Münnerstadt
Karneval

Narren sichern das Rathaus

Elferrat und Garden der Kolpingsfamilie eröffneten die Faschingssaison unter dem Motto "1250 Jahre. Mürscht - immer eine gute Wahl" .
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Mit Absperrbändern ließ Sitzungspräsident Andreas Albert bei der  Karnevals-Eröffnung das Rathaus Münnerstadt absperren. Foto: Dieter Britz
Mit Absperrbändern ließ Sitzungspräsident Andreas Albert bei der Karnevals-Eröffnung das Rathaus Münnerstadt absperren. Foto: Dieter Britz
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Ist das Rathaus einsturzgefährdet oder können Steine herunterfallen, ähnlich wie am Jörgentor? Diese bange Frage stellte sich wohl mancher, der am Samstagmittag am Rathaus vorbeiging und vielleicht aus Sicherheitsgründen lieber etwas Abstand gehalten hat, weil das Gebäude rundherum mit 500 Meter weiß-rotem Absperrband blockiert war. Dahinter steckte der Kolping-Elferrat, also kann es so schlimm wohl nicht sein. Er ließ das Gebäude während der Karnevals-Eröffnung von einigen jungen Damen mit besagtem Band umwickeln, während eine "Sicherheitswacht" mit gelben Warnwesten und Nägeln mit Köpf auf dem Rücken das Rathaus abschirmte.

Wie immer begann die Karnevals-Eröffnung, die bekanntlich in Münnerstadt immer erst am ersten Samstag nach dem 11.11. stattfindet, am Oberen Tor. Dort sammelten sich der Elferrat, viele Mitglieder der Garden und weitere Narren. Abgesichert von der Feuerwehr und angeführt von einem Traktor mit dem Motto dieser Saison "1250 Jahre. Mürscht - immer eine gute Wahl" zog der Umzug durch die Kissinger und Veit-Stoß-Straße bis vor das Rathaus. Auch einige Zuschauer säumten die Straßen, freuten sich über den Umzug und applaudierten. Bei diversen Zwischenstopps vor Geschäften wurden die Narren wie gewohnt reichlich mit Getränken versorgt. Dem Anlass entsprechende Schlager ("eins, zwei, gsuffa", "Schatzi, schenk mir ein Foto" oder "wir spielen Cowboy und Indianer") durften natürlich nicht fehlen und sorgten für Stimmung.

Das Motto zu erklären, sei nicht leicht, "dafür braucht man Fantasie und Kraft" räumte Sitzungspräsident Andreas Albert ein, als er auf der Rathaustreppe, flankiert von Mitgliedern des Elferrates, die zahlreichen Anwesenden willkommen hieß. Dass Mürscht schon immer eine gute Wahl war, "das war von den Menschen in der Jungsteinzeit klar", wusste er. Eines ist ihm jedoch ein Rätsel: "doch zog es die Steinzeit-Menschen eher in den Osten dieser Stadt. Was das wohl zu bedeuten hat?"

Schirmherr bei den Jubiläumsfeierlichkeiten ist bekanntlich Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Alberts Kommentar dazu: "Ob er am Neujahrsempfang wirklich kommt zum Stenayer Platz? Der Narr spricht's aus in einem Satz: wenn er denn dann findet das verschlafene Nest, kommt er bestimmt zu eurem Fest. Spielt die Musik in der Aula nicht zu laut, nicht, dass es von der Decke den Putz runterhaut". Und er klagte auch "nicht mehr viel geblieben vom Ruhm und Glanz vergangener Tage. Wie konnte das geschehen, stellt sich der Narr hier die Frage... Geschlossen oder gar abgerissen wird hier so manches Haus ... Vor Jahren, wir haben es schon prophezeit, Münnerdorf ist nicht mehr weit". Natürlich durfte die Elferrats-Garde unter der Leitung von Monika Petsch nicht fehlen. Sie begeisterte die Gäste und Zuschauer, die sich auf dem Marktplatz eingefunden hatten, mit einigen Garde-Tänzen und bekam dafür viel Applaus. "Wollt ihr noch mehr von unseren Garden sehen, dann müsst ihr nächstes Jahr zum Jugendhaus gehen", lockte Andreas Albert. Dort finden am 15. und 16. Februar 2020 die Faschingssitzungen der Kolpingfamilie statt. Auch die "vereinigte Stadtrat-Opposition" (Freie Wähler, SPD und Forum Aktiv) war auf dem Marktplatz vertreten und versorgte die Gäste mit kalten und vor allem mit heißen Getränken. Auch das gehört zur Karnevalseröffnung: Nach der Veranstaltung auf dem Marktplatz trifft man sich zum Mittagessen. Deshalb zogen der Kolping-Elferrat und viele sonstige Narren in den extra geöffneten Deutschherrenkeller.

Keine Karnevals-Eröffnung ohne Klaus Mültner aus Mellrichstadt! Der Beirat im Fastnachtsverband Unterfranken kam wieder mit einer Schatzkiste voller Orden, um Närrinnen und Narren auszuzeichnen, die sich in der einen oder anderen Form besondere Verdienste um den Karneval erworben hatten. Anneliese Albert und Norbert Gopp bekamen den Verdienstorden des Fastnachtsverbandes Unterfranken. Der Verbandsorden ging an Wolfgang Bayer, Mario Fleischmann und Marvin Linus Richter. Mit der Jugendauszeichnung wurden Katharina Bauer und Johanna Mayer bedacht. Mültner selbst bekam den Münnerstädter Orden der Saison 2020.

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