Thundorf
Tiere

Schlangen als Hausgenossen

Peter Höger aus Thundorf hat ein Faible für exotische Schlangen. In seiner Thundorfer Wohnung hält er diese Reptilien und findet, dass sie faszinierende Mitbewohner sind.
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Peter Höge präsentiert eine seiner Kornnattern. Foto: Philipp Bauernschubert
Peter Höge präsentiert eine seiner Kornnattern. Foto: Philipp Bauernschubert
Eine Kornnatter imWohnzimmer ist nicht Jedermanns Sache. Für Peter Höger aus Thundorf aber ist das ganz normal. Er hat ein seltenes Hobby. Er hält sich in seiner Wohnung Schlangen.
"Manchmal, kann ich regelrecht sehen, wie weiß im Gesicht meine Gesprächspartner werden, wenn ich von meinen Schlangen rede", sagt Peter Höger. Schlangen als Haustiere, da werde er oft gefragt, warum es gerade diese Tiere sein müssen. Doch für den gebürtigen Münchner sind Reptilien ganz normale Haustiere. "Was für den einen sein Hund oder seine Katze ist, sind für mich eben die Schlangen", erklärt er. Die Haltung sei bei weitem nicht mehr so exotisch wie vor 20 Jahren. Und die Kriechtiere seien nicht anspruchsvoll, findet der Schlangenhalter.


Hobby seit 2011

Angefangen hat alles 2011, als ein Freund und Bekannter, der selbst Schlangen in seiner Wohnung hält, ihn auf dieses Hobby gebracht hat. "Mir war von vorne herein bewusst, dass die Schlangen keine Kuscheltiere sind, aber faszinierende Mitbewohner", meint Peter Höger.
Derzeit hält der Thundorfer drei Kornnattern mit einer Länge von je 1,20 Meter, eine Kaiser Boa (1,80 m) und eine Madagaskar Boa (ca. 2,10 m). Untergebracht sind die Tiere in drei verschiedenen Terrarien, die zur Grundausstattung jeder Schlangenbehausung gehören. Dazu gehören die Licht- und Wärmequellen. Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium beträgt ca. 60 bis 80 Prozent und die Temperatur wird mit separaten Heizstrahlern ca. 30 Grad gehalten.


Mäuse als Futter

Der Pflegeaufwand sei bei Schlangen sehr gering, findet Höger. "Wichtig ist, dass man regelmäßig das Wasser wechselt und das Terrarium vom Kot befreit." Die Grundreinigung erfolgt vierteljährlich und einmal im Jahr muss er das Terrarium komplett reinigen und den Bodengrund austauschen. Die Kornnattern sind im Wohnzimmer und die beiden Boas in einem weiteren Zimmer der Wohnung untergebracht.
Die Anschaffungskosten je Schlange betragen laut Höger zwischen 100 und 150 Euro und der monatliche Aufwand für Fressen und Strom ca. 25 Euro. Die Fütterung ist etwas kniffelig: "Meine Kornnattern und die Kaiserboa bekommen einmal wöchentlich gefrostete oder lebende Mäuse, die Madagaskar Boa monatlich eine Ratte, die ich im Zoogeschäft Schweinfurt hole und dann verfüttere", erklärt Peter Höger.
Der Schlangenfreund hat ein großes Nachschlagewerk an Büchern und Zeitschriften über Schlangen. Er weiß deshalb, dass bei der Haltung von Schlangen zahlreiche Aspekte beachtet werden müssen. Er weiß auch, dass die Madagaskar Boa unter dem Washingtoner Artenschutzabkommen steht und dass bei diesen Tieren der deutsche Geburtennachweis erbracht werden muss. Verboten in diesem Fall ist die Haltung aus einem Wildfang. "Diese Reptilienart ist akut vom Aussterben bedroht", weiß Höger zu berichten, sodass der kommerzielle Handel verboten ist. Nur in speziellen Fällen werden Ausnahmen von diesem Verbot erteilt, zum Beispiel für Nachzuchten. Für alle Reptilien gelten daneben die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Neben dem Schlangenhobby ist der 50-jährige Noch-Single Peter Höger auch im öffentlichen Leben engagiert, so beim TSV Thundorf, wo er Beisitzer ist und zwei Jahre auch den Vorsitz inne hatte.
Ferner war er jahrelanger Vorsitzender des Thundorfer Brauhausstammtisches. Zudem ist er bekennender Fan und Mitglied beim FC Bayern München.


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