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Münnerstadt: Die Herrengärten stehen wieder im Fokus

In dem Grün vor der Stadtmauer könnte ein Wohnmobilstellplatz entstehen. Vor genau 25 Jahren galten die Gärten als mögliche Trasse der Karlsberganbindung.
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Auf dem sogenannten Luma-Grundstück soll ein Wohnmobilstellplatz mit Zeltplatz entstehen. Thomas Malz
Auf dem sogenannten Luma-Grundstück soll ein Wohnmobilstellplatz mit Zeltplatz entstehen. Thomas Malz

Zwischen der ersten Forderung nach einer Ortsumgehung und der tatsächlichen Einweihung der Entlastungsstraße in Münnerstadt lagen Jahrzehnte. Aber immerhin: sie wurde gebaut. Das kann man von der ebenfalls seit Jahrzehnten geplanten Karlsberganbindung nicht behaupten. Immer wieder einmal werden Rufe danach wach, erst vor ein paar Jahren hat Bürgermeister Helmut Blank (CSU) das Thema wieder aufgebracht, weil er um die Trinkwasserversorgung der Stadt fürchtet. Denn der Schwimmbadweg, der unmittelbar an den Münnerstädter Brunnen vorbeiführt, wird von größeren Fahrzeugen genutzt, die nicht durch das Jörgentor passen. Konkretes gibt es derzeit in punkto Karlsberganbindung nicht. Ein Umstand, der nicht zuletzt den Gartenfreunden gefallen dürfte, die ein Stück Erde in den Herrengärten pflegen,

Vor 25 Jahren allerdings fürchteten die Gartenbesitzer um ihr Stück Erde. Damals hatte ein Büro die schon zuvor geplanten sieben Möglichkeiten einer Karlsberganbindung genauer unter die Lupe genommen, besonders in Bezug auf Umsetzbarkeit und Umweltverträglichkeit. Von diesen sieben Varianten führten vier durch die Herrengärten. Man sollte das Ganze nicht übers Knie brechen, sagte damals Bürgermeister Ferdinand Betzer, der schätzte, dass es noch sieben bis acht Jahre dauern könnte, bis die Karlsberganbindung gebaut wird. Man ging davon aus, dass noch viel Diskussionsbedarf bestehe.

Diskutiert wurde tatsächlich viel, umgesetzt ist die Karlsberganbindung bis heute nicht. Nun tauchen aber plötzlich die Herrengärten wieder auf:" Projektvorstellung für einen Wohnmobilstellplatz in den Herrengärten" steht auf der Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung am Montag. Die angegebenen Flurnummern beziehen sich auf das so genannte Luma-Grundstück, das sich im Eigentum der Stadt befindet. Es liegt in der Friedhofstraße gegenüber der Gärtnerei.

"Dort soll ein Wohnmobilstellplatz mit Zeltplatz entstehen", sagt Bürgermeister Helmut Blank (CSU) dazu. Er begrüßt das Vorhaben sehr. Es handele sich um einen Investor aus dem Stadtgebiet. Die Pläne werden am Montag vorgestellt. Es gebe zwar mehrere Flächen, die sich für einen Wohnmobilstellplatz eignen würden, "aber nichts ist so stadtnah wie dieses Grundstück", sagt er. Die umliegenden Gärten würden nicht berührt.

Einer möglichen Anbindung des Stellplatzes über die Coburger Straße, womit eine Art Karlsberganbindung geschaffen werden könnte, erteilt der Bürgermeister eine klare Absage. "Das ist nicht geplant." Und obwohl bei einem (möglichen ) Abriss des Hallenbades des BBZ zwei Argumente für die Karlsberganbindung wegfallen, ist der Bürgermeister überzeugt, dass sie irgendwann gebaut werden muss. Er geht davon aus, dass sich bei anhaltender Trockenheit die Gesetzeslage verschärft und eine eigene Trinkwassergewinnung das höchste Gut wird.Dann müsste der Schwimmbadweg gesperrt werden.

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