Thundorf
Historie

Trauben in Thundorfs verflossenen Tagen

Ein schmales Tal mit steil aufsteigenden Höhenzügen sorgte für das flüssige Gold in Thundorf bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Weinbau der Thundorfer Dorfherren steht beim Stammtisch "Geschichte und Brauchtum" im Mittelpunkt.
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Bis mindestens 1809 gab in Thundorf  noch Weinbau. Foto: Philipp Bauernschubert
Bis mindestens 1809 gab in Thundorf noch Weinbau. Foto: Philipp Bauernschubert

Das 34. Treffen des Stammtisches "Geschichte und Brauchtum" der Gemeinde Thundorf findet am Donnerstag, 29. August, um 19 Uhr, statt. Über das Thema "Der Weinbau der Thundorfer Dorfherren" referiert der Vorsitzende Rainer Wolf im Gasthaus "Krone" bei Hildegund . Auch Kurzberichte über die bisherigen Arbeiten werden erfolgen. Die Veranstaltung richtet sich an die gesamte Öffentlichkeit.

Wie von Pfarrer Zeißner, dem Verfasser der "Geschichte der Herrschaft von Thundorf aus dem Jahre 1924", niedergeschrieben, hatte Thundorf früher auch Weinberge. Unter dem Aspekt der Auflösung der Herrschaft wird berichtet, dass früher in der Thundorfer Gemarkung Weisensee, die heute zu Stadtlauringen gehört, diese Weinberge existiert haben. Die "Wengert"-Flächen sind zu zehn Abteilungen bereits 1809 in andere Hände übergegangen, so die Recherchen vom verstorbenen Altbürgermeister Felix Braun, entnommen aus der Quellenangabe des Staatsarchivs Würzburg. Es ist auch zu lesen, dass die Bezeichnung "Rosenbachscher Weingarten" noch übernommen wurde.

Schmales Tal mit steil aufsteigenden Höhenzügen

Bei der Lage handelt es sich um ein schmales Tal mit beiderseits steil aufsteigenden Höhenzügen rechts von der Kreisstraße zwischen Thundorf und Theinfeld. Die damals angebaute Fläche, war eine Südost-Lage, wo man als Laie, so Braun, davon ausgehen sollte, dass dies für den Weinanbau keine ideale Lage sei.

Überliefert zum Thema Weinberg ist vom 4. Juni 1379, dass Wilhelm von Maßbach als Zinslehen von der Äbtissin von St. Johannis (einer Truchsessin) viereinhalb Acker Weinberg an der Stirn sowie einen Weingarten in der Helle erhielt. Am 4. Juli 1599 wird überliefert, dass zur Bestallung des Burggrafen nach dem Thundorfer Abschied fünf Fuder Wein (ein Fuder Zeiler, zwei Fuder Rügheimer, ein Fuder Thundorfer und ein Fuder Oberlauringer) gehören.

Diese Eintragungen setzen sich von 1601 bis 1803 fort, in denen über die Bewirtschaftung und dem Ver- und Ankauf der Weinberge berichtet wird. Aus dem Jahre 1803 wird überliefert, dass von den Rosenbachschen Orten nur noch Thundorf und Schonungen Wein anbauen. Die Erträge in den Thundorfer Weinbergen waren: 1798: 6 Eimer mit 7 Maß, 1802: 1 Eimer mit 32 Maß, 1803: 9 Eimer mit ebenfalls 32 Maß. Um die Menge deutlich zu machen: 1 Fuder waren 12 Eimer, und 1 Eimer ist heute gleichbedeutend mit 47 Maß.

Weinberge an Privatpersonen verkauft

1809 nach dem Heimfall der Herrschaft wurden die Weinberge an Privatpersonen verkauft (Karl Josef von Rosenbach verstarb am 25. August 1806 in Würzburg). Unter anderem kam es auch zum Verkauf der ehemaligen herrschaftlichen Weinberge in der Gemarkung Weisensee. Die Fläche wurde in zehn Grundstücke aufgeteilt und im April 1809 verkauft. In dieser Zeit gab es nachweislich noch Weinbau in Thundorf. Es ist anzunehmen, dass die Käufer der Grundstücke aber bald danach die Fläche in Ackerland umgewandelt und einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt haben.

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