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Münnerstadt: Zoff um den Jörgentorpark

Der von Klaus Schebler initiierte "Freizeit- und Erlebnispark" sorgte für kontroverse Diskussionen im Stadtrat. Einige Kommunalpolitiker fühlen sich übergangen.
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Eine Oase der Ruhe ist der Jörgentorpark. Bei der Stadtratssitzung ging es beim Thema Spielgeräte für den Park weit weniger ruhig zu. Thomas Malz
Eine Oase der Ruhe ist der Jörgentorpark. Bei der Stadtratssitzung ging es beim Thema Spielgeräte für den Park weit weniger ruhig zu. Thomas Malz

Wenn drei Kommunalpolitiker während einer Stadtratssitzung gleichzeitig sprechen, so sind das eigentlich zwei zu viel. Aber genau das ist am Ende der öffentlichen Stadtratssitzung am Montagabend passiert. Während Klaus Schebler (Neue Wege) sein Projekt "Freizeit- und Erlebnispark" verteidigte, bemängelte Rosina Eckert (Forum aktiv), ein fehlendes Konzept und Bürgermeister Helmut Blank (CSU) versuchte vergeblich, Rosina Eckert zur Ordnung zu rufen, die sich wiederum beschwerte, dass Klaus Schebler ständig das Wort bekomme. "Ich bin wortlos", quittierte Klaus Schebler schließlich die Diskussion, die damit erst einmal beendet war. Die vorgesehene Vergabe der Spielgeräte für den Jörgentorpark wurde dann später im nicht öffentlichen Teil vertagt. Zunächst soll es eine Ortsansicht geben.

Einstimmig hatte der Stadtrat zu Beginn der Sitzung beschlossen, über das Thema öffentlich zu diskutieren. Gut drei Stunden später stellte Umweltreferent Klaus Schebler das Projekt vor. Nach der Abholzung des Damms sei es der Wunsch gewesen, den Park wieder auf Vordermann zu bringen. Er habe sich mit der Verwaltung zusammengesetzt, um einen generationsübergreifenden Park zu konzipieren. "Es soll ein Erholungspark werden, wo sich Kinder, Oma und Opa wohl fühlen."

Er betonte, dass der geplante Volleyballplatz mit Sand nicht seine Idee sei und ging auf das Problem mit Spielgeräten aus Holz ein, die nach fünf Jahren vermorscht seien. Deshalb sollen nun, wie schon bei einigen Spielplätzen zuvor, für den Jörgentorpark Spielgeräte aus recycelter Plastik verwendet werden. Er habe mit dem Hersteller verhandelt und einen guten Preis erzielen können.

Er sei sehr überrascht, dass hier einfach etwas vorgelegt werde, ohne dass zuvor mit dem Stadtrat gesprochen wurde, eröffnete Dieter Petsch (Freie Wähler) den Reigen der Kritik. Es könne nicht sein, dass man in der Altstadt den Einbau von Holzfenstern verlange und dann gleich vor der Stadtmauer Geräte aus "Plastikschrott" anschaffe.

Es sei nur so, sagte Helmut Blank dazu, dass der Hersteller dieses "Plastikschrotts" eine Garantie von 16 Jahren gebe. Er bat darum, solche Begriffe nicht zu verwenden. Er hätte sich gewünscht, dass der Stadtrat mit eingebunden wird, hielt Dieter Petsch entgegen. "Die Zeiten wandeln sich", meinte das Stadtoberhaupt in Bezug auf die Spielgeräte, die aus Verpackungsmüll hergestellt werden. Aber Dieter Petsch blieb dabei. Es gebe auch Spielgeräte aus hochwertigem Holz, die natürlich teurer seien.

Es gehe heute um einen Spielplatz, meinte Leo Pfennig (Freie Wähler), und nicht um einen Freizeit und Erholungspark. "Sie tragen zu dick auf", warf er Klaus Schebler vor. Doch Helmut Blank sprang dem Umweltreferenten zur Seite. "Selber Vorschläge bringen, geht nicht, aber andere Vorschläge werden immer kritisiert", meinte er zu Leo Pfennig.

Wenn es ein Park für Jung und Alt werden soll, dann könnte man doch Geräte für Senioren aufstellen, wie es sie früher im Garten des Juliusspitals gab, schlug Britta Bildhauer (SPD) vor. Das weitaus größere Problem seien aber die Jugendlichen, die im Jörgentorpark feiern und ihren Müll liegen lassen. Das müsse man lösen. Und letztendlich wehrte sie sich vehement dagegen, dass der Spielplatz in der Bauerngasse aufgelassen wird, wie es Klaus Schebler angekündigt hatte. Der werde gut angenommen und sei schon jetzt eine Oase der Ruhe.

"Ich weiß nicht, worüber wir hier reden" , ergriff Axel Knauff (SPD) das Wort. "Ich habe hier nichts vorliegen, keine Grafik und nichts Konzeptionelles." Als er mangelnde Unterlagen allgemein kritisierte, brachte er Helmut Blak auf, der von Tonnen Papier sprach, die an die Stadträte verteilt werden. Es gehe doch nur um sieben bis neun Spielgeräte, meinte Klaus Schebler. "Hier geht es um ein Konzept", hielt Axel Knauff entgegen.

Klaus Schebler warf ein, dass der "Plastikschrott" mit dem Blauen Engel ausgezeichnet worden sei und nicht nur aus Plastik bestehe, sondern einen Metallkern habe. Die fünf, sechs Kritiken, die er auf sozialen Netzwerken bekommen habe, seien ihm nicht so wichtig wie die 100 Leute, die er bei seinen Spielplatzbesuchen treffe und die begeistert seien. "Außerdem sind 50 000 Euro für die Spielgeräte im Haushalt eingestellt", betonte er. Er wolle den Kollegen der Fraktionen Freie Wähler, Forum aktiv und SPD absprechen, bei Dingen um den Haushalt mit zu diskutieren, weil sie ja gegen den Etat gestimmt haben.

"Mir fehlt ein Konzept", holte Rosina Eckert zum Schlag aus. Sie fand viele Kritikpunkte. "Ich hätte gerne gewusst, welche Spielgeräte angeschafft werden sollen. Aber: "Die Idee finde ich grundsätzlich gut, ich möchte nur wissen, wie es aussehen soll. Als Klaus Schebler wieder das Wort erhielt, redete Rosina Eckert weiter, ohne sich um die Ermahnungen des Bürgermeisters zu kümmern.Der hatte während der Diskussion beklagt, dass die Verwaltung den Fraktionen am Donnerstag angeboten hatte, offene Fragen zu beantworten. "Niemand ist gekommen." Nun wird sich der Bauausschuss vor Ort ein Bild vom Jörgentorpark und den Spielgeräten aus Plastik machen. Dann soll die Entscheidung im Stadtrat fallen.

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