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Münnerstadt: Viel Lob für Treffen mit Kult-Charakter

Rund 600 Fahrzeuge kamen trotz der kühlen Witterung zum Saisonabschluss nach Münnerstadt. Von den Angereisten gab es ausschließlich Lob.
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Dieser GTI mit seinen Flügeltüren wird von den Besuchern natürlich  bestaunt. Dieter Britz
Dieser GTI mit seinen Flügeltüren wird von den Besuchern natürlich bestaunt. Dieter Britz
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Matthias Scholz und Sascha Vorndran, die unermüdlichen Organisatoren der GTI-Treffen in Münnerstadt, konnten es leider nicht hören, als eine Nürnberger Teilnehmerin überschwänglich lobte "das ist total gut hier, das schönste GTI-Treffen zumindest in ganz Deutschland". Wo man am Sonntag in der Stadt auch fragte und sich umhörte, überall nur Lob für diese weit und breit einmalige Veranstaltung, zu der wieder GTI-Fans aus ganz Deutschland und den Nachbarländern kamen. Die Autokennzeichen verrieten, dass Hamburger ebenso da waren wie Stuttgarter, Rottweiler, Tübinger, Regensburger Erfurter, Nürnberger oder Mainzer und natürlich GTI-Fahrer aus Bad Kissingen und den Nachbarlandkreisen. Aber auch Franzosen, Holländer und Schweizer hatten den Weg hierher gefunden.

Eigens registriert und gezählt wurden die ankommenden Autos zwar nicht, aber die Organisatoren schätzen, dass rund 600 Fahrzeuge vor allem auf dem Anger, auf dem Marktplatz sowie in der Veit-Stoß- und Riemenschneiderstraße standen. Jeder Fahrer hatte eine Begleitung dabei und auch viele Besucher interessierten sich für die oft bunten und chromblitzenden Karossen. "Das Abschlusstreffen im Herbst ist immer etwas kleiner als die Eröffnung der Saison" berichtete Matthias Scholz. Viele Fahrer, die schon Erfahrung mit den Treffen in Münnerstadt gemacht hatten, reisten bereits am Samstag an und stellten ihre Fahrzeuge über Nacht schon auf den Anger, dem bei den Teilnehmern beliebtesten Platz.

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" heißt es bekanntlich. So ging es den meisten Fahrern, die erst am Sonntag um neun oder gar um 10 Uhr kamen. Die meisten hofften vergeblich auf einen guten Platz. Einige vermeintlich gute Plätze waren dann doch keine, weil einzelne Hausbesitzer streng darauf achteten, dass ihre Garageneinfahrt nicht zugeparkt wurde. "Hier in Münnerstadt trifft man immer wieder alte Freunde, die man schon von früheren Treffen kennt", lobte ein Fahrer und der nächste "die Stadt ist schön heimelig. Besonders angenehm finde ich es, dass dieses Treffen nicht irgendwo außerhalb auf einem Platz, sondern mittendrin in der Stadt stattfindet." Die allermeisten Befragten waren nicht zum ersten Mal hier und sie freuen sich auch schon auf das Eröffnungstreffen 2020. "Etwas wärmer könnte es schon sein", bedauerten einige Teilnehmer, die mit Anoraks, Mützen und zusätzlich mit Wolldecken geschützt in der Nähe des Oberen Tores auf ihren Campingstühlen vor oder neben ihren GTIs saßen und unverdrossen an ihrer Shisha (Wasserpfeife) zogen.

Weil das Wetter nicht so richtig einladend war, blieben aber die meisten Campingtische und -stühle diesmal im Kofferraum. Dafür machten aber die Cafés und Gaststätten ein umso besseres Geschäft. Der Renner waren die Kaffeebecher mit heißem Inhalt, der die klammen Finger wärmte, soweit sie nicht tief in den Hosentaschen vergraben waren. Auffallend war, dass an immer mehr Fahrzeugen die Kennzeichen abgeschraubt wurden. Es gab dafür (gefühlt) so viele Begründungen wie Fahrzeuge beim GTI-Treffen. Ein Fahrer sagte kurz und knapp "es sieht halt schöner aus", der nächste "damit es einheitlich ist", ein weiterer "es muss ja nicht jeder wissen wo ich herkomme", noch einer "damit schütze ich mich vor Kennzeichenklau" und schließlich "wenn die Bilder im Internet zu sehen sind, will ich nicht, dass jeder mitbekommt, auch welchen Treffen ich war."

Matthias Scholz meinte dazu, dieses "Cleanen", das Abnehmen der Kennzeichen samt Austauschen der Stoßstangen, sei ein neuer Trend. Die genannten Sicherheitsaspekte sind für ihn "Blödsinn". Eine Fahrerin hatte ihr normales Kennzeichen gegen ein goldfarbenes vertauscht. "Das kommt natürlich wieder weg, bevor ich fort fahre", versicherte sie. Das galt auch für den Fahrer eines schon bejahrten GTI. Weil er GB (Great Britain) am Kennzeichen hatte, wurde er auf Englisch angesprochen - er kommt aus dem Ruhrgebiet. Nicht zu vergessen: Zwei Mitarbeiter des TÜV-Süd berieten an ihrem Stand vor dem Rathaus GTI-Fahrer zum in dieser Szene sehr wichtigen und beliebten Thema Tuning.

Für Verpflegung war gesorgt, im Schloss durch die Stadtkapelle und in der Zehntscheune durch die Feuerwehr. Eine Besucherin aus Münnerstadt vermisste eine Kapelle oder Band, "das wäre eine Bereicherung dieses GTI-Treffens". Das Datum des nächsten Treffens steht bereits fest. Es findet am 26. April 2020 Jahres statt und ist in den Festkalender der 1250-Jahr-Feiern eingebunden. "Das ist vier Tage, bevor ich kein Bürgermeister mehr bin" , freut sich der bekennende GTI-Fan Helmut Blank. Teilnehmer, die in Münnerstadt übernachtet hätten, hätten bereits jetzt wieder für nächstes Jahr Zimmer gebucht.

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