Münnerstadt
Auszeichnung

Münnerstadt: Prämierung mit süßem Nachgeschmack

Kindergärten und Altenheime profitierten vom Bayerischen Honigtag. Vier von den neun besten Honige in ganz Bayern kommen aus dem Landkreis Bad Kissingen.
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David Groß, Sebastian Maresch, Agnieszka Brand und Günter Metz sind mit dem Prädikat "Bester Honig in Bayern" ausgezeichnet worden. Alle vier haben sich erst sein wenigen Jahren der Imkerei verschrieben. Thomas Malz
David Groß, Sebastian Maresch, Agnieszka Brand und Günter Metz sind mit dem Prädikat "Bester Honig in Bayern" ausgezeichnet worden. Alle vier haben sich erst sein wenigen Jahren der Imkerei verschrieben. Thomas Malz
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"Das kann man eigentlich nicht mehr steigern", sagt Agnieszka Brand. Sie ist eine der vier Imker aus dem Landkreis Bad Kissingen, deren Honig zu den besten in ganz Bayern gehört. Die vier Preisträger sind anlässlich einer Spendenübergabe im Münnerstädter Bienenhaus zusammengekommen. Das Kuriose daran: Alle vier haben sich erst seit wenigen Jahren der Imkerei verschrieben. Von ihren Produkten profitieren an diesem Tag auch andere.

Es ist eine schöne Tradition. "Den Imkern ist freigestellt, ob sie ihren Honig wieder mitnehmen", sagt der Vorsitzendes des Kreisverbandes Bad Kissingen, Erhard Bieber (Maßbach). Einige haben das nach dem Bayerischen Honigtag, den der Kreisverband zusammen mit dem Imkerverein Münnerstadt und Umgebung in Nüdlingen veranstaltet hat, auch getan. Viele aber nicht. 150 Gläser Honig, die die Imker zur Prämierung eingereicht hatten, blieben stehen und wurden nun an Altenheime und Kindergärten der Umgebung verteilt.

"Wir haben uns zusammen entschieden, wer den Honig bekommt", sagt Dieter Schölzke, Vorsitzender des Imkervereins Münnerstadt. "Dabei sind aber auch Wünsche der Preisträger berücksichtigt worden", fügt Erhard Bieber hinzu. Bedacht wurden die Kindergärten in Haard, Münnerstadt,Nüdlingen sowie der Waldkindergarten Bad Kissingen, das Jugendhilfezentrum Don Bosco in Sinntal-Sannerz, das Seniorenzentrum St. Elisabeth und das Juliusspital in Münnerstadt. Nun trafen sich Vertreter der Einrichtungen im Münnerstädter Bienenhaus, um ihre süßen Geschenke abzuholen.

Darunter waren auch ganz besondere Honige. "Jedes Jahr werden die besten prämiert", sagt Dieter Schölzke. Dabei wird Silber und Gold vergeben, die besten Honige bekommen "Gold 1 A". Und es geht noch besser. In den drei Kategorien "Frühtracht kristallin", "Sommertracht flüssig" und "Sommertracht kristallin" werden die jeweils drei besten Honige prämiert. Unter diesen neun sind vier aus dem Landkreis Bad Kissingen. "Darauf bin ich besonders stolz, vor alllem, weil einer aus meinem Verein ist", sagt Dieter Schölzke.

Das ist Sebastian Maresch aus Haard, dessen Honig der Kategorie "Sommertracht kristallin " ausgezeichnet wurde, die Königsdisziplin, in der auch Agnieszka Brand aus Aura (Imkerverein Euerdorf) gewonnen hat. Günter Metz aus Stangenroth und David Groß aus Stralsbach (beide Imkerverein Wollbach) erhielten ihre Auszeichnungen in der Kategorie "Frühtracht kristallin".

Was braucht man um so eine Auszeichnung zu bekommen? "Fleißige Bienchen und eine gute Umwelt", meint Agnieszka Brand. "Die werden wir haben, wenn vier Gewinner aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen", fügt David Groß bezüglich der Umwelt hinzu. Der richtige Zeitpunkt beim Honigschleudern spiele ebenfalls eine wichtige Rolle, sagt Sebastian Maresch. Der Wassergehalt muss so gering wie möglich sein, und Sauberkeit beim Abfüllen ist ebenfalls gefragt.

Die vier Imker können sich freuen. "Der Honig verkauft sich viel besser", weiß Dieter Schölzke, der anregt, dass die Preisträger beim Verkauf auf Märkten auf die Prämierung aufmerksam machen sollten. Ein Vorteil einer solchen Auszeichnung: "Der Honig wird auf Herz und Nieren geprüft, er kommt in ein Labor und wird dort auch auf sämtliche mögliche Rückständeuntersucht." Der Imker könne dann von sich sagen, dass sein Honig absolut sauber ist, so der Vorsitzende.

"Das bedeutet auch, dass die Landwirte rundherum alles richtig machen", betont er. Das sei ein Aushängeschild für den Landkreis. "Die Bauern bei uns sind in Ordnung." Es sei schlimm für den Imker, wenn ein eigentlich ausgezeichneter Honig nicht prämiert wird, weil Rückstände gefunden werden, die auf Fehlverhalten von Landwirten zurückzuführen sind.

"Ich habe nicht einmal davon geträumt", sagt Agnieszka Brand auf die Frage, ob die vier Imker mit so einer Auszeichnung gerechnet haben. Das gilt für alle. Interessant dabei: Agnieszka Brand und David Groß haben 2016 den Imkerkurs im Münnerstädter Bienenlehrstand belegt, Günter Metz hat das im Jahr 2010 getan. Sebastian Maresch imkert seit 2015. Sie alle sind noch recht jung im Geschäft und haben eigentlich schon alles erreicht. Denn eine deutschlandweite Prämierung gibt es nicht. "Noch nicht", sagt Dieter Schölzke.

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