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Münnerstadt: Dem Abriss ein Stück näher

Die Einspruchsfrist gegen die nicht erfolgte Zulassung des Bürgerbegehrens ist abgelaufen. Die Verwaltung hat am Freitag einen Auftrag zur Vorbereitung des Abrