Münnerstadt
Musik

Münnerstadt: Im Bienenhaus hat es gebrummt

Das Kunst- und Kulturprojekt "else" organisierte am Münnerstädter Bienenhaus ein gut besuchtes Open Air mit Bands aus der Region.
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Leger und gewollt improvisiert war die Atmosphäre beim else-Open Air am Bienenhaus. : Heike Beudert
Leger und gewollt improvisiert war die Atmosphäre beim else-Open Air am Bienenhaus. : Heike Beudert
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Das Münnerstädter Kunstprojekt "else" ist anders, kein Mainstream, also keine gefällige Kost, die für den breiten Geschmack gemacht ist. Das war auch beim Bienenhaus-Open Air wieder so: Mal originell wie bei Milli Genths selbst komponierten Song über die Mürschter GTI-Treffen, manchmal durchaus schräg, dann international wie beim Auftritt von Reza Rezayi oder entspannt lässig beim Blues von Dr. Tuberkulosa und auch krachend laut wie bei den Deputy Pimps.

Das Kunstprojekt "else" war im vergangenen Jahr über mehr als zwei Monate gelaufen. Jedes Jahr lasse sich so etwas nicht stemmen, erklärt Bärbel Fürst, eine der Mitorganisatoren des Bienenhaus-Open Airs. Doch schon im vorigen Jahr hatte sie mit der Münnerstädter Künstlerin Milli Genth darüber gesprochen, dass else in den Köpfen bleiben soll. Die Idee stand schon damals, ein Open Air am Bienenhaus anzubieten. Doch erst in den letzten Wochen wurde dann richtig geplant und manches auch kurzfristig improvisiert, weil zwei Gruppen kurzfristig abgesagt hatten. Mit dabei waren Musikbegeisterte und Musiker, die auch 2018 schon bei den Donnerstag-Events in der Jägerhalle des Bahnhofs einen Auftritt hatten.

Aber auch echte Newcomer waren im Bienenhaus dabei, wie die Münnerstädter Mädchenband, die seit vier Monaten probt, eigene Stücke schreibt und spielt und bisher noch nicht einmal einen Namen hat, wie Detlev Beck erklärte. Er hatte sich um die Musik und Technik für die Veranstaltung gekümmert und führte auch durchs Programm.

Stille Aufmerksamkeit herrschte beim Musikvortrag von Reza Rezayi aus Afghanistan. Er spielte auf der traditionellen Rubab Weisen aus Indien, Afghanistan und Spanien. Der 29-jährige Musiker, der dieses Instrument in seiner Heimat auch unterrichtet hat, musste nach seinem Auftritt viele Fragen zu seinem außergewöhnlichen Instrument beantworten. 21 Saiten hat es und ist kompliziert zu spielen. Man müsse fast täglich üben, erzählt er. Normalerweise treten zwei Rubabspieler gemeinsam auf. In Afghanistan kommt das Instrument hauptsächlich bei Hochzeiten und großen Festen zu Einsatz.

Völlig überrascht war Bärbel Fürst über die große Besucherzahl, die sich an diesem lauen Sommerabend im Bienenhaus versammelt hatte. "Wir wussten ja gar nicht, wer kommt", stellte Fürst fest. Ähnlich erging es dem Imkerverein Münnerstadt und Umgebung. "Wir haben mit dieser Größe nicht gerechnet", erklärte Vorsitzender Dieter Schölzke zwischen Bratwurstverkauf und neuer Getränke-Lieferung. "Wir sind flexibel und schaffen das", ergänzte er sofort gut gelaunt. Kurzfristig hatten die Imker noch alle Brötchenreserven in Münnerstadt aufgekauft, Getränke wurden nachgeordert. Der Sonntagskuchen war schon am Samstag gegessen. "So soll es sein", war die zufriedene Feststellung von Dieter Schölzke. Vertreten waren alle Altersklassen beim Fest. Senior im Kreis der Open Air-Besucher war aber Anton Mahlmeister aus Reichenbach. Der 92-jährige verfolgte das Geschehen etwas abseits vom Gedränge und hatte ebenfalls seine Unterhaltung, auch wenn er fand, dass die Musik gleich zu Beginn etwas leise zu hören war. Da war er nicht der einzige, der das feststellte. Denn die erste Formation trat ohne Verstärker auf. Da hatten die hinteren Reihen etwas das Nachsehen. Aber die Lautstärke steigerte sich im Laufe des Abends noch deutlich.

Bärbel Fürst war auf jeden Fall zufrieden mit dem Open Air. "Else" war wieder einmal da.

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