Münnerstadt
Musikausbildung

Münnerstadt: Ein Höhepunkt nach dem anderen

Die Wiederbelebung des Jugendblasorchesters hat sich als Glücksgriff erwiesen. Der Stadtrat steht auch finanziell voll hinter dem Projekt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das im letzten Jahr wiedergegründete Jugendblasorchester soll zu einem Aushängeschild der Stadt werden. Wenn alles klappt, sind die jungen Musiker beim Trachten- und Schützenumzug des Münchner Oktoberfestes im Jahr 2020 mit dabei. Dieter Britz
Das im letzten Jahr wiedergegründete Jugendblasorchester soll zu einem Aushängeschild der Stadt werden. Wenn alles klappt, sind die jungen Musiker beim Trachten- und Schützenumzug des Münchner Oktoberfestes im Jahr 2020 mit dabei. Dieter Britz

Den Bayerischen Ministerpräsidenten trifft ein junger Mensch aus der unterfränkischen Provinz sicher nicht allzu häufig. Für die Mitglieder des Jugendblasorchesters Münnerstadt sieht das anders aus. Wenn alles gut geht, werden sie Markus Söder im Jubiläumsjahr der 1250-Jahrfeier Münnerstadts gleich mehrfach treffen: Beim Neujahrsempfang der Stadt Münnerstadt am 23. Januar und beim Trachten- und Schützenzug des Münchner Oktoberfestes. Die Stadtverwaltung ist gerade dabei, die Bewerbung fertigzustellen. "Wir hoffen, dass wir berücksichtigt werden", sagt der geschäftsleitende Beamte, Stefan Bierdimpfl. "Das ist ein Wunsch des Bürgermeisters", fügt er hinzu. Schirmherr der Feierlichkeiten 1250 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung ist Ministerpräsident Markus Söder.

"Nach dem sehr erfolgreichen Auftritt des wieder begründeten Jugendblasorchesters in Stenay sind wir gerade dabei, die Jahresplanung für 2019 und 2020 aufzustellen", erläutert Stefan Bierdimpfl. Den Mitgliedern des Orchesters sollen einige Höhepunkte geboten werden, wie der Zug beim Oktoberfest. Daneben wird es aber auch wieder ein Probewochenende geben, was bei den jungen Leuten sehr gut ankommt und ein Frühjahrskonzert. "Das wird ein großes Festkonzert im Rahmen der Städtepartnerschaft", sagt der Leiter der Städtischen Musikschule, Thomas Reuß. Dabei werden auch ehemalige Schüler, die heute professionelle Musiker sind, als Solisten mitwirken. Und davon gibt es einige.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung unserer Musikschule", sagt Bürgermeister Helmut Blank (CSU) und bezieht den Leiter, Thomas Reuß ausdrücklich in das Lob ein. "Was wir aufgebaut haben in den letzten zwölf Jahren, kann sich sehen lassen", ist Helmut Blank überzeugt. Als Beispiel nennt er das WiM-Projekt (Wir musizieren) an den Schulen. "Die Entwicklung ist enorm", meint auch Thomas Reuß. Dies sei aber auch den Lehrern zu verdanken. "Es ist wirklich ein sehr gutes Team."

Angebote gibt es an der Städtischen Musikschule schon für Kinder ab 18 Monaten. Dem "Musikgarten", der immer stärker nachgefragt wird, folgt die "musikalische Früherziehung". Das WiM-Projekt und die Möglichkeit, in die Bläserklassen der Grundschulen in Münnerstadt und Poppenlauer zu gehen, gibt es ebenfalls. Das sei auch für die Musikvereine im Stadtgebiet eine gute Möglichkeit, Nachwuchs zu bekommen. Seit September 2019 können die Kinder und Jugendlichen nun auch wieder im Jugendblasorchester spielen. Knapp 45 nutzen die Möglichkeit mit wachsender Freude. Auf welch hohem Niveau sie nach so kurzer Zeit spielen, hat sich beim umjubelten Auftritt in Stenay gezeigt. Am Freitag, 5. Juli, im Deutschordensschloss (Serenade) und am Sonntag, 14. Juli, auf dem Anger (Stadtfest) werden die jungen Musiker wieder zu hören sein.

"Die Wertschätzung kann man auch daran sehen, dass der Stadtrat Geld für Ersatz- und Neubeschaffungen der Landsknechtsuniformen zur Verfügung gestellt hat", sagt Stefan Bierdimpfl. Überhaupt sei die Idee, das Jugendblasorchester als Aushängeschild der Stadt wiederzubeleben aus dem Stadtrat gekommen. Die Uniformen, die 1967 angeschafft wurden, stellen auch nach 50 Jahren einen enormen Wert dar. Dass das so ist, habe man den ehrenamtlichen Helfern zu verdanken, die sich in all den Jahren um die Uniformen gekümmert haben. Der erste war Albrecht Neiber, aktuell ist das Elisabeth Gopp. Es gibt nur noch wenige Spezialfirmen, die so etwas anfertigen können. Auf Vermittlung von Günter Köth ist Thomas Reuß nun in die Nähe von Passau gefahren, wo es eine entsprechende Firma gibt. Der erste Kontakt war vielversprechend.

Thomas Reuß sei mit Aufgaben betraut, die weit über die eines Leiters der Städtischen Musikschule hinausgehen, sagt Helmut Blank. So ist er gerade dabei das geplante Benefizkonzert der Bigband der Bundeswehr und den Großen Zapfenstreich der Bundeswehr im nächsten Jahr zu organisieren. Beides soll als Open Air auf dem Anger stattfinden. "Die Bewerbungen sind raus", sagt Thomas Reuß. Im Jubiläumsjahr soll den Münnerstädtern und ihren Gästen etwas Besondere geboten werden. Und dazu gehört auch das Jugendblasorchester.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren