Münnerstadt
Sanierung

Münnerstadt: Historischen Zunftstangen sind im Museum

Die historischen Kleinode müssen während der Sanierung der Stadtpfarrkirche sicher aufbewahrt werden. Das Hennebergmuseum stellt sie aus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Stadtpfarrer P. Markus Reis hält eine der historischen Zunftstangen in der Hand, die ab Ende Oktober in einer Ausstellung im Museum ganz von nah zu sehen sein werden.Heike Beudert
Stadtpfarrer P. Markus Reis hält eine der historischen Zunftstangen in der Hand, die ab Ende Oktober in einer Ausstellung im Museum ganz von nah zu sehen sein werden.Heike Beudert
+11 Bilder

Das Ausräumen im Chor der Stadtpfarrkirche hat begonnen. Zur Sanierung der historischen Glasfenster müssen die Kunstschätze im Altarraum abgebaut werden. Den Auftakt machte der Transport der sehenswerten Zunftstangen ins Hennebergmuseum.

Der Diözesankonservator hat nach Angaben von P. Markus Reis im Vorfeld die Bildhauerarbeiten dokumentiert und zeitlich eingeordnet. Die Arbeiten stammen aus dem 17. Jahrhundert, einzelne Teile davon könnten ihren Ursprung aber bereits in der Gotik haben, so die Information, die der Stadtpfarrer erhalten hat.Die 18 Zunftstangen aus der Barockzeit wurden für die Dauer der Sanierung in die Hände Museumsleiters Nicolas Zenzen übergeben.

"Es wird jetzt sichtbar, dass es einen Schritt vorwärts geht mit der Kirchensanierung", betonte P. Markus beim Transport der Stangen aus der Kirche. Außerdem erkenne man beim Ausräumen erst richtig, wie nötig die Auffrischung der Wände 40 Jahre nach der letzten Sanierung geworden ist.

Im Hennebergmuseum wurden die barocken Kirchenschätze in eigenes dafür gefertigte Sockel gestellt. Dort wird Nicolas Zenzen in den kommenden Wochen eine Ausstellung vorbereiten. Denn die Zunftstangen sind für die Dauer der Kirchensanierung nicht einfach in ein Depot gewandert, sondern werden in einer Ausstellung auch der Öffentlichkeit präsentiert. In den vergangenen Jahrzehnten waren die Stangen am Chorgestühl befestigt und damit für den normalen Kirchenbesucher nur aus der Ferne zu betrachten. Während der Ausstellung im Museum können Interessierte dann die feinen Details aus der Nähe in Augenschein nehmen. Nach Angaben von Nicolas Zenzen wird die Ausstellung ab dem 25. Oktober zu sehen sein.

Neben den Zunftstangen wurde am Wochenende auch das Chorgestühl aus dem Altarraum entfernt. Freiwillige Helfer brachten die schweren Eichen-Bänke zur alten Klosterschul-Turnhalle. Dort werden sie eingelagert.

Der nötige Abbau des Altars und der Einbau einer Abtrennung des Chores folgen zwischen dem 30. September und 9. Oktober, hatte Stadtpfarrer P. Markus Reis in der jüngsten Sitzung des Pfarrgemeinderates informiert. In dieser Zeit wird die Kirche unter der Woche geschlossen sein, damit die Arbeiten ungestört laufen können. Lediglich der Sonntagsgottesdienst und die Vorabendmesse am Samstag finden während dieses Zeitraums in der Stadtpfarrkirche statt.Pfarrer Reis teilte dem Pfarrgemeinderat zudem mit, dass die Dachsanierung langsamer als geplant vorangeht. Das liege daran, dass Vorgaben des Landesamtes für Denkmalpflege eingehalten werden müssen. Diese betreffen den Erhalt des maroden historischen Gebälks bei gleichzeitigem Einbau einer tragenden Konstruktion. Wie sich das bewerkstelligen lässt, werde noch berechnet.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren