Maßbach
Theater

Total verrückte Hüte und ein Plastikschwert

Kleider, Kostüme und vieles mehr aus dem Fundus hat das Theater Schloss Maßbach verkauft. Mancher hat sich schon für den nächsten Fasching eingedeckt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Verrückte Hüte, die sich gut für Karneval eignen, wurden gab es beim  Fundus-Verkauf im Theater in Maßbach. Foto: Dieter Britz
Verrückte Hüte, die sich gut für Karneval eignen, wurden gab es beim Fundus-Verkauf im Theater in Maßbach. Foto: Dieter Britz
+5 Bilder

Kleider machen Leute, zu denen bekanntlich auch Schauspieler gehören. Das wusste schon der Schweizer Dichter Gottfried Keller (1819 bis 1890). Deshalb hortet auch das Theater Schloss Maßbach einen großen Fundus mit Kleidung, zum Teil recht extravaganten Kopfbedeckungen, Perücken, Schuhen und allem, was sonst noch für Theateraufführungen aller Art nötig ist. Doch nach mehr oder weniger vielen neuen Theaterstücken mit sehr oft neuen Kleidern für die Schauspieler platzt jeder Fundus im übertragenen Sinn aus den Nähten. Deshalb wurde nun ein kleinerer Teil der Stücke verkauft. Insbesondere Damen nutzten am Wochenende die Gelegenheit, sich beim Kostümverkauf im Rohbau der Kostümwerkstätte mit allem möglichen einzudecken. "Den Hut nehme ich für den nächsten Karneval mit", kündigte eine Maßbacherin an. Eine andere suchte "für meinen Mann einen Kittel für die Gartenarbeit", den sie auch gefunden hat.

Der sehr umfangreiche Fundus des Theaters Schloss Maßbach mit zum Teil Jahre alten Stücken war bisher unübersichtlich in vielen Räumen und Etagen des Haupthauses untergebracht. Das war recht hinderlich für die Arbeit und außerdem zuletzt auch dem Brandschutz ein Dorn im Auge. Deshalb wurde schon im Mai 2018 neben der Bühnenwerkstatt und Schreinerei mit dem Bau einer neuen Theater-Schneiderwerkstatt und einem angegliederten Theaterfundus begonnen. Das Gebäude ist hochgezogen, aber der Innenausbau ist noch nicht beendet und auch ein Stromanschluss ist noch nicht vorhanden. Aber wenigstens der sehr große Raum für den Theaterfundus ist fertig. Deshalb konnten die Stücke schon vom Haupthaus in den Neubau umgeräumt werden. "Wir haben dabei alles einzeln in die Hand genommen und das aussortiert, was nicht mehr gebraucht wird. Wir haben dabei ganz viel ausgemustert", sagt Jutta Reinhard, seit 35 Jahren Theaterschneiderin und Kostümbildnerin in Maßbach. Ein einziges Mal wurden bisher Stücke aus dem Fundus verkauft, erinnert sie sich.

Aussortiert wurden ganz normale Kleidungsstücke wie Kleider, Jacken, Hemden und Hosen ebenso wie ein Plastik-Brustpanzer für einen Ritter (oder einen römischen Legionär?) samt Plastik-Schwert oder Clown- und Tierköpfe aus Pappmaché und total verrückte Hüte. Besonders hatten es die bodenlangen Umhänge und Kleider einigen Damen angetan.

Bauarbeiten verzögern sich

Ein kurzer Blick in den verbliebenen Fundus zeigte, dass noch immer sehr viel vorhanden ist, nachdem einiges aussortiert wurde. Die Kostümschneiderei, in der Jutta Reinhard zusammen mit zwei Kolleginnen arbeiten wird, ist noch im Rohbau. "Wir wollten eigentlich schon längst mit den Arbeiten fertig sein", sagt Theaterchefin Anne Maar. Aber durch den Bauboom sei es zurzeit unheimlich schwierig, Handwerker zu bekommen. Vor allem dieser Bauboom habe auch dazu geführt, dass der Fundus und die Theaterschneiderei teurer werden als die eigentlich geplanten 280 000 Euro. Deshalb soll auch mehr als ursprünglich vorgesehen in Eigenregie erledigt werden, "den Boden verlegen wir selbst und den Innenausbau machen wir auch". Einen Teil der Kosten für die neue Schneiderwerkstatt und den Fundus übernimmt das Theater natürlich selbst, ansonsten gibt es Förderung durch die EU (das sogenannte LEADER-Programm zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft), den bayerischen Kulturfonds, den Bezirk. Die Marktgemeinde Maßbach gibt 20 000 Euro, hat der Marktgemeinderat einstimmig und ohne lange Diskussion entschieden.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren