Maßbach
Kultur

Neuer Name für lebendiges Theater

Unter "Theater Schloss Maßbach - Unterfränkische Landesbühne" firmiert ab der neuen Spielzeit das Maßbacher Theater. Der geänderte Name und ein modernes Logo unterstreichen die neuen Konzepte und den Kulturauftrag für die Region.
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Auf dem Weg zum Maßbacher Theater begrüßt die Besucher schon das neue Logo. Foto: Werner Vogel
Auf dem Weg zum Maßbacher Theater begrüßt die Besucher schon das neue Logo. Foto: Werner Vogel
Anne Maar beschreibt die Besonderheiten des Theaters im Schloss Maßbach mit heißem Herzen und kühlem Verstand: "Wir leben einerseits aus der Tradition, bewahren die Idee der Gründer und meiner Großeltern." Namen wie Oskar Ballhaus, Lena Hutter und Herbert Heinz prägen die Geschichte des Theaters. "Unser Konzept ist längst umfänglicher geworden, aber das, was uns außergewöhnlich macht, bleibt", meint die Theaterleiterin und fügt hinzu: "Wir müssen das, was wir machen, auch gut vermarkten", sagt Maar.


Moderner und vielseitiger

"Eine stetige Veränderung begleitet unser Bestreben, Theater mit Anspruch und Niveau für die Region zu sein. Um im Meer der Theaterlandschaft - die einem Haifischbecken gleicht - zu bestehen, müssen wir alles, was uns auszeichnet, dem Interessenten auch vermitteln", begründet Anne Maar die Namensänderung. "Vor allem einem Publikum, das uns nicht kennt, erscheint uns der bisherige Name ,Fränkisches Theater‘ doch zu sehr an Mundart-Theater zu erinnern", sagt Maar.
Der Zusatz "Unterfränkische Landesbühne" unterstreiche, "dass wir durch Gastspiele in Franken und darüber hinaus die Funktion einer Landesbühne mit kulturellem Auftrag haben. Er unterstreicht aber auch unseren starken Bezug zur Region. Einen festen Träger, wie andere Theater, haben wir nicht und müssen uns die Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Kunst, des Bezirks Unterfranken, der Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt, der Stadt Schweinfurt und des Marktes Maßbach immer wieder neu ,erspielen‘".
Die Idee der Gründer, das Theater im Schloss, wo man zusammen wohnt und arbeitet, wird in Maßbach immer noch verwirklicht. Das ist ein Pfund, mit dem man durchaus wuchern kann. "Dass wir dabei moderner und vielseitiger geworden sind, soll das neue Logo unterstreichen." Christoph Thein und Dorothea Constanze Vöhringer haben es aus einem halben Hundert Vorschlägen designt, erzählt die Theaterchefin. Da steht das stilisierte "T" für Theater und Tradition, ein Scheinwerferkegel und zwei neugierige Augen in Form eines "M" für Maßbach und wohl auch für das darüberhinausgehende "Mehr", wie beispielsweise die Theaterpädagogik, die inzwischen einen beachtlichen Raum einnimmt, die besondere Reihe im Pferdestall, wo Ensemblemitglieder eigenständige Produktionen verantworten oder der Theaterjugendclub, der in die zweite Saison geht. Neu ist auch, dass die Theatermaus Caruso schon Kinder zwischen 9 und 12 zum CarusoClub mit einer ersten Theaterproduktion einlädt. "Die Grundschule Wasserlosen und die Realschule Haßfurt sind unsere Partner", sagt Maar.
Auch die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Schweinfurt stehe für das "Mehr" und habe sich erfreulich entwickelt. Gemeinsame Projekte gehören dazu; und auch, dass einige Ensemblemitglieder als Lehrbeauftragte Stunden für Improvisation, Wahrnehmung und Körpersprache geben: "Wir entwickeln weitere Ideen, eine Zusammenarbeit mit Maria Bildhausen entsteht, und wir denken darüber nach, ob wir einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten können", sagt Maar.


Neues Ticketsystem

Zur neuen Spielzeit, die am 11. September beginnt, ist ein Ticketsystem installiert, mit dem der Besucher seine Karten auch online kaufen kann, erklärt Sebastian Worch, Dramaturg, langjähriger Fahrensmann des Theaters und Bindeglied für Tradition und Moderne. Dass man in den sozialen Netzwerken mitmischt, ist schon fast keine Nachricht mehr. Anne Mahr: "Das Konzept besteht schon länger, aber die stetige Veränderung tragen wir jetzt mit neuem Namen und Logo nach draußen."


Beachtliche Vielfalt kennzeichnet die neue Maßbacher Theatersaison

Neuer Name, neues Logo, brandheiße Jugendstücke, Produktionen zu Themen der Zeit, die Wiederaufnahme erfolgreicher Inszenierungen, Kinderstücke und Klassiker: Das Theater Schloss Maßbach schlägt ein erstaunliches Tempo an und bringt eine beachtliche Vielfalt zur Aufführungen.
Mit Stella Seefried inszeniert eine ganz junge Regisseurin "4YourEyesOnly", ein Stück über Cybermobbing, und Altmeister Augustinus von Loë führt Regie bei "Foxfinder", einer Geschichte aus der nahen Zukunft mit Charakteren aus der Vergangenheit.
Thriller, Schwank und Komödie auf der Freilichtbühne, Subtiles und Romantisches im intimen Theater, Provozierendes im Jugendtheater im Pferdestall und viele Gastspiele in ganz Franken: Anne Maar und die Maßbacher spannen ihren selbstverpflichteten Auftrag als Kulturversorger der Region mit einem ganz weiten Bogen.


Am 11. September geht's los

Beginn ist am 11. September mit "Misery", der Stephen-King-Geschichte um Grusel, Horror und makabrem Humor, die im September und Oktober im Intimen Theater und auf Gastspielen gegeben wird. Regisseur Friedrich Bremer verspricht "einen spannenden Theaterabend". "Tschick", das überaus erfolgreiche Jugendstück von Wolfgang Herrndorf und "WertherSchlachten", der Briefwechsel von der unglücklichen Liaison des jungen Werther mit Charlotte S., die das Möööp-Theater Frankfurt in Kooperation mit den Maßbachern zeigt, wird an verschiedenen Terminen im Theater im Pferdestall und auf Gastspielen zu sehen sein.
"Ein poetischer Traum im Mondlicht, voller Melancholie, Liebe und unerfüllter Sehnsucht", so beschreibt Rolf Heiermann seine Regie für "Ein Mond für die Beladenen" von Eugene O'Neill. Zu sehen im intimen Theater im Oktober und November. In der Lauertalhalle und auf Gastspielen wird "Die kleine Hexe", das beliebte Kinderstück von Otfried Preußler, gezeigt. Susanne Pfeiffer führt Regie bei der liebenswert frechen Geschichte, die so gut in die Vorweihnachtszeit passt.
Alfred Hitchcock und John Buchan haben die Krimikomödie "Die 39 Stufen" geschrieben. Ein James-Bond-Abenteuer mit unglaublichen Szenen im schottischen Hochmoor, "eine theatrale Herausforderung", die Thomas Klischke mit nur vier Schauspielern zu meistern hat. Mit "Andorra" wird eines der wichtigen Theaterstücke, die nach dem 2. Weltkrieg entstanden sind, im April/ Mai aufgeführt. Sandra Lava führt Regie und zeigt die Parabel übers Anderssein aus heutiger Sicht.


Zum Schluss ein Schwank

Drinnen und draußen gibt's im Mai und Juni viel zu lachen bei der Komödie "Die beiden Draufgänger" von Neil Simon. Der auch als Schauspieler vielbeschäftigte Ingo Pfeiffer führt Regie. Im Sommer steht "Otello darf nicht platzen" von Ken Ludwig auf dem Spielplan. Die schwungvolle Komödie mit Opernmusik und umwerfender Tür-auf-Tür-zu-Dramatik rund um die Bretter, die die Welt bedeuten, inszeniert Rolf Heiermann.
Kinder und Erwachsene dürfen sich gleichermaßen auf die Streiche von "Max und Moritz" freuen. Christian Schidlowsky zeigt mit seinem Ensemble auf der Freilichtbühne die Bubengeschichten um Witwe Bolte, Lehrer Lämpel und Schneider Böck.
Mit "Hurra, ein Junge" beendet das Theater Schloss Maßbach die Saison 2015/ 2016. Den Berliner Schwank des Autorenduos Franz Arnold/ Ernst Bach um den unehelichen Sohn Pappenstiel, der so viel Verwirrung stiftet, inszeniert wieder Ingo Pfeiffer.
Karten für alle Stücke können jetzt auch im Internet unter www.theater-massbach.de gebucht werden. kwv





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