Münnerstadt
Reihe

Münnerstädter Bestatterzentrum: Großes Interesse an der Führung

Ein regelrechter Besucheransturm war bei der letzten Besichtigung im Rahmen der städtischen Veranstaltungsreihe "oh!wieschönistmünnerstadt" zu verzeichnen.
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Rosina Eckert führte die Gäste durch das Münnerstädter Ausbildungszentrum für Bestatter.: Kilian Düring
Rosina Eckert führte die Gäste durch das Münnerstädter Ausbildungszentrum für Bestatter.: Kilian Düring
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An die 50 Interessierte waren in das Ausbildungszentrum der Bestatter gekommen, um diese weithin bekannte Einrichtung näher kennenzulernen.

Rosina Eckert bot ihnen eine umfangreiche Führung durch die Gebäude, erklärte, was die Ausbildung zu den verschiedenen Berufen rund um das Bestattungswesen alles beinhaltet, und beantwortete die zahlreichen Fragen rund um das Thema Tod und Bestattung. Diese reichten von der Seebestattung über die mögliche Aufbahrungsdauer Verstorbener bis hin zu den Verdienstmöglichkeiten als Bestatter.

Auch wenn die Thematik eine ernste ist, gelang es Eckert, dem Motto der Veranstaltung entsprechend, die "schönen" Aspekte des Bestatterzentrums herauszustellen. Dies fängt bei den Gebäuden an: Der unter Denkmalschutz stehende Altbau beherbergte bis 1974 das Münnerstädter Kreiskrankenhaus und dient heute als Gästehaus des Zentrums mit 18 Zimmern, einem Speisebereich und der gemütlichen Zirbelstube. Neben den dortigen 3000 Übernachtungen pro Jahr, bucht das Bestatterzentrum für Auszubildende und Dozenten zusätzlich 4000 Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben der Stadt. Damit sei es nicht nur ein Aushängeschild für die Stadt, sondern auch ein durchaus bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Im 2005 eröffneten Neubau befinden sich die Schulungsräume. Die moderne Architektur bildet einen reizvollen Gegensatz zum benachbarten dicken Turm. Der positive Eindruck wird durch die gepflegte Gartenanlage noch unterstrichen. Interessant waren die Einblicke in die Räume für Warenkunde, die Materiallager, die Werkstatt, die Übungskapelle sowie die Hygieneräume, allesamt bestens ausgestattet und in vorbildlicher Ordnung.

Die Anfänge der Bestatterausbildung in Münnerstadt gehen bereits in das Jahr 1994 zurück, als der Lehrfriedhof durch den bayrischen Bestatterverband angelegt wurde. Insgesamt ist das Bestattungswesen und damit auch die Ausbildung stark geprägt durch die gesellschaftlich kulturellen Veränderungen der vergangenen Jahre. Wurden traditionell sämtliche Verrichtungen rund um die Bestattung von Verwandten, Geistlichen, dem Schreiner und dem Totengräber ausgeführt, liege heutzutage das Meiste davon in den Händen von professionellen Bestattungsunternehmen, so die Referentin. Deren wichtigste Aufgabe bestehe im sensiblen Umgang mit den Hinterbliebenen und der pietätvollen Durchführung der Trauerfeier. Besonders die zunehmende Zahl von Angehörigen unterschiedlicher Religionen, bzw. Konfessionsloser ist eine Herausforderung für jeden Bestatter.

Durch die intensive Beschäftigung mit dem Tod war die Besichtigung sehr bewegend, was sich an der Aufmerksamkeit aller Anwesenden ablesen ließ. Aber es gab durchaus auch Momente, an denen gelacht wurde, und man konnte mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, dass es bestens geschulte Menschen gibt, die alles dafür tun, den Abschied von einem lieben Menschen in würdiger Weise zu gestalten.

An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Besichtigung des Bestatterzentrums zum Teil falsch für den 25. Juli angekündigt wurde. An diesem Termin findet jedoch keine Veranstaltung im Rahmen von "oh!wieschönistmünnerstadt" statt. Die nächste Erkundungstour ist vielmehr am 8. August in Brünn. Treffpunkt um 18.30 Uhr an der Kirche.

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