Münnerstadt
Kunst

Münnerstadt: Ein begnadeter Zeichner und Maler aus Leidenschaft

Der 97-jährige Künstler Hans Haus stellt in der Kleinen Galerie des Münnerstädter Seniorenzentrums Bilder einer langen Schaffenszeit aus.
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Horst Kreutz (rechts) freute sich, dass Hans Haus (Mitte) einen Ausschnitt aus seinem künstlerischen Schaffen in der Kleinen Galerie zeigt. Sohn Reinhard Haus stand beratend zur Seite. : Heike Beudert
Horst Kreutz (rechts) freute sich, dass Hans Haus (Mitte) einen Ausschnitt aus seinem künstlerischen Schaffen in der Kleinen Galerie zeigt. Sohn Reinhard Haus stand beratend zur Seite. : Heike Beudert

Auch heute noch würde er gerne malen, sagt der Künstler Hans Haus, der seit einiger Zeit gemeinsam mit seiner Frau Helma im Münnerstädter Seniorenzentrum lebt. Doch seine Augen sind zu schlecht. Eine Auswahl von Bildern, die Hans Haus während seiner langen Schaffensphase gemalt hat, sind derzeit in der kleinen Galerie des Seniorenzentrums "St. Elisabeth" ausgestellt. "Es ist nur ein Fingerhut voll", lacht der 97-jährige. Von Kindesbeinen an hat er gemalt und gemalt. Wie viele Bilder es waren, kann der Senior heute nicht mehr sagen.

Mit einem selbstgebastelten und -bemalten Drachen habe alles begonnen, erinnert sich Hans Haus zurück. Vielseitigkeit war ein Markenzeichen des Künstlers.Das ist an den Werken zu erkennen, die in Münnerstadt ausgestellt sind. Eine Landschaft am Gardasee ist ebenso dabei Stadtansichten aus seiner hessischen Heimat oder Hinterglasmalerei. Ein Bild zeigt das Porträt seiner Frau, ein anderes seines Sohnes. Sein älterer Sohn Reinhard - der jüngere Sohn ist bereits verstorben - hat das Talent des Vaters geerbt. Er ist Kunstprofessor und erzählt bei der Ausstellungseröffnung, dass auch schon die Vorväter als Kunstschmiede im Elsass die Kunst im Blut hatten.

"Wir haben mit der Malerei meines Mannes gelebt", erzählt die 98-jährige Helma Haus. Sie habe ihm den Rücken für seine künstlerische Tätigkeit freigehalten, lobt Hans Haus seine Gattin und berichtet von einer langen, glücklichen Ehe, die bereits 74 Jahre hält.

Bekannt als Grafiker

Von seinen Bildern alleine habe er nicht nicht leben können, sagt Hans Haus bescheiden; wohl aber von seinem künstlerischen Beruf und seiner Kreativität. Er ist ausgebildeter Grafik-Designer und hat sich im Gestalten und Anfertigen für Druckvorlagen, Marken-Logos, Broschüren oder Briefköpfen bei namhaften Firmen im In- und Ausland einen Namen gemacht.

Sein künstlerischer Nachlass ist heute in den Museen der Stadt Hanau zu sehen, die ihn mit einer Dauerausstellung in Schloss Großauheim und in Schloss Wilhelmsbad geehrt hat.

Den Umzug von Dornigheim bei Hanau ins Seniorenzentrum nach Münnerstadt hat das Ehepaar trotz seines hohen Alters gewagt; Stadt und Seniorenzentrum seien den Eltern eine zweite Heimat geworden, erklärt Reinhard Haus. Die jetzt gezeigten Bilder sollen der Einrichtung als Dauerleihgabe übergeben werden.

Weshalb gerade Münnerstadt? Eine Kollegin in Berlin, eine gebürtige Grabfelderin, habe ihm früher immer erklärt, dass Münnerstadt ein guter Ort zum Leben sei. Daran habe er sich erinnert, erzählt Reinhard Haus. Zur Region habe die Familie schon immer eine Beziehung. Viele Urlaube hat die Familie früher an der Saale verbracht.

Der Kurator der Kleinen Galerie, Horst Kreutz, würdigte die Bilder von Hans Haus. Er sprach von einer Duftigkeit, über die man staunen könne und von einem Strich bei den Por-träts, der sehr besonders sei. "Ein Maler muss auch ein Handwerker sein". Daraus würden sich viele schöpferische Möglichkeiten ergeben. Hans Haus habe diese genutzt. Die Ausstellung ist im August und September zu sehen.

Der 2. Vorsitzende des Freundeskreises St. Elisabeth, Karl Beudert, gratulierte nicht nur zur Ausstellung, sondern nutzte die Gelegenheit für ein Dankeschön an Horst Kreutz. Denn dieser organisiert seit 20 Jahren die Ausstellungen in der Kleinen Galerie. Die Bilder, die in den zwei Jahrzehnten zu sehen waren, hätten immer wieder die Bewohner des Hauses, aber auch viele Gäste begeistert. Gaby Eck dankte im Namen des Seniorenzentrums Horst Kreutz für sein Engagement. "Wir sind glücklich, dass wir jemanden wie Horst Kreutz haben".

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