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Münnerstadt
Projekt

Stillstand bei der Schweiz-Sanierung

Obwohl der Bauantrag genehmigt ist, geht es mit dem Vorhaben nicht weiter. Grund dafür sind Probleme mit der Förderung.
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Die so genannte Schweiz (links) soll zusammen mit dem Lutz-Haus (Mitte) als Erweiterung des Bayerischen Hofes dienen. Baurechtlich ist alles in Ordnung, aber es hängt an der Förderung. Thomas Malz
Die so genannte Schweiz (links) soll zusammen mit dem Lutz-Haus (Mitte) als Erweiterung des Bayerischen Hofes dienen. Baurechtlich ist alles in Ordnung, aber es hängt an der Förderung. Thomas Malz

"Es ist ein Schandfleck und es bleibt ein Schandfleck." Mit diesen Worten beschreibt Günter Schaub den Zustand der so genannten Schweiz, also das Haus Marktplatz 11. Dieses Gebäude gehört seiner Familie und seit langer Zeit ist geplant, das Hotel Bayerischer Hof, das ebenfalls der Familie Schaub gehört, um die Häuser Marktplatz 10 (Lutz-Haus) und die Schweiz zu erweitern. Mehr als fünf Millionen Euro wird dies kosten, wobei der Preis wegen der Hochkonjunktur in der Baubranche inzwischen auch schon höher liegen könnte. Weil die Häuser direkt am Marktplatz liegen, die Schweiz ein Einzeldenkmal ist und das ganze Ensemble ortsbildprägend ist, erhoffen sich die Schaubs natürlich Zuschüsse für das Vorhaben. Im Moment sieht es da allerdings nicht allzu gut aus.

Günter Schaub nimmt kein Blatt vor den Mund: "Ich werde immer älter, langsam habe ich die Schnauze voll." So lange es keine ordentliche Finanzierung für das Objekt gebe, könne er auch nicht anfangen. Voraussetzung für die mögliche Gewährung von Fördermitteln im Rahmen des Städtebaus war ein Wirtschaftlichkeitsgutachten. Das ist inzwischen vom Hotel- und Gaststättenverband erstellt worden und vor gut einem halben Jahr an die Regierung von Unterfranken gegangen. Beantragt werden Zuschüsse im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms immer von der Stadt Münnerstadt. "Wir haben noch keine Antwort", sagte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) dazu.

Günter Schaub beschwert sich darüber, dass er das Lutz-Haus und eventuell auch die Kelterhalle für das Projekt braucht. Nur sei die Stadt noch immer Eigentümer der beiden Immobilien. Dazu gebe es einen Stadtratsbeschluss und der sei Günter Schaub auch bekannt, heißt es dazu aus der Verwaltung. Offensichtlich ist die Stadt zum Verkauf bereit, knüpft daran aber Bedingungen. Günter Schaub sieht nur, dass es nicht weiter geht. Und dabei habe er schon Hunderttausende Euro in das Projekt investiert. "Das ist ja das Traurige: Man wird gezwungen, Geld aus dem Fenster zu schmeißen und dann heißt es: Ätsch, es geht nicht", schimpft er. Nun will der potenzielle Investor bei Mandatsträgern nachhaken, um die Sache wieder ins Rollen zu bringen.

"Der Bauantrag ist genehmigt, wir könnten morgen anfangen", sagt der Planer des Projektes, Andreas Halboth, dazu. Er will nun auch noch einmal bei der Regierung nachhaken, was aus dem Wirtschaftlichkeitsgutachten geworden ist und auch weitere Fördermöglichkeiten abklopfen. Das Hinauszögern des Projektes wirke sich negativ auf die Kosten aus. Damit meint der Architekt nicht nur die wahrscheinlich gestiegenen Baukosten. Fünf Prozent der Kosten für die energetische Sanierung wären über ein Sonderprogramm bezuschusst worden, für das sich Andreas Halboth mit dem Projekt erfolgreich beworben hatte. Weil dieses Programm bald ausläuft, sei der Zuschuss erst einmal weg.

Bei der Stadtverwaltung wird darauf verwiesen, dass die Kommune das Projekt genauso unterstützt habe, wie andere auch. So habe die Kommune wie immer in diesen Fällen den Eigenanteil der Sanierungswilligen für die vorbereitenden Untersuchungen in voller Höhe übernommen. Auch anderweitig sei die Stadt dem Investor entgegen gekommen, sagt Helmut Blank.

Also hängt alles nur an der Bearbeitung der Wirtschaftlichkeitsstudie bei der Regierung von Unterfranken? Auf Nachfrage unserer Zeitung, woran es denn liegt, gibt Pressesprecher Johannes Hardenacke eine überraschende Antwort: "Das Gutachten liegt vor und ist auch geprüft worden", sagt er. Das Ergebnis: Die Wirtschaftlichkeit des Projektes Marktplatz 11 lasse sich darstellen. Damit bestehe keine Möglichkeit, einen unrentierlichen Teil zu fördern. Im Klartext: Weil das Gutachten des Hotel- und Gaststättenverbandes besagt, dass sich das vergrößerte Hotel rechnet, gibt es keinen Cent aus dem Förderprogramm Stadtumbau West. "Das haben wir der Stadt auch mitgeteilt", sagt Johannes Hardenacke. Das sei bei einem Gespräch geschehen.

"Eine mündliche Information nehme ich nicht an", sagt Bürgermeister Helmut Blank dazu. Es sei unter Behörden üblich, dass schriftlich informiert wird. "Ich muss doch dem Stadtrat etwas vorlegen können." Auch die Regierung verlange immer schriftliche Belege. Er warte aber nicht nur auf die schriftliche Information. Vielmehr, so betont er, habe es bei einem Besuch von Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) geheißen, dass Günter Schaub das Gutachten erstellt, die Regierung es prüft und Gerhard Eck über das Ergebnis informiert wird. "Ich frage mich, ob das schon geschehen ist", sagt Helmut Blank.

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