Münnerstadt

Münnerstadt: Ein Leben für den Glauben

Der Augustinerpater Dr. Arno Meyer wurde vor 60 Jahren in Rom zum Priester geweiht. Mit einem festlichen Gottesdienst in der Münnerstädter Klosterkirche begeht er am Donnerstag (19. Dezember, 11 Uhr) dieses besondere Jubiläum.
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P. Dr. Arno Meyer feiert am Donnerstag, 19. Dezember, sein diamantenes Priesterjubiläum.Heike Beudert
P. Dr. Arno Meyer feiert am Donnerstag, 19. Dezember, sein diamantenes Priesterjubiläum.Heike Beudert

In einem Alter, in dem andere ihren Beruf schon 20 oder mehr Jahre nicht mehr ausüben, macht sich Pater Arno Meyer noch immer täglich Gedanken darüber, wie er seine Berufung als Priester und Seelsorger zum Wohle seiner Mitmenschen ausüben kann. "Man muss als Priester aufpassen, dass nicht Routine hineinkommt", sagt der 85-jährige. Deshalb ist es ihm wichtig, jeden Tag ganz bewusst zu erleben, so als wäre es der letzte, sagt Pater Arno. Vor sechs Jahrzehnten, am 19. Dezember 1959, empfing er in der Lateran-Basilika in Rom die Priesterweihe.

Seine verantwortungsvollen Aufgaben im Augustinerorden haben den Jubilar weit herumkommen und viele Erfahrungen sammeln lassen. Seit zwölf Jahren ist er zurück in Münnerstadt, den Ort, wo er 1954 sein Abitur abgelegt und sein Noviziat als Augustiner begonnen hatte.

Arno Meyer wurde 1934 im thüringischen Eichsfeld, in Wingerode, geboren. Der Kriegsjahre, die er als Kind erlebt hat, und vor allem die Teilung Deutschlands nach Kriegsende haben Pater Arno nachhaltig, bis heute geprägt. Immer wieder kommt er darauf in seinen Predigten zurück. Seine Generation habe nach diesen schlimmen Jahren nach dem Sinn des Lebens gesucht, sagt er. Er hat ihn in seiner Berufung zum Augustiner und Priester gefunden.

1955 legte Pater Arno Meyer in der Münnerstädter Klosterkirche sein Ordensgelübde ab. Seine Studienzeit verbrachte er zuerst in Würzburg, ab 1956 dann in Rom. 1958 legte er die ewige Profess ab. Die Priesterweihe folgte 1959. Dass seine Eltern 1959 aus der DDR zur Priesterweihe nach Rom reisen durften, bezeichnet er als diplomatisches Wunder, ebenso die Tatsache, dass ihm erlaubt worden war, in seinem Heimatort die Primiz feiern zu können.

Nach dem Studium kam P. Arno Meyer als hauptamtlicher Religionslehrer nach Weiden und wurde zudem Leiter des dortigen Augustinerinternats. Zwischen 1971 und 1975 war er Prior im Augustinerkloster St. Bruno in Würzburg, Kaplan in der dortigen Pfarrei und Doktorand an der Universität. 1975 promovierte er. Wenig später wurde Pater Arno zum Provinzial der deutschen Augustinerprovinz gewählt. Dieses Amt übte er bis 1983 aus.

Nach mehreren Jahren außerordentlicher Seelsorge in Germershausen führte P. Arnos Lebensweg 1991 nach Rom, wo er zum Direktor des internationalen Studienkollegs der Augustiner ernannt wurde und als Dozent wirkte. An diese Zeit denkt er sehr gerne zurück. Er hatte Kontakt zu Augustinern aus der ganzen Welt, was er nicht missen möchte. Bei Besuchen in der Augustinermission im Kongo hat er eine Freude im Glauben erlebt, wie er sie im traditionellen Christentum hierzulande oftmals vermisst.

1992 berief Papst Johannes Paul II P. Arno Meyer in die römische Kongregation für Selig- und Heiligsprechung. Außerdem wurde der Augustiner zum Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste ernannt. Sein Wirken wurde in der Folge gewürdigt, so mit dem Dante Alighieri-Preis und dem Preis der Nationen - Italien in der Welt.

2001 endete Pater Arnos römische Zeit. Er kehrte zurück nach Deutschland und übernahm die Aufgaben des Priors im Augustinerkonvent in Weiden. 2003 wurde er Prior und Wallfahrtsleiter in Walldürrn und Pfarrer in einer benachbarten Gemeinde. Sehr bedauert hat der 85-Jährige, dass sein Orden 2007 die Wallfahrtsseelsorge in Walldürrn wegen der rückläufigen Zahl an Ordensmitgliedern aufgeben musste.

Seit 2007 ist Pater Arno nun wieder in Münnerstadt. Dort hatte er das Amt des Priors im Konvent St. Michael. Mittlerweile hat er diese Aufgabe abgegeben. Inständig wünscht sich der Jubilar, dass der 1279 gegründete Konvent St. Michael weiterbestehen kann.

Seinen Auftrag als Priester nimmt er heute noch so ernst wie vor 60 Jahren, auch wenn er aus gesundheitlichen Gründen mittlerweile kürzer treten muss. Wichtig ist ihm, dass er als Geistlicher auf der selben Ebene steht wie seine Mitmenschen und dass er mit ihnen gemeinsam auf dem Lebensweg hin zu Gott ist. Es freut ihn, wenn er mit seinen Worten Menschen helfen, sie trösten und sie erfreuen kann.

Den Festgottesdienst zum 60-jährigen Priesterjubiläum am Donnerstag, 19. Dezember, um 11 Uhr, möchte er deshalb mit der gesamten Öffentlichkeit feiern. Er freut sich darüber, dass sieben Verwandte nach Münnerstadt reisen werden, darunter sein Bruder und ein Neffe, der Priester Dr. Herbert Meyer, der zusammen mit dem Jubilar und dem Prior von St. Michael, P. Dr. Gregor Hohmann die Messe zelebrieren wird. Insgesamt werden zwölf Priester beim Gottesdienst anwesend sein, erklärt P. Arno Meyer.

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