Münnerstadt
Bildung

Münnerstadt: Nistkästen für die Forellenzucht

Christoph Hein will seine Teichanlage nachhaltig gestalten und hat von seiner alten Schule Unterstützung bekommen. Jetzt werden im Kunstunterricht Nistkästen gebaut.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Schüler der Klasse  5a am Schönborn-Gymnasium basteln Vogelkästen. Mit dabei: Christoph Hein (hinten links), Joachim Schwigon (hinten, rechts) und Tanja Sobisch (2. von rechts.). Thomas Malz
Die Schüler der Klasse 5a am Schönborn-Gymnasium basteln Vogelkästen. Mit dabei: Christoph Hein (hinten links), Joachim Schwigon (hinten, rechts) und Tanja Sobisch (2. von rechts.). Thomas Malz
+1 Bild

Christoph Hein ist ein gern gesehen Gast am Münnerstädter Schönborn-Gymnasium. Zusammen mit seiner früheren Kunstlehrerin Tanja Sobisch hat er ein besonderes Projekt initiiert: Die Mädels und Jungs der Klasse 5a bauen Nistkästen, die an Bäumen an der Teichanlage von Christoph Hein angebracht werden sollen. Er verspricht sich davon Nachhaltigkeit und will auch den Kindern einen Anstoß geben, mit ihren Eltern weitere Nistkästen zu bauen. Inzwischen sind die ersten Kästen fertig und werden liebevoll bemalt. Alles ist erlaubt. "Nur pinke Nistkästen sind verboten", sagt Tanja Sobisch.

Der Werkraum im Erdgeschoss des Schönborn-Gymnasiums macht seinem Namen alle Ehre. Es wird gebohrt, gehämmert und geschraubt. Verletzungen hat es bisher noch keine gegeben, aber einige Bohrer sind auf der Strecke geblieben. Macht nichts, es geht weiter. "Einige Schüler haben dabei entdeckt, welche handwerklichen Fähigkeiten in ihnen stecken", sagt Tanja Sobisch.

Natürlich erinnert sie sich an ihren ehemaligen Schüler Christoph Hein. "An Christoph erinnern sich alle", sagt sie. Das gilt natürlich auch für Schulleiter Joachim Schwigon. "Ich habe ihm ja sein Abi-Zeugnis überreicht." Inzwischen ist der frühere Schüler aus Reichenbach unter die Forellenzüchter gegangen. An seiner Teichanlage bei Bad Kissingen hat ihn gestört, dass es dort zwar viele Bäume gibt, aber keine Nistkäse, in denen Vögel ihre Jungtiere aufziehen. "Ich möchte das nachhaltig betreiben", sagt er zu seiner Forellenzucht. Dazu gehört, dass seine Besatzdichte weit niedriger ist, als es das Gesetz erlaubt und er auch keine Medikamente einsetzt. Zu diesem Konzept gehört für ihn auch das Gelände um die Teichanlage.

Christoph Hein hat auch schon Kindergartenkinder zu sich eingeladen, um zu zeigen, wie die Fische aufwachsen. "Damit die Kinder sehen, wie unsere Lebensmittel produziert werden." Als ihm die Idee mit den Nistkästen gekommen war, fand der 23-Jährige im Schönborn-Gymnasium einen bereitwilligen Partner. Das Material hat er gestellt, das Holz bereits zugeschnitten geliefert. Im Kunstunterricht werden die Nistkästen nun zusammengebaut und gestaltet. Christoph Hein hat dabei einen Hintergedanken. "Wenn sie sehen, wie leicht es ist, so einen Nistkasten zu bauen, dann bauen sie vielleicht zu Hause mit ihren Eltern noch einen." Pro Kasten gebe es vier, fünf Nachkommen im Jahr. "Dann hat man der Natur wieder was Gutes angetan."

Jetzt schaute Christoph Hein einmal beim Kunstunterricht der 5a vorbei, um zu sehen, wie weit das Projekt schon vorangeschritten ist. Tanja Sobisch stellt ihn als den "Forellenkönig" vor. Joachim Schwigon findet es klasse, dass die Schüler nicht nur mit neuen Lateinvokabeln im Kopf aus der Schule gehen, sondern auch lernen, wie man einen Akkuschrauber bedient und ein Loch bohrt. Jetzt werden die Kästen mit Ölfarbe bemalt. Den Kindern macht die ganze Aktion riesigen Spaß, wie sie bekräftigen.

Wenn sie schon so viel Mühe in den Bau und das Bemalen der Kästen gesteckt haben, dann wollen sie die künftigen Brutstätten auch selbst an die Bäume anbringen. Das lässt sich organisieren, ist sich Tanja Sobisch sicher. "Würde das auch am Nachmittag gehen?", fragt sie die Schüler. Gar kein Problem. Hauptsache, sie sind dabei und können so auch gleich einmal die Teichanlage von Christoph Hein kennenlernen.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren