Münnerstadt
Generalsanierung

Münnerstadt: Ein Schicksalstag für die Mehrzweckhalle

Nach dem überraschenden Infragestellen der Mehrzweckhallen-Generalsanierung müssen die Kommunalpolitiker Farbe bekennen und zwischen vier möglichen Varianten wählen.
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Für eine von vier Varianten bezüglich der Sanierung der Münnerstäder Mehrzweckhalle müssen sich die Münnerstädter Stadträte am 17. Dezember entscheiden. Am 6. Dezember werden die Fraktionen diesbezüglich zu einem Gespräch geladen. Thomas Malz
Für eine von vier Varianten bezüglich der Sanierung der Münnerstäder Mehrzweckhalle müssen sich die Münnerstädter Stadträte am 17. Dezember entscheiden. Am 6. Dezember werden die Fraktionen diesbezüglich zu einem Gespräch geladen. Thomas Malz

Jetzt ist alles offen. Bei der Stadtratssitzung am 19. November hatte eine Diskussion darüber, dass die geplanten Generalsanierung der Münnerstädter Mehrzweckhalle schon wieder teurer wird, zum Vertagen eines eigentlich formellen Tagesordnungspunktes geführt. Jetzt wurde bei einem Gespräch zwischen der Stadtverwaltung und den beteiligten Büros die weitere Vorgehensweise besprochen. Danach stand fest: Vier Varianten stehen zur Auswahl, über die die Stadträte am 17. Dezember entscheiden müssen. Die Palette reicht von der Generalsanierung wie geplant bis zum absoluten Stopp aller Planungen und einer Sanierung nach Bedarf ohne Fördermittel.

Bei der Stadtratssitzung am 19. November war die Stimmung nach einem Appell von Axel Knauff (SPD) urplötzlich gekippt. Weil sich die Arbeiten verzögert haben, rechnete Carolin Auinger vom Büro WSP eine erneute Kostenerhöhung vor, was bei vielen Stadträte gar nicht gut ankam. Plötzlich hieß es, dass man das ganze Projekt noch einmal überdenken sollte. Lediglich Michael Kastl (CSU), der auch nicht an Kritik wegen des Preisanstiegs gespart hatte, sagte dann, dass ihm diese neue Tendenz dann doch zu weit gehe. Der Beschluss auf Vertagen fiel allerdings einstimmig.

"Wir nehmen die berechtigten Sorgen und Nöte der Stadträte sehr ernst", sagte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) jetzt nach einer Besprechung mit Vertretern des Projektsteuerers WSP und den Architekten von "BaurConsult". Bei dem Gespräch sind die Beteiligten überein gekommen, dass es nun vier Varianten gibt, wie weiter verfahren werden kann.

"Alles bleibt wie es ist", lautet die erste Möglichkeit. Dann würde die Generalsanierung wie geplant durchgeführt. Helmut Blank betont aber, dass die viel zitierten zehn Millionen Euro die Bruttokosten einschließlich der Fördermittel seien. "Die Mehrwertsteuer ist ein durchlaufender Posten", sagt er. Der tatsächliche Anteil der Stadt Münnerstadt liege netto bei 3,5 Millionen Euro. Wegen der Verzögerungen muss allerdings mit Preissteigerungen gerechnet werden. "Das ist eine relativ realistische Prognose", sagt Simon Wenger von WSP dazu. Helmut Blank verweist darauf, dass die Baukosten jährlich um etwa fünf Prozent in die Höhe schnellen.

Variante zwei sieht Einsparungen bei der Generalsanierung vor. Allerdings lassen die Beteiligten keinen Zweifel daran, dass dies nur in sehr beschränktem Maße möglich sein wird. "Wir haben sowieso keine goldenen Wasserhähne geplant", sagt Carolin Auinger von WSP. Und Simon Wenger fügt hinzu, dass Einsparungen nur marginal möglich seien. Ein Treppenlift weniger, eine andere Prallwand vielleicht, viel mehr wird nicht möglich sein, meint Carolin Auinger.

Es sei denn, der Stadtrat entscheidet sich für Variante drei, die Simon Wenger als "völlig absurd" bezeichnet. Diese Variante sieht vor, die Mehrzweckhalle nicht mehr als Veranstaltungshalle für bis zu 1000 Personen zu sanieren, sondern als reine Sportstätte. Das Problem daran: "Dann müssen wir zurück zur Entwicklungsplanung", sagt er. Alles würde von vorne beginnen, sogar ein neuer Bauantrag müsste gestellt werden. Dann müsse man noch die erneute Preissteigerung der Baukosten einkalkulieren. "Die größte Unsicherheit liegt bei der Förderfähigkeit", sagt er. Aber selbst wenn die Zuschüsse fließen, werden die Mehrkosten die Einsparungen aufheben, so dass am Ende höchstwahrscheinlich die gleichen Kosten da sind, aber die Stadt weit weniger bekommt. Momentan sei es eine "Traumförderung", ergänzt Helmut Blank. Und die Nutzung als Mehrzweckhalle stelle ja auch einen Mehrwert für den TSV und die ganze Bevölkerung dar.

Bliebe noch Variante vier. "Der Stadtrat stoppt komplett die Sanierung und führt sie außerhalb einer Förderung je nach Bedarf durch", sagt der Bürgermeister. "Das ist mittelfristig die mit Abstand teuerste Variante." Dann wären auch die bereits ausgegebenen 1,2 Millionen Euro Planungskosten futsch.

Am Freitag, 6. Dezember, werden die Fraktionen ins Rathaus geladen, um Lösungen für das Problem zu suchen. Bei der öffentlichen Stadtratssitzung am Dienstag, 17. Dezember, soll dann die Entscheidung fallen, wie es mit der Generalsanierung der Mehrzweckhalle weitergeht. Fakt ist schon jetzt, dass erst im Frühjahr begonnen werden kann, falls es überhaupt eine Sanierung gibt. Ob die Halle zwischenzeitlich für den Sportbetrieb geöffnet werden kann, wird gerade abgeklärt.

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