Münnerstadt
Wandern

Raritäten: So zart und doch so explosiv

Botanische Raritäten auf Schritt und Tritt: Auf den Wiesen um Münnerstadt gedeiht die "Feuerpflanze" Diptam.
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Das Rautengewächs Diptam kann sich bei starker Sonneneinstrahlung entzünden. Auslöser sind die ätherischen Öle, die die seltene Pflanze verströmt. Zu finden ist die "Feuerpflanze" vor den Toren Münnerstadts auf den Wiesen des Lautertals. Heike Beudert
Das Rautengewächs Diptam kann sich bei starker Sonneneinstrahlung entzünden. Auslöser sind die ätherischen Öle, die die seltene Pflanze verströmt. Zu finden ist die "Feuerpflanze" vor den Toren Münnerstadts auf den Wiesen des Lautertals. Heike Beudert
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Münnerstadt ist ein Paradies für Natur- und Wanderfreunde. Auf den Wiesen rund um die malerische, mittelalterliche Stadt gedeiht eine Fülle an botanischen Raritäten. Zu den Besonderheiten zählt die seltene "Feuerpflanze" Diptam. Das zart blühende Rautengewächs kann sich selbst entzünden.

Der Dictamnus albus begeistert mit seinem leuchtenden lila Farbton und seinen filigranen Blüten. Der Diptam ist eine ausdauernde krautige Pflanze und eine der wenigen heimischen Vertreter der Familie der Rautengewächse Rutaceae, zu der auch Zitrusfrüchte und Weinraute gehören.

Schon von weitem verrät der intensiv zitronig-zimtige Duft an warmen, sonnigen Tagen im Mai und Juni, wo der Diptam wächst. Die Drüsen entlang der Pflanze verströmen starke ätherische Öle. Ohne dass die Pflanze zu Schaden kommt, kann sich der Diptam bei Hitze, hoher Sonneneinstrahlung und Windstille durch diesen "Dunst", der die Pflanze wie eine Wolke umgibt, sogar entzünden. Daher erhielt sie auch den Namen "Flammender" oder "Brennender Busch" und "Feuerpflanze". Manche nennen den stattlichen Diptam, dessen unverzweigte, aufrechte Stängel bis zu 120 Zentimeter hoch wachsen können, auch "Aschwurz" oder "Eschenwurz".

Wer von Münnerstadt Richtung Süden in das mit Wäldern, Wiesen und Bergen umsäumte Lautertal wandert, kann am Fuße der südlichen Rhön eine abwechslungsreiche Landschaft bewundern. Auf Grund der warmen Lage und kalkreichen Böden ist die Flora hier besonders artenreich. Im Sommer wechseln botanische Raritäten mit klangvollen Namen, wie Weißes Waldvögelein, Kuckuckslichtnelke, Ährige Teufelskralle, Gemeine Pestwurz oder Türkenbundlilie die bereits im Frühjahr blühenden Märzenbecher, Küchenschellen oder hohler Lerchensporn ab.

Entdecken können Wanderfreunde das kostbare Stück Natur zum Beispiel auf dem Wacholder-Wanderweg durch das Naturschutzgebiet Wacholderheiden. Oder mit der Extratour Michelsberg, ein Abstecher vom bekannten Premiumwanderweg Hochrhöner. Infos unter www.muennerstadt.de

Hintergrund: Das unterfränkische Münnerstadt liegt idyllisch vor den Toren des Biosphärenreservats Rhön. Die 8,8 Kilometer lange Extratour Michelsberg führt direkt an der Stadt vorbei und bildet den Anschluss an den bekannten Premiumwanderweg Hochrhöner. Viele weitere gut ausgeschilderte Wander- und Radwanderwege wie der Wacholder-Wanderweg führen in und um die mittelalterliche Stadt. In Münnerstadt gibt es zudem gute Übernachtungs-, Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten. Ebenso einen Bahnanschluss. Von Mai bis Oktober verkehrt an den Wochenenden und feiertags außerdem der Bäderlandbus (www.baederlandbus.de).

Kontakt Stadtmarketing und Tourismus Münnerstadt, Tel. 09733 / 787482, www.muennerstadt.de

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