Münnerstadt
Jubiläum

Münnerstadt: Der Teamgeist steht im Mittelpunkt

Der "Stammtisch Kübelspritze" hat sich einst gegründet, um die Kameradschaft zu fördern und die Feuerwehr attraktiver für junge Mitglieder zu machen. Jetzt wird Jubiläum gefeiert.
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Teamgeist stand von Anfang an ganz vorn beim Stammtisch Kübelspritze. Das zeigte sich auch bei den Maifesten mit Baumaufstellung, hier im Jahr 2004. Archiv/Thomas Malz
Teamgeist stand von Anfang an ganz vorn beim Stammtisch Kübelspritze. Das zeigte sich auch bei den Maifesten mit Baumaufstellung, hier im Jahr 2004. Archiv/Thomas Malz

Sie sitzen an einem Tisch. Joachim Ortner und Roland Dömling sind von Anfang an dabei, Robert Müller und Philipp Neugebauer waren da noch viel zu jung, sie sind seit rund zehn Jahren zwei der insgesamt vier gleichberechtigten Beisitzer, die zusammen mit dem Kassier das Gremium bilden, was einem Vorstand entspricht. Es gibt eine eigene Satzung, obwohl der "Stammtisch Kübelspritze" kein eigener Verein, sondern eine Gruppe innerhalb des Feuerwehrvereins ist. 35 Jahre sind seit der Gründung ins Land gegangen. Das ist zwar kein ganz rundes Jubiläum, gefeiert wird trotzdem. Und zwar am Samstag, 1. Juni, im Münnerstädter Schlosshof mit Ghost Squadron - The Band.

Es war eine ganz andere Zeit. In den 1980er Jahren war die Feuerwehr noch ganz anders organisiert. Es ging noch viel hierarchischer zu, erzählen sie. "Damals hat die Feuerwehr auch keine Feste organisiert", sagt Roland Dömling. Wollte die Jugend etwas unternehmen, musste der Verwaltungsrat befragt werden. "Das ging nicht einfach so." Die meist 16- bis 18-Jährigen Feuerwehrmänner wollten zusammen etwas unternehmen, wollten die Feuerwehr attraktiver für die Jugend machen und die Kameradschaft fördern, natürlich auch zwischen älteren und jüngeren Feuerwehrmännern. So wurde der "Stammtisch Kübelspritze" gegründet.

Namenspatron wurde eine Sparbüchse in Form einer Kübelspritze, die Feuerwehrmänner bei einer Fahrt nach Lüdenscheid entdeckten. Sie steht noch heute im Gasthaus Hellmig. Die Feuerwehr wiederum war Namenspatron für die "Floriansstube" im Gasthaus. Gleich zu Beginn erließen die Stammtischmitglieder eine Satzung. Diese gilt heute noch. "Die Zeiten haben sich geändert, heute sind Frauen in der Feuerwehr sehr willkommen", sagt Robert Müller. "Aber der Stammtisch bleibt eine Männerdomäne."

Einmal im Monat trafen sich die Stammtischmitglieder, erste Veranstaltungen wurden organisiert. Legendär geworden ist eine Faschingsveranstaltung an zwei Tagen im Februar 1986 im Keller der Zehntscheune. Tagelang haben die Stammtischler zuvor aufgeräumt und an der Einrichtung gebastelt. Der Einsatz hat sich gelohnt. Zur 98-Pfennig-Party (Eintritt) sind dann knapp 1000 Besucher gekommen. Von dem eingenommenen Geld fuhren die Stammtischler zwei Tage nach Berlin, wo sie unter anderem eine Berufsfeuerwehr besuchten. Allerdings war das erste Party-Wochenende in der Zehntscheune auch gleich das letzte. Ausgerechnet wegen der Brandschutzbestimmungen (fehlende Fluchtwege) gab es keine weiteren mehr.

Aber es gab ja noch andere Veranstaltungsorte. Joachim Ortner erzählt von einem Country Konzert in der Mehrzweckhalle mit Bobby Beer (alias Gerald Vielwerth) in den 1990er Jahren, zu dem rund 900 Besucher kamen. "Wir haben Chili gekocht, viel Chili." Davon blieb eine Menge übrig, es wurde eingefroren und dann gab es bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit Chili. "Wir konnten das Zeug nicht mehr sehen", so Joachim Ortner. Philipp Neugebauer erinnert auch an die legendäre Millenium-Party, die der Stammtisch ausgerichtet hat.

"Es geht darum, auf die Feuerwehr aufmerksam zu machen", erklärt Robert Müller. Deshalb werden Schafkopf-Turniere und Plattenpartys organisiert, früher hat der "Stammtisch Kübelspritze" auch die Maibaumaufstellungen am Marktplatz durchgeführt, aber dann wurden die Auflagen zu hoch. Die öffentlichen Veranstaltungen sind aber nur die eine Seite. Die andere sind die internen. Dazu zählen die Wanderung am 1. Mai, die Vatertagswanderung, Weihnachtsfeiern und Ausflüge. "Die Feuerwehr lebt von der Kameradschaft", betont Robert Müller. Und die funktioniere trotz eines großen Altersunterschiedes. Der liege mittlerweile bei fast 40 Jahren ergänzt Philipp Neugebauer. "So ein Vereinsleben merkt man auch bei den Einsätzen", ist Joachim Ortner überzeugt. "Teamgeist und Zusammenarbeit sind einfach besser."

Davon können sich die Gäste nun am 1. Juni ab 19 Uhr im Schlosshof beim Konzert von "Ghost Squadron" überzeugen. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Für das leibliche Wohl der Gäste ist gesorgt. Weil sie nicht immer nur das Übliche anbieten wollen, haben sich die Stammtischler diesmal für Pizza entschieden. Die wird vor Ort frisch gebacken.

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