Reichenbach bei Münnerstadt
Jubiläum

Reichenbach: Zurück in die Vergangenheit

Die Feuerwehr Reichenbach feiert ihr 140-jähriges Bestehen unter anderem mit einer Ausstellung historischer Feuerwehrfahrzeuge. Die hochrangigen Gäste lobten unter anderem die gute Zusammenarbeit mit anderen Wehren aus Nachbarorten.
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Diese historische Handdruckspritze von 1893 mit  Feuerwehrmann in der zur Zeit passenden Uniform  gab es unter anderem  bei der Ausstellung historischer Fahrzeuge anlässlich des 140-jährigen Jubiläums der Freiwilligen feuerwehr Reichenbach zu sehen. Foto: Sigismund von Dobschütz
Diese historische Handdruckspritze von 1893 mit Feuerwehrmann in der zur Zeit passenden Uniform gab es unter anderem bei der Ausstellung historischer Fahrzeuge anlässlich des 140-jährigen Jubiläums der Freiwilligen feuerwehr Reichenbach zu sehen. Foto: Sigismund von Dobschütz
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Mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Michael begannen am Samstag in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste die dreitägigen Feierlichkeiten zum 140-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Reichenbach. Ein weiterer Höhepunkt war am Sonntag die Ausstellung historischer Gerätschaften und Feuerwehrfahrzeuge. Am Montag,5. August, endet des Fest mit dem Seniorennachmittag und einem abendlichen Kesselfleischessen.

Vor 140 Jahren entschlossen sich am 5. Oktober 1879 die Einwohner Reichenbachs zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Doch es dauerte dann doch noch einige Monate, bis am 16. Mai 1880 die ersten 28 Freiwilligen durch Ablegen eines Handgelöbnisses ihren aktiven Dienst in der Wehr antraten. Heute kann Kommandant Manuel Gessner im Notfall auf 59 Aktive zurückgreifen. Auch der Nachwuchs ist mit sechs Jungen und drei Mädchen in der Jugendfeuerwehr noch recht gut aufgestellt.

Diese vergleichsweise hohe Zahl an Aktiven würdigte Kreisbrandrat Benno Metz in seinem Grußwort zu Beginn des Festes. In Anbetracht sinkender Freiwilligenzahlen bei Feuerwehren im ländlichen Raum lobte er besonders die gute Zusammenarbeit mit dem benachbarten Windheim und die problemlose Einbindung der dortigen Löschgruppe in die Reichenbacher Wehr. "Solche Fusionen werde es in Zukunft wegen fehlender Führungskräfte häufiger geben", stellte der Kreisbrandrat fest, weshalb er in Gesprächen immer beispielhaft auf Reichenbach und Windheim verweise. Metz dankte den Wehrleuten für ihren Einsatz "auch an Feier- und Festtagen". Erfreulicherweise werde die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren in der Bevölkerung hoch geschätzt. So steht auch im kürzlich veröffentlichten zweiten Gemeinwohl-Atlas die Feuerwehr nach einer repräsentativen Umfrage wieder an erster Stelle aller Organisationen.

Landrat Thomas Bold (CSU) meinte in seinem Grußwort, die moderne Technik werde den Menschen nicht vollständig ersetzen können. "Vieles funktioniert eben nur in der Gemeinschaft." Auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (CSU), der Reichenbacher Feuerwehr über deren zweiten Kommandanten Christian Nöth familiär verbunden und schon beim 100. Gründungsfest vor 40 Jahren dabei, meinte: "Hätte man die Feuerwehr nicht, müsste man sie neu erfinden." Dotzel wünschte den Reichenbachern "auch in Zukunft eine funktionsfähige Feuerwehr". Er hoffe, dass offensichtliche Probleme bei Elektroautos bald gelöst und deren Herstellung verbessert werde, dass Fahrzeuginsassen nach Unfällen von der Feuerwehr auch ohne eigene Gefahr für Leib und Leben gerettet werden können.

Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank (CSU) dankte den Reichenbacher Wehrleuten für ihren freiwilligen Einsatz, wollte aber den geselligen Festbetrieb zur Musik der Gruppe "Schütt die Brüh noo" nicht durch ein langes Grußwort aufhalten, "zumal Pater Marcel Holzheimer in seiner Predigt schon alles gesagt hat". Schließlich überreichte Ehrenkommandant Eduard Wiener dem Feuerwehrverein drei Fotos zur Chronologie seines neuen Feuerwehrhauses. Kommandant Gessner und Vorstand Bieber dankten ihm mit einem Krug für den von ihm gegründeten Stammtisch der Feuerwehr-Senioren.

Nach der für viele Besucher recht kurzen Nacht stand der ruhigere Sonntag ganz im Zeichen der Ausstellung historischer Löschfahrzeuge, Gerätschaften und Uniformen. Ein Dutzend Fahrzeuge von 1890 bis 1990 standen entlang der Hauptstraße aufgereiht. Originelle Blickfänger waren die beiden Handdruckspritzen aus der Zeit um 1900. Kommandant Manuel Gessner ließ es sich nicht nehmen, nachmittags in stündlichen Führungen die verschiedenen Fahrzeugen zu erläutern, von denen eines sogar aus dem 250 Kilometer entfernten Landkreis Ludwigsburg gekommen war.

Am Montag geht das dreitägige Jubiläumsfest ab 14 Uhr mit dem Seniorennachmittag weiter und endet abends mit einem Kesselfleischessen zur zünftigen Musik der Bläsergruppe "Ä'weng" aus Wirmsthal.

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