Münnerstadt
Stadtverschönerung

Münnerstadt: Nur das Nötigste wird angegangen

Die Verschönerungsarbeiten an Wegen und Straßen für das große Jubiläum "1250 Jahre Münnerstadt" beschränken sich auf die wichtigsten Baustellen.
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Die Wege entlang der Stadtmauer sollen bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2020 hergerichtet werden. Thomas Malz
Die Wege entlang der Stadtmauer sollen bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2020 hergerichtet werden. Thomas Malz

Das ging dann vielen Stadträten doch ein wenig zu weit: Ein Paket mit Ausbesserungen an Gehwegen und Straßen mit einem Kostenvolumen in Höhe von 1,3 Millionen Euro hatte Frank Braun von der Planungsschmiede Braun geschnürt. So soll die Altstadt für das Jubiläum "1250 Jahre Münnerstadt" hergerichtet werden. Weil aber sowieso die Ertüchtigung der Straßen und Wege ansteht, wollen die Stadträte jetzt nicht mehr Geld als unbedingt nötig investieren. Bei der nächsten Sitzung soll Frank Braun nun eine abgespeckte Variante vorlegen.

Es gehe ausschließlich um Gehwege und Straßen in der Altstadt, betonte Bürgermeister Helmut Blank (CSU). In der Sitzung zuvor hatten der Stadtrat bereits ein Paket mit Straßensanierungen geschnürt , die darin enthaltenen Vorhaben waren zumeist schon im Haushalt dieses Jahres eingestellt gewesen und betreffen größtenteils die Stadtteile. Beim neuen Paket geht es ausschließlich um die Altstadt. "Es geht nicht darum, dass wir alle Straßen aufreißen", betonte der Bürgermeister. Es würden auch keine Wasserleitungen oder Kanäle erneuert. Lediglich die Oberflächen sollen hergerichtet werden, damit sich die Altstadt zum großen Jubiläum "1250 Jahre Münnerstadt" ordentlich präsentieren kann.

Frank Braun erläuterte, dass der Großteil der Vorhaben die Fuß- und Radwege entlang der Stadtmauer betreffen. "Zu 95 Prozent sind das geschotterte Wege." Entlang der von Hundehaltern beliebten Wege sollen auch neue Papierkörbe und Hundestationen aufgestellt werden, so wie es Britta Bildhauer (SPD) bei der Sitzung zuvor gefordert hatte. Auch einige Geländer müssten erneuert werden. Dieter Petsch (Forum aktiv) fand allerdings, dass das Gesamtpaket einfach zu teuer sei. Man sollte da abspecken, forderte er. Rosina Eckert (Forum aktiv) fragte nach, ob in dem Paket auch der gesamte Gehweg in der Riemenschneiderstraße dabei sei, was sie wegen des fehlenden Stadtbodenkonzeptes für wenig sinnvoll hält.

"Wenn man ein Paket sehr groß schnürt, wird es günstiger", hielt Frank Braun entgegen. Fabian Nöth (Neue Wege) meinte, dass der Bauhof mittlerweile über zwei Bagger verfüge. Er fand, dass die geschotterten Wegflächen vom städtischen Bautrupp hergerichtet werden können. Doch das sah der Bürgermeister völlig anders. "Wir nehmen den Bauhof so oft in Anspruch", sagte er. Das könnten die Mitarbeiter nicht auch noch leisten.

Es seien ja schon in der Sitzung zuvor Maßnahmen beschlossen worden, erinnerte Leo Pfennig (fraktionslos), dem ein neues Paket mit einer Investitionssumme von 1,3 Millionen Euro jetzt einfach zu groß war. Allein der Gehweg in der Riemenschneiderstraße schlägt mit 280 000 Euro zu Buche rechnete Klaus Schebler (Neue Wege) vor. Es mache jetzt keinen Sinn, das Geld auszugeben, wenn vielleicht in fünf bis zehn Jahren die Straßen und Gehwege in der Altstadt komplett hergerichtet werden. Als der Bürgermeister den Hafenmarkt und die Salzgasse erwähnte, wo die Spurrillen ausgeglichen werden sollten, erinnerte Dieter Petsch daran, dass diese als Kulisse für das Heimatspiel dienten. Die Münnerstädter hätten sich daran gewöhnt und würden ihre Fahrweise entsprechend darauf einstellen.

Nachdem auch Andreas Trägner (Freie Wähler) die hohe Investitionssumme kritisiert und eine Diskussion darüber bei den Haushaltsberatungen vorgeschlagen hatte, meinte der Bürgermeister: "Wir haben das Optimum vorgelegt, der Stadtrat darf sagen, was er will und was nicht." Bei der Riemenschneiderstraße beispielsweise gebe es zwei Varianten, erläuterte Frank Braun. So könnte der gesamte Gehweg einschließlich der maroden Bordsteine ausgetauscht werden, es sei aber auch möglich, die Bordsteine zu belassen und nur die schadhaften Stellen des Gehweges herzurichten. In diesem Fall sei ihr die Flickschusterei lieber als so viel Geld auszugeben, meinte Britta Bildhauer dazu.

"Wir gehen auf die Minimallösung, auf die abgespeckte Version", fasste der Bürgermeistern die Redebeiträge zusammen. Frank Braun regte aber an, die Fußwege an der Stadtmauer herzurichten. Dort werden dann etwa zehn Zentimeter abgetragen und neu geschottert, Das Gras werde nach einiger Zeit sowieso zurück kehren, hieß es im Rat. Aber eine Zeit lang sehe es vernünftig aus. Frank Braun wird bei einer der nächsten Sitzungen eine abgespeckte Variante vorlegen. Michael Kastl fand, dass der Stadtrat ein Signal geben sollte. Jetzt werde die Altstadt für das Fest erst einmal hübsch gemacht, aber sehr bald danach sollte es richtig losgehen.

Bei dem Thema kamen auch zwei weitere Probleme zur Sprache. Ralf Verholen (Freie Wähler) verwies auf die Probleme mit Hochwasser, von dem inzwischen schon mehrerer Häuser betroffen seien. Hubert Holzheimer wollte wissen, warum das Stück im Schwimmbadweg innerorts in so einem schlechten Zustand sei. Probleme mit der Statik der Mauer dort seien der Grund, dass der Teilabschnitt noch nicht hergerichtet worden sei, antwortete der Bürgermeister.

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