Rannungen
Gemeinderat

Straßen, Wege und Gassen beschäftigen Rannunger Gemeinderat

Wird der Ebenhäuser Weg geschlossen? Und wer bezahlt die Sanierung der Brunnenstraße? Heikle Fragen beschäftigten Rannungens Gemeinderäte.
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Die Brunnenstraße muss dringend erneuert werden, da die Fahrbahn schlecht ist und die Kanäle darunter auch erneuert werden müssen. Die Kosten betragen nach ersten Schätzungen über eine Million Euro. Foto: Dieter Britz
Die Brunnenstraße muss dringend erneuert werden, da die Fahrbahn schlecht ist und die Kanäle darunter auch erneuert werden müssen. Die Kosten betragen nach ersten Schätzungen über eine Million Euro. Foto: Dieter Britz
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Straßen, Wege und Gassen haben den Rannunger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Ob der Ebenhäuser Weg, den die Nachbargemeinde Oerlenbach schließen will, offenbleibt, ist ungewiss. Die Brunnenstraße muss wegen des Zustandes der Abwasserkanäle und der Fahrbahndecke erneuert werden. Und schließlich ging es um ein gemeindeeigenes Gässchen, das ein Anwohner für seine private Hühnerhaltung benutzt hat, so heißt es in der Sitzungsvorlage.

Der Ebenhäuser Weg sorgt schon seit Jahr und Tag für Diskussionen. Jetzt will die Nachbargemeinde
Oerlenbach den Ebenhäuser Weg auf Rottershäuser Gemarkung herabstufen: Von der Gemeindeverbindungsstraße zum Wirtschaftsweg. Wenn allerdings die Gemeinde Rannungen in Zukunft den Straßenunterhalt und die Verkehrssicherungspflicht auch auf Rottershauser Gemarkung übernehmen will, könne die Straße offenbleiben. "Ich schlage vor, dass wir darauf pochen, dass
der Weg offen bleibt", sagte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU). Das Landratsamt solle entscheiden, ob Oerlenbach den Weg schließen darf. Den Winterdienst mache die Gemeinde Rannungen sowieso schon.

Mit einer Sperrung , so glaubt er, wären auch die Rottershäuser nicht einverstanden. Denn dann würde mehr Verkehr durch den Ort fließen. Außerdem, so betonte der Bürgermeister: "In dem schlechten Zustand können wir die Verkehrssicherungspflicht nicht übernehmen." Fünf der anwesenden sieben Gemeinderäte und der Bürgermeister selbst stimmten schließlich dafür, dass die Gemeindeverbindungsstraße erhalten bleiben und notfalls das Landratsamt entscheiden soll. Zwei
Gemeinderäte waren gegen diesen Beschluss.

Der Ebenhäuser Weg hat auf Rannunger Gemarkung eine Länge von 1813 Meter. Bei Schließung der Gemeindeverbindungsstraße würde der Teilbereich innerhalb der Bebauung auf einer Länge von etwa 360 Metern zur Ortsstraße, der größte Teil mit 1453 Meter ein öffentlicher Feld- und Waldweg. Die Gemeinde erhält eine jährliche Straßenunterhaltspauschale von 1762 Euro pro
Kilometer. Ein Teil dieser Pauschale würde dann entfallen.

Dann hatte der Gemeinderat noch ein anderes ungewöhnliches Thema auf der Tagesordnung: Ein Bürger nutze ein Gässchen zwischen seinem Anwesen und einer Freifläche für seine Hühnerhaltung und "Nachbarn fühlen sich durch die Emission belästigt" heißt es in einer Beschlussvorlage. Gemeinderat Harald Klopf (Bürgerliste) habe deshalb beantragt, jegliche Nutzung dieses Gässchen
durch Privatpersonen zu untersagen.

Bürgermeister Zehner hielt einen Beschluss für unnötig, da der Hühnerhalter inzwischen zugesagt habe, dass Gässchen nicht mehr zu nutzen. "Die Hühner sind bei Nachbarn, auf der Gasse und in meinem Garten. Sie haben Salat abgefressen. Das ist aus meiner Sicht nicht in Ordnung, hier Hühner zu halten", erwiderte Harald Klopf, und: "Ich will einen Beschluss, das ist unzumutbar für die Anlieger." Er bekam ihn. Sieben Gemeinderäte waren für das Verbot, nur Bürgermeister Zehner stimmte dagegen.

Klopf beantragte auch, dass sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung mit Schlammlöchern in einer Querverbindung zwischen der Schulzen- und der Scherzergasse, die ebenfalls zum Streit geführt haben, beschäftigt. Das lehnte das Gremium allerdings bei Stimmengleichheit ab.

Finanziell ein großer Brocken wird die Sanierung der Brunnenstraße für die Gemeinde. Dazu war extra Planer Matthias Kirchner zur Vorstellung eines Planungskonzeptes in die Sitzung gekommen. Auf 325 Meter Länge soll die Straße erneuert werden, dazu auch die Wasserleitung und die Kanalisation. Das sei schon deshalb nötig, weil er viele Rohrbrüche gegeben habe und die Gehwege so schlecht seien, dass sogar haftungsrechtliche Fragen auftauchten.

Bürgermeister Zehner erläuterte, dass die Gemeinde bei der Erstellung eines Kanalkatasters auf den sehr schlechten Zustand der Kanäle gestoßen sei. Seinerzeit sei allerdings noch nicht absehbar gewesen, dass die Straßenausbaugebühren, die die Anlieger hätten zahlen müssen, wegfallen. "Ich habe auch noch keine Ahnung, wann, wie und wie hoch die Ersatz-Mittel für die Straßenausbaubeträge fließen" meinte dazu Matthias Kirchner.

Er möchte den dörflichen Charakter dieser Straße erhalten. Die Fahrbahn, zurzeit 6,50 Meter, ist ihm viel zu breit. Die Gehwege will er verändern und unterschiedlich breit anlegen. Er schätzt, dass die gesamten Baukosten rund 1,07 Millionen Euro betragen, verwies aber darauf, dass die Auftragsbücher der Firmen zurzeit sehr voll sind.

Der Gemeinderat bestätigte seine Vorplanung einstimmig. Eine Anliegerversammlung soll im
August oder September stattfinden. Kirchner kann sich einen Baubeginn Mitte 2019 vorstellen und geht Bauzeit von etwa einem Jahr aus.


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