Münnerstadt
Natur

Münnerstadt: Einblicke in das Innenleben von Bäumen

Ein Gutachter hat zwei der alten Bäume aus dem Hindenburgpark genauer unter die Lupe genommen. Bei seiner Arbeit hilft ihm moderne Computertechnik.
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Hinter dem Astloch dieser Linde hat sich ein Hohlraum gebildet. Baumgutachter Rainer Gerber ermittelt die Größe. Fotos: Heike Beudert
Hinter dem Astloch dieser Linde hat sich ein Hohlraum gebildet. Baumgutachter Rainer Gerber ermittelt die Größe. Fotos: Heike Beudert
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Stattliche Bäume stehen im Münnerstädter Hindenburgpark. Darunter sind viele Linden, die mindestens 100 Jahre alt sind. Rainer Gerber hat zwei von ihnen nun genau unter die Lupe genommen, um festzustellen, ob ihre Standfestigkeit noch gewährleistet ist. Rainer Gerber ist Baumgutachter und hat verschiedene Methoden, den Zustand eines Baumes zu testen.

Dem Baumgutachter hilft heute moderne Computertechnik bei seiner Arbeit. Drei Methoden gibt es, mit denen er einen Baum begutachten kann. Die Schalltomographie ist eine davon. Sie kam auch im Hindenburgpark zum Einsatz. Rund um den Baum werden Sensoren angebracht. An diesen Punkten wird ein Klopfschall ausgelöst, den jeweils die übrigen Sensoren empfangen. Je nachdem wie schnell es geht, kann der Experte Aussagen über mögliche Hohlräume im Baum machen. Der Computer berechnet die Größe und die Lage möglicher Hohlräume und bildet sie grafisch ab. Rainer Gerber zeigt die Grafik seiner ersten Messung im Hindenburgpark. Der Baum hat einen Hohlraum. Allerdings sagt dies alleine noch nichts über die Standsicherheit aus, erklärt der Fachmann. Zuhause in seinem Büro folgen dann weitere Berechnungen. So wird anhand der vorliegenden Taten eine Lastenanalyse erstellt, also auch ermittelt, welche Windlast der Baum noch ertragen kann. Danach kann Gerber der Kommune Empfehlungen geben, was mit einem Baum gemacht werden soll.

"Man muss nicht jeden Baum absägen", stellt Rainer Gerber fest. Welche Empfehlungen er im Bezug auf die untersuchten Linden im Hindenburgpark geben kann, werden seine Berechnungen zeigen. Eine Möglichkeit könnte zum Beispiel eine Kronensicherung sein. Diese Methode kennt man schon lange. Problem: Diese halten nur eine begrenzte Zeit. Dann muss man sie ersetzen. "Das wird gerne vergessen", weiß Rainer Gerber. Berücksichtigt werden müssen zudem auch Artenschutzbelange.

Sein erster Eindruck von den geprüften Linden im Hindenburgpark war so schlecht nicht. Vorteil dieser Baumart ist, dass sie mit zunehmendem Alter auch nicht mehr in der Krone ihren Zuwachs hat, sondern am Stamm. Und das sei für die Standfestigkeit nur gut. Neben der Schalltomographie gibt es noch weitere Verfahren. Eines ist die Bohrwiderstandsmessung. Dabei wird ein Bohrkern aus dem Baum geholt. Das ist aber nicht ganz verletzungsfrei. Eine dritte ist die Zuganalyse.

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