Theinfeld
Sanierung

Theinfelder Kirche im Wechsel der Zeiten

Die Geschichte der Theinfelder Kirche reicht wohl ins 13. Jahrhundert zurück. In den Weltkriegen diente ein Eisenring als Glocke
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Die Kirche ist derzeit eine große Baustelle, das Kreuz vom Gerüst verdeckt. Foto: Philipp Bauernschubert
Die Kirche ist derzeit eine große Baustelle, das Kreuz vom Gerüst verdeckt. Foto: Philipp Bauernschubert
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Die Kirche von Theinfeld dürfte zu den ältesten Kirchbauten gehören. Aktuell wird sie saniert. Das ist eine gute Gelegenheit, an die bewegte Zeit des Gebäudes zu erinnern.

Die Kirche war ursprünglich nur eine Kapelle ohne Turm und ist wohl im 13. oder 14. Jahrhundert errichtet worden. 1599 wurde das Kirchlein um einen Turm erweitert. Das Baujahr 1599 ist im Schlussstein des Turmes eingraviert. 1747 wurde dann das Kirchenschiff nach Westen verlängert und der Eingang verlegt. 1753 schenkte das Kloster Maria Bildhausen einen Altar, der sich noch heute in der Kirche befindet. 1839 erfolgte ein erneuter Umbau und zudem wurde eine Orgel aufgestellt.

Vor 57 Jahren (1962) wurde der Kirchturm (Echterturm) neu eingedeckt. Da der Kirchenbesuch in Theinfeld zumindest in der damaligen Zeit sehr gut war, entschloss sich der seinerzeit verantwortliche Pfarrer Oskar Pflüger (1964 bis 1982)1970 zu einer Vergrößerung durch den Bau eines neuen Kirchenschiffes. Um Zuschüsse vom Bischöflichen Ordinariat zu erhalten, verzichtete die politische Gemeinde auf ihr Eigentum und übereignete die Kirche der Katholischen Kirchenstiftung. Der Neubau des neuen Kirchenschiffes erfolgte in kürzester Zeit.

Am 6. Mai 1972 wurde die neue Kirche von Weihbischof Alfons Kempf feierlich eingeweiht. Im Mai 1985 wurden auch die um das Jahr 1780 entstandenen und aus der alten Kirche entfernten Kreuzweg Ölgemälde renoviert und in der Kirche wieder aufgehängt. Damit war die Renovierung abgeschlossen.

In der Kirche befand sich wahrscheinlich schon seit dem 14. Jahrhundert ein kleines Glöckchen. Im Band "Kunstdenkmäler in Bayern" ist es wie folgt beschrieben mit gotischer Majuskelumschrift: "Ave Maria, Gratia Plena Dominus14. Jahrhundert. Es hatte alle Kriege heil überstanden. Vor 60 Jahren am 30. April 1957 bekam es während des Läutens einen Riss und der Klang war weg, so die Überlieferung. Fast 600 Jahre Arbeit waren ja wirklich genug.

Außer Dienst stand das Glöckchen dann viele Jahre auf dem Dachboden der Kirche. 1974 anlässlich der Errichtung des Leichenhauses benötigte man ein neues Sterbeglöckchen. Eine Glockengießerei tauschte das alte Glöckchen gegen ein neues ohne Aufpreis. Als man später das alte Glöckchen wieder zurückkaufen wollte, war es verschwunden. Angeblich wurde es in mehrere Stücke zusammengebrochen und dann eingeschmolzen.

In den beiden Weltkriegen mussten bis auf das Glöckchen alle anderen Glocken abgeliefert werden, sie wurden eingeschmolzen. Doch in Theinfeld gab es schon immer findige Bürger. Im zweiten Weltkrieg montierte man einen schweren Eisenring aus einer alten Schrotmühle in den Glockenstuhl. Mit einem Klöppel wurden dann eiserne Töne erzeugt. Fertig war die Ersatzglocke. 1947 konnte dann eine der abgelieferten Glocken aus Hamburg wieder heimkehren. Das Kriegsende kam zu schnell und bewahrte sie vor dem Kriegsdienst als Kanone. Am 15. Oktober 1957 konnte dann Pfarrer Felix Seufert (von 1932 bis 1964 Pfarrer) drei neue Glocken ihrer Bestimmung übergeben mit dem Geleit: "Gebe Gott, dass sie nur im Frieden ihren Dienst tun mögen!"

Nun steht wieder eine Sanierung des Gotteshauses an. Schon über ein Jahrzehnt ist die Sanierung ein Thema in der Gemeinde Thundorf. Die südliche Außentreppe wurde bereits erneuert. Wenn auch 1970 die innere Baulast an die Kirchenstiftung übergeben wurde, so blieb die äußere Baulast nach wie vor bei der Gemeinde. Deshalb hat die Kommune neben der Erneuerung der Treppe auch die Kosten für die anstehende komplette Dachsanierung, sowie die Sanierung der Außenfassade und eines behindertengerechten Eingangs, zu übernehmen. Die Arbeiten haben kürzlich begonnen, die Kosten betragen etwa 350 000 Euro, aufgeteilt in einen Festzuschuss der Diözese Würzburg, einem Gemeindeanteil für die äußere Baulast und die restliche Summe von 20 000 Euro trägt die Kirchengemeinde Theinfeld.

Nachdem der Zuschuss bereits 2017 genehmigt wurde, kann die Baumaßnahme trotz des Förderstopps der Diözese gemacht werden. Das angelaufene Baumoratorium im Bistum trifft für Theinfeld nicht zu. Insgesamt sind sechs Gewerke bereits vergeben, bei denen die Angebotssummen laut Kirchenrechner Thomas Schmitt alle im Kostenrahmen liegen.

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