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Münnerstadt: Jubiläumsfest doch in der Altstadt?

Zehn Stadträte von CSU und Neue Wege reichen Antrag ein. Ein Megaevent am Sportzentrum halten die Kommunalpolitiker für nicht durchführbar und wollen einen neuen Beschluss.
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Inmitten der Altstadt wird jedes Jahr das Stadtfest "Musik und Märkte" gefeiert. So soll es nun auch im Jubiläumsjahr 2020 werden. Das Thema kommt noch einmal in den Stadtrat. Archiv/Thomas Malz
Inmitten der Altstadt wird jedes Jahr das Stadtfest "Musik und Märkte" gefeiert. So soll es nun auch im Jubiläumsjahr 2020 werden. Das Thema kommt noch einmal in den Stadtrat. Archiv/Thomas Malz

1250 Jahre sind es bald her, dass Münnerstadt erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das soll natürlich im Jahr 2020 gebührend gefeiert werden. Die Frage ist nur, wo. Nachdem bei einer Stadtratssitzung kürzlich klar wurde, dass das Fest auf den Wiesen an der Coburger Straße nicht umsetzbar ist, entschloss sich der Stadtrat, die Feierlichkeiten auf dem Gelände am Sportzentrum durchzuführen. Lediglich Bürgermeister Helmut Blank votierte dafür, das Fest analog zu dem jährlich stattfindenden Stadtfesten in der Altstadt durchzuführen.

Dieser Beschluss ist bei vielen Münnerstädtern auf wenig Verständnis gestoßen. Das lag unter anderem auch daran, dass die Stadträte zwar öffentlich über den Veranstaltungsort diskutierten, dabei aber nur am Rande erwähnt wurde, dass Bands im Gespräch waren, die richtig viel Publikum anlocken können. Deshalb sollte ein großes Festzelt aufgebaut werden, das so gar nicht in die Altstadt passt.

Allerdings wurde schon bei der Stadtratssitzung vereinzelt der Wunsch geäußert, das Fest in einem kleineren Rahmen zu feiern. Fraglich war letztendlich, ob die Stadt möglicherweise schon Verpflichtungen gegenüber den Bands eingegangen ist, es also gar kein Zurück mehr gibt. Noch nicht beantwortet war bei der letzten Sitzung die Frage, inwieweit sich Vereine und Gastronomen bei einem Mega-Event einbringen und wie es im Sommer 2020 um die Baustelle Mehrzweckhalle steht, in deren unmittelbarer Nähe das Fest ja stattfinden soll. Um aber weiterarbeiten zu können, drängte Bürgermeister Helmut Blank auf einen Beschluss.

"Wie wir jüngst zur Kenntnis nehmen durften, sind die Planungen bzw. Vorbereitungen noch nicht in einem Maße verdichtet, dass Änderungen am Veranstaltungsort, -umfang und -ablauf nicht mehr möglich wären", heißt es nun in dem Antrag an Bürgermeister Helmut Blank (CSU), den alle acht Stadträte der CSU und die beiden von Neue Wege unterschrieben haben. Aus ihrer Sicht sei der gewählte Ansatz eines Megaevents im Bereich des Sportzentrums nicht vertretbar. Und das begründen sie auch.

"Ein Stadtjubiläum gehört in die Altstadt! Dort liegt der historische Kern unserer schönen Stadt und dort soll auch heute das Leben spielen", heißt es in dem Antrag. " Da sich dem Vernehmen nach einige der bislang geplanten ,Highlights' in der Altstadt nicht umsetzen lassen werden, ist von diesen Punkten Abstand zu nehmen. Entsprechende Verträge wurden unserer Kenntnis nach bislang nicht abgeschlossen. Ein etwas größeres und hochwertigeres Stadtfest als regulär reicht in unseren Augen vollkommen aus, um das Jubiläum würdig zu feiern."

