Münnerstadt
Erste Hilfe

Schüler lernen Reanimation

Das Wichtigste ist: Keine Angst vor Fehlern, sondern Herzmassage durchführen. Nichts tun ist genau das Falsche.
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Burkard Kühn erklärt Emilia Kastl und Güller Babat die einzelnen Schritte zur Wiederbelebung.  Foto: Manfred Mellenthin
Burkard Kühn erklärt Emilia Kastl und Güller Babat die einzelnen Schritte zur Wiederbelebung. Foto: Manfred Mellenthin

Die nötigen Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem Herzstillstand aktiv zu üben und die Hemmschwelle aus Angst vor Fehlern nichts zu tun, zu reduzieren, waren die Ziele der "Tage der Wiederbelebung" an der Freiherr von Lutz Mittelschule, die von den über 200 Mittelschülern absolviert wurden.

Über 100 000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an einem Herzstillstand. Zehntausende von ihnen könnten gerettet werden, wenn die Ersthelfer sofort die richtigen Maßnahmen ergreifen. "Der einzige Fehler, den man wirklich machen kann, ist es, nichts zu tun", stellt Burkard Kühn, der stellvertretende Münnerstädter Bereitschaftsleiter im BRK-Kreisverband, fest. Im Bereich der Reanimation hinkt Deutschland in Europa deutlich hinterher. Nur 17 Prozent der Deutschen leisten bei einem Herzstillstand aktive Wiederbelebung, in den Niederlanden dagegen 63 Prozent.

Kühn, der zusammen mit seinem Kameraden Julian Albert die Ausbildung bei allen zehn Klassen der Mittelschule und den Lehrkräften durchführte, schulte die entscheidenden Maßnahmen, um einen Menschen nach einem Herzstillstand zu retten.

"Prüfen, Rufen, Drücken" waren die Schwerpunkte bei den 90-minütigen Ausbildungen pro Klasse, bei denen bei allen Schülern die Herzdruckmassage im Mittelpunkt stand. Bei der Herzdruckmassage soll man rund 100 bis 120 Mal in der Minute drücken und keinesfalls aufhören, bis Hilfe eintrifft, erläutert der Bereitschaftsleiter. Geschulte Helfer können auch eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen. "Das wäre dann das Optimale, am wichtigsten ist aber die Herzdruckmassage überhaupt zeitnah durchzuführen", sagt Kühn. "Nach drei Minuten ohne Blutversorgung beginnt das Gewebe im Gehirn aber schon abzusterben, nach fünf Minuten treten irreparable Schäden auf".

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