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Münnerstadt
Bildung

Musikschule platzt aus den Nähten

So viele musikbegeisterte Kinder und Jugendliche gab es noch nie an der Städtischen Musikschule. Jetzt wird es in der Zehntscheune richtig eng.
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Volle Konzentration beim Violinenensemble: Bei der "Serenade im Schloss" zeigen die jungen Musiker der Städtischen Musikaschule Münnerstadt, was sie gelernt haben. Archiv/Peter Klopf
Volle Konzentration beim Violinenensemble: Bei der "Serenade im Schloss" zeigen die jungen Musiker der Städtischen Musikaschule Münnerstadt, was sie gelernt haben. Archiv/Peter Klopf

Thomas Reuß kann zufrieden sein. "Wir haben Tage, da sind alle Räume durchgehend belegt", sagt er. Und mit alle meint der Leiter der Städtischen Musikschule Münnerstadt wirklich alle, einschließlich dem kleinen Raum, der eigentlich als Lehrerzimmer vorgesehen ist. Da steht inzwischen auch schon ein Schlagzeug. Es sind 380 bis 390 Musikschüler, die in die Zehntscheune kommen", sagt er. Inzwischen gibt es sogar eine Warteliste.

Aus Münnerstadt, den Stadtteilen und den umliegenden Gemeinden kommen die jungen Musiker. "Ich denke, dass wir den Rekord brechen, wenn ich genügend Lehrer hätte, wäre das schon geschehen", sagt Thomas Reuß. Das ist ein Problem. "Wir arbeiten in den letzten Jahren verstärkt mit Kindergärten, Schulen und Musikvereinen zusammen." Diese Arbeit zahlt sich zwar aus, für Projekte, wie die "musikalische Früherziehung" oder "Wir musizieren" werden natürlich ebenfalls Lehrer gebraucht, vor allem elementare Musikpädagogen. "Wir haben inzwischen Anfragen von Kindergärten, die schon eine Gruppe gebildet und einen Raum zur Verfügung haben." Nur fehlt es an Pädagogen. "Wir sind nach wie vor auf der Suche nach Lehrkräften, ganz generell", betont Thomas Reuß. Denn auch in anderen Fächern sei es ziemlich knapp geworden. 20 Lehrer unterrichten inzwischen an der Musikschule, die meisten bilden auch Kinder an anderen Schulen aus.

Besonders gefragt sind derzeit Blasinstrumente allgemein, in diesem Jahr auch vermehrt Blechblasinstrumente, sagt Thomas Reuß. In anderen Jahren waren Keyboard und Schlagzeug sehr beliebt. "Das ist ein natürlicher Wechsel." Der Run auf die Musikschule sei eine Folge der Kooperation mit den Kindergärten, Schulen und Musikvereinen. Auch die Verweildauer sei länger geworden,. "Das spricht für die Lehrer. Der Musikschulleiter zieht ein absolut positives Resümee. "Wir müssen uns nicht verstecken, wir haben in den letzten Jahren gut gearbeitet." Das zeige sich ja auch bei den Auftritten beim Stadtfest oder bei der Serenade im Schloss. Die Zusammenarbeit mir dem Stadtmanager Kilian Düring und den Kulturmanager Nicolas Zenzen sei hervorragend, lobt Thomas Reuß und nennt als Beispiel die Serenade im Schloss. "Ich habe nur Bescheid gesagt, alles andere haben sie im Schloss erledigt." Unter diesen Voraussetzungen kann der Musikschulleiter natürlich entspannt in die Zukunft sehen. So ist im nächsten Jahr die Serenade im Schloss für die größeren Ensembles geplant, dazu soll es einen Kammermusikabend für kleine Gruppen und Solisten in der Alten Aula gebe. Dazu wird schon das nächste Stadtfest vorbereitet und vor allem die 1250-Jahrfeier im Jahr 2020.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber doch: die Raumsituation. Neben dem Platzmangel macht den Lehrern und Schülern die Hellhörigkeit in den Räumen der Zehntscheune zu schaffen. Deshalb hofft Thomas Reuß, dass die Musikschule in absehbarer Zeit in die ehemalige Landwirtschaftsschule unmittelbar neben der Grund- und Mittelschule umziehen kann. Er hat sich auch schon Gedanken gemacht. Wünschenswert wäre es, wenn beim notwendigen Umbau ein kleiner Konzertsaal entsteht, denn daran mangele es in Münnerstadt. "In der Alten Aula ist die Akustik schlecht und die Mehrzweckhalle ist zu groß für viele Konzerte. Ein Vorteil: Parkplätze seien an der Landwirtschaftsschule vorhanden, die Räume könnten entsprechend der Instrumente hergerichtet werden. "Ein Schlagzeug braucht eine andere akustische Dämmung als eine Blockflöte." Damit die Stadt nicht immer nur investieren muss, sondern eventuell auch Einnahmen hat, könnte die neue Musikschule für Probewochenenden vermietet werden, wenn man die Übernachtungsbetriebe mit einbindet, schwebt dem Musikschulleiter vor. Ideen hat er viele.

Diese Engagement weiß Bürgermeister Helmut Blank (CSU) zu schätzen. "Thomas Reuß genießt bei mir und beim gesamten Stadtrat eine hohe Wertschätzung", betont er. "Er macht einen unglaublich guten Job." Die Städtische Musikschule einschließlich ihrem Leiter sei eine feste Instanz, an der nicht gerüttelt werde, auch wenn die Stadt jedes Jahr ein Defizit zu verzeichnen hat. "Die Musikschule ist sicher, zu 100 Prozent", betont Helmut Blank. "Für die musikalische Ausbildung und den Schulstandort Münnerstadt ist die Musikschule einfach verpflichtend."

Nach wie vor schwebt ihm vor, dass die Musikschule von der Zehntscheune in die ehemalige Landwirtschaftsschule umzieht. Konkretes gebe es dazu aber noch nicht. Deshalb will Helmut Blank das Gespräch mit Vertretern des Sanierungsbeauftragtenbüros suchen und abklären, welche Fördermittel es für den Umbau und den Umzug geben könnte. Dem Büro sei das Vorhaben bereits bekannt, das ganze Areal ist im Förderprogramm "Stadtumbau West", so Helmut Blank. Er möchte, dass auch die Stadtkapelle Münnerstadt in die Konzeption mit eingebunden wird. Die Lage der Landwirtschaftsschule unmittelbar neben der Grund- und Hauptschule sei genial.

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