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Münnerstadt: Die kleinen Leute am Michelsberg

Helmut Rittmeyer hat an der Kirchenruine des Michelsbergs kleine Holzfiguren aufgestellt. Die Naturburschen und-mädchen gefallen Spaziergängern.
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Rund um die Ruine der Michelsbergkirche gibt es jetzt kleine Leute aus Holz. Heike Beudert
Rund um die Ruine der Michelsbergkirche gibt es jetzt kleine Leute aus Holz. Heike Beudert
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MünnerstadtEin Jogger, ein Pilger, ein Wanderer, eine Spaziergängerin mit Handtasche, ein Waldarbeiter... Sie alle kommen im wirklichen Leben an der Kirchenruine des Michelsberges vorbei, manche eher zufällig, andere regelmäßig, wie der Münnerstädter Helmut Rittmeyer. All diesen Besuchern dieses idyllischen Fleckchens hat Rittmeyer nun gewissermaßen ein Denkmal gesetzt. Seit ein paar Wochen stehen dort seine selbstgefertigten Holzmännchen- und -frauen. Es sind liebevoll gestaltete Figuren aus Naturmaterialien, die schnell die Aufmerksamkeit der Vorbeikommenden auf sich gezogen haben.

Im ersten Moment erinnern die kleinen Leute am Michelsberg an Strichmännchen, wie man sie von Kinderzeichnungen kennt. Doch beim genaueren Hinsehen sind die vielen Details zu erkennen. Und besonders auffällig ist, dass es Helmut Rittmeyer gelungen ist, die Männchen tatsächlich in Bewegung zu zeigen, egal ob beim Nordic Walking oder beim Arbeitseinsatz mit dem Rechen. "Jede Figur soll den Anschein erwecken, dass sie in Bewegung ist", so Helmut Rittmeyer.

Astgabeln bilden den Körper der kleinen Leute. Oben auf sitzt eine Holzkugel, der Kopf. Schwierig und deshalb langwierig sei, die passenden Äste im Wald zu entdecken, sagt Helmut Rittmeyer. Besonders gut gefallen ihm seine Statuetten aus Birkenholz. Leider gebe es in der Region nur wenige Birken, so dass er mit dieser Holzart kaum arbeiten kann.

Wichtig war dem Münnerstädter, dass seine Figuren zu mindestens 99 Prozent aus Naturmaterialien gearbeitet sind. Tannenzapfen sind Kopfschmuck. Muscheln aus dem Mittelmeer werden als Ketten dekoriert. Sie sollen Teil der Natur sein und diese nicht verschmutzen.

Die Idee für seine hölzernen Leute bekam Helmut Rittmeyer in Maria Bildhausen; dort hatte er vor einiger Zeit einfache Holz-Strichmännchen gesehen.Diese hätten seine Fantasie angeregt, erzählt er. Und er begann die ersten, noch ganz schlichten Figuren für den Michelsberg zu bauen.

Hübsche Details

Doch mit jedem neuen Männchen wurde seine Technik perfekter, wurden die Details feiner. Mit jeder Figur wuchs die Freude am Tun und damit auch der Erfindungsreichtum, erzählt Helmut Rittmeyer. Mittlerweile haben sie auch Gesichter. Bei den ersten Arbeiten war das nicht so. Da stand hauptsächlich der Moment der Bewegung im Mittelpunkt.

Zum Michelsberg hat Helmut Rittmeyer eine besondere Beziehung. Er kommt regelmäßig hierher. Für ihn ist das ein mystischer Ort, zu dem er sich von Anfang an hingezogen fühlte. Er ist dankbar dafür, dass die Bürger aus Burghausen und Reichenbach diesen Platz und die Kirchenruine so gut erhalten. Schon seit Jahren stapelt der Münnerstädter dort Steintürme. Jetzt ist mit den Männchen eine Neuerung hinzugekommen.

Helmut Rittmeyer freut sich, wenn auch die Besucher Gefallen an den hölzernen Leutchen auf dem Michelsberg haben.Er hofft, dass sie stehen bleiben und nicht zerstört werden.

Marga Behrschmidt gehört zu den Spaziergängern, die auf dem ersten Blick begeistert waren von den Figuren. Sie findet die Idee originell und die Statuetten ausgesprochen hübsch, vor allem dann, wenn auch die Sonne darauf scheint.

Zwischenzeitlich gibt es die kleinen Leute aus Holz-Fundstücken nicht nur am Michelsberg, sondern auch auf der Münnerstädter Tennisanlage des TSV. Dort sind sie dann natürlich gerade mit dem Tennisspielen beschäftigt, erklärt Helmut Rittmeyer.

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