Thundorf
Wallfahrt

Thundorf: Auf der Suche nach Glauben und Gemeinschaft

Am 1. September machen die Haßfurter Wallfahrer auf dem Weg zum Kreuzberg wieder Station in Thundorf. Auch auf dem Rückweg werden sie beherbergt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Einzug in Thundorf
Einzug in Thundorf
+3 Bilder

Am Sonntag, 1. September, machen die Kreuzbergwallfahrer der Pfarreiengemeinschaft "St. Kilian Haßfurt" wieder Zwischenstation in Thundorf. Mit dabei auch Pilger aus der gesamten Region um Haßfurt und auch aus den Orten von Thundorf bis Großenbrach. Die Idee dieser Wallfahrt stammt vom Wallfahrtsführer, Diakon Manfred Griebel aus Unterhohenried, weil schon Jahre zuvor, so seine Aussage, eine große Begeisterung für das Wallfahren in der Pfarrei Haßfurt festgestellt werden konnte.

Zum anderen war es die unermüdliche Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lissy Graßer, bei der Griebel von Anfang an ein offenes Ohr gefunden hat. Manfred Griebel wollte einmal über mehrere Tage mit Pilgern unterwegs sein. Er selbst organisiert mehrere Male im Jahr mit verschiedenen Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft Wallfahrten nach Vierzehnheiligen, dazu noch Bus- und Flugreisen zu nationalen und internationalen Wallfahrtsorten. Es sollte eine Wallfahrt sein, bei der die Teilnehmer noch mehr Tiefe im Glauben und in der Gemeinschaft erleben können.

Die erste mehrtägige Wallfahrt zum Heiligen Berg Frankens fand im September 2002 mit 42 Pilgerinnen und Pilgern statt. Was keiner für möglich gehalten hat, diese erste Wallfahrt löste ein große Euphorie aus, die bis heute anhält. Aus einer zunächst viertägigen Wallfahrt in den ersten zehn Jahren, wurden es dann ab 2012 sieben mit Hin- und Rückmarsch. Jahr für Jahr wird diese Wallfahrt beliebter und ist für alle Teilnehmer ein Höhepunkt des Jahres, für die manche sogar ihren Jahresurlaub opfern. Mittlerweilen sind es an die 200 Teilnehmer, die den Weg zum Kreuzberg mitgehen. Ab Thundorf und der zweiten Übernachtungsstation Großenbrach kommen immer weitere Pilger hinzu, sodass am Ende weit über 200 Pilger, von ihren Angehörigen umjubelt, in die Kreuzbergkirche eintreten. Bus- und Autowallfahrer gesellen sich ebenfalls noch dazu.

Manfred Griebel nennt mehrere Gründe, warum diese Wallfahrt so beliebt ist. Die Menschen in der heutigen Zeit seien unendlich auf der Suche nach Glauben, Halt und Orientierung, sowie nach Stille und wohltuender Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft erleben die Pilger hautnah bei dieser Wallfahrt. Dabei bedanken sich viele Teilnehmer bei Griebel, dass er durch seine große Erfahrung als Krankenhaus- und Notfallseelsorger viele praktische Fälle und Lebenssituationen mit ins Gebet und die Fürbitten mit einschließt. Schließlich komme noch hinzu, dass diese Begegnungen die Menschen auf andere Gedanken kommen lassen und über ihr Leben und ihren Bezug zum Glauben und zu Gott nachdenken lässt.

Jedes Jahr gibt es eine anderes Wallfahrtsthema, das sich wie ein roter Faden über die sieben Tage zieht. Das Thema dieses Jahr lautet: "Herr Du kennst meinen Weg". Die Wallfahrer laufen in einer einheitlichen Kleiderfarbe, die jeden Tag wechselt. Eine weitere Besonderheit ist das Holzkreuz mit allen bisherigen Farben, das über die insgesamt 190 Kilometer nur von Frauen getragen werden darf. Jeder Teilnehmer bekommt zudem ein Holzkreuz, das zu Beginn der Wallfahrt gesegnete und um den Hals gehängt wird.

"Wallfahrerengel" Lissy Graßer mit ihrem treuen Helferteam verpflegt und verköstigt die Pilger während der Wallfahrt. Auf der Strecke wird bei Glockengeläute in die offenen Kirchen eingezogen. Als großen Segen bezeichnet Manfred Griebel die Ortschaften Thundorf und Großenbrach, jene Stationen wo die Pilger auf dem Hin- und auch Rückweg übernachten. In beiden Gemeinden trafen die Organisatoren von Anfang an auf offene Ohren und hilfsbereite Menschen. Später kamen dann noch Übernachtungen in Weichtungen, Theinfeld und seit vergangenem Jahr auch Maßbach hinzu, um die benötigte Kapazität zu erreichen.

Ankunft ist in Thundorf ist am 1. September um etwa 17.45 Uhr. Mit einem kurzen geistlichen Abschluss beziehen die Pilger ihre Quartiere. Anschließend gibt es Abendessen in der Festhalle und um 21.30 Uhr findet in der "St. Laurentiuskirche" eine Lichter- und Segensfeier statt, zu der alle Gläubigen willkommen sind. Beim Heimweg am Donnerstag, 4. September, findet ebenfalls um 21.30 Uhr eine Eucharistische Anbetung an gleicher Stelle statt. Auf der Wallfahrt werden zum Dank für die Gastfreundschaft diese Gemeinden immer wieder mit ins Gebet eingeschlossen. Am Dienstag, 2. September, steht in der Thundorfer Kirche um 8.15 Uhr eine Einstimmung auf dem Programm, bevor die Prozession über Weichtungen, Poppenlauer, Talhof, Nüdlingen bis nach Großenbrach weiter zieht. Am Mittwoch schließlich führt der Weg über Aschach, Premich, Waldberg zum Heiligen Berg. Nachdem alle den "Kniebrecher" erklommen haben, folgt der Einzug zu den Klängen der Wallfahrerkapelle unter der Leitung von Günter Wächter.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren