angermüller sagen, soll die neue Voliere im südlichen Bereich des Klostergartens an der Außenmauer errichtet werden. Dort gibt es einen Fußweg, und der Platz wäre durch seine Südlage ideal für die Tiere, denn sie hätten Sonne und Wärme. Der Platz wäre außerdem ideal, weil er in der Stadt liegt und von der Bevölkerung und den Gästen entsprechend wahrgenommen würde. Das allerdings geschieht erst im kommenden Jahr. Wohin also bis dahin mit den gefiederten Tierchen?


Sozialer Aspekt

Kurdirektor Werner Angermüller sagt dazu, dass man für die Vögel entsprechende Quartiere finden wird. "Schließlich brauchen wir sie ja alle wieder, wenn wir die neue Voliere im Klostergarten eröffnen." Verkaufen will man keines der Tiere.Werner Angermüller sieht aber auch den sozialen Aspekt im Klostergarten, da durch die nahe gelegenen Seniorenheime ältere Menschen unterwegs sind. Der Klostergarten mit der Vogelvoliere könnte damit ein zentraler Treffpunkt für jung und alt, für Kinder, Jugendliche aber auch Eltern mit ihren Kindern werden. Allerdings müssen die Tiere natürlich auch gepflegt werden und dazu sind nun Helfer gesucht. Es geht um das Füttern der Vögel ebenso, wie um die Pflege und die Sauberhaltung der Voliere. Vielleicht kommt dann die Vogelvoliere von Bad Königshofen wieder einmal in die Medien, wenn dort der sprechende Beo sich mit den Kurgästen und Einheimischen unterhält, die ihm vielleicht sogar neue Wörter beibringen.

Übrigens: Zwischen 40 und 45 Vögel sind derzeit in der Ipthäuser Vogelvoliere untergebracht, unter anderem Wellensittiche, mehrere Großsittiche und ein sprechender Beo, Stare oder auch Bergsittiche.