Außerdem sei der geplante Festbetrieb ist viel zu teuer. "Die prognostizierten Kosten werden voraussichtlich nicht auskömmlich sein, hinzu kommen noch die durch die Einschränkung des Baustellenbetriebes an der Mehrzweckhalle entstehenden Zusatzkosten. Die drohenden Verzögerungen im Bauzeitenplan sind wir nicht bereit mitzutragen", so die Stadträte von CSU und Neue Wege.

Der geplante Festbetrieb sei durch eigene Vereine und Gewerbetreibende organisatorisch nicht durchführbar. Wie jüngst vom Bürgermeister vorgetragen, würde ein professioneller Festwirt erforderlich, sodass die Einnahmen zu einem guten Teil aus dem Stadtgebiet abflössen, "anstatt - wie sonst üblich - unseren Vereinen zu Gute zu kommen".

Neuer Beschlussvorschlag

Deshalb soll das Thema noch einmal in der Stadtrat. Den Beschlussvorschlag haben die Antragsteller auch schon vorbereitet: "Die Planungen zur Ausrichtung des Jubiläums-Stadtfestes 2020 im Bereich des Sportzentrums werden eingestellt. Das Fest wird stattdessen in der Altstadt ausgerichtet. Die Planungen werden hinsichtlich der konkreten Veranstaltungsorte, der angebotenen Veranstaltungen sowie des zeitlichen Umfangs angepasst. Die Vereine aus dem Stadtgebiet sind verstärkt mit einzubinden."

Nach Gesprächen mit Vereinsvertretern und Gewerbetreibenden sei er zu der Überzeugung gelangt, dass das Fest in die Altstadt gehört, sagt CSU-Fraktionssprecher Michael Kastl, der zusammen mit Klaus Schebler (Neue Wege) den Antrag initiiert hat. "Ich sehe das Fest in der Stadt und in einem Rahmen, der beherrschbar ist."

Baustopp wäre nötig

"Ich bin froh, dass ich die Fraktionen CSU und Neue Wege überzeugen konnte", sagt Bürgermeister Helmut Blank dazu. Er berichtet von einem Treffen mit den Planern der Mehrzweckhallensanierung. Diese hätten erhebliche Bedenken. Im Juli 2020 seien 17 Firmen gleichzeitig vor Ort, das Fest ließe sich nur mit einem zweiwöchigen Baustopp durchführen, sagt der Bürgermeister. Er geht davon aus, dass dann acht bis zwölf Wochen Ruhe auf der Baustelle herrscht. Diese Verzögerung verursache zusätzliche Kosten.

Mehrer Events

Ein Jubiläumsfest in der Altstadt bindet die Geschäfte und Vereine besser ein und die Märkte würden besser angenommen, argumentiert Helmut Blank. Und man könne die eigenen Vereine besser beteiligen. Seine Intention sei ein Fest von Donnerstag bis Montag am Stadtfest-Wochenende. Zusätzlich soll es Events über das ganze Jahr geben: "Eingeleitet wird das Stadtjubiläum zum Neujahrsempfang." Bezüglich möglicher Verbindlichkeiten gegenüber den bekannten Bands, sagt Helmut Blank nur: "Ich habe keinen einzigen Vertrag unterschrieben". Er lasse das aber vorsichtshalber juristisch prüfen.

"Das freut mich sehr" sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins "Kaufhaus" Mürscht, Arno Reuscher, zu der neuen Tendenz. Das sei der richtige Weg. "Man hat in den letzten Jahren einen großen Aufwand betrieben, um das Stadtfest in die Altstadt zu integrieren. Eine Veranstaltung außerhalb hätte das alles zunichte gemacht", ist Arno Reuscher überzeugt.

Klare Worte findet auch Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler): "Es war schon immer unser Wunsch, dass das Stadtjubiläumsfest in der Altstadt stattfindet. Das war das, was wir immer wollten", sagt er und schließt dabei seine gesamte Fraktion und die von Forum aktiv und SPD mit ein. "Allerdings sollte sich das Stadtjubiläumsfest von einem normalen Stadtfest abheben."

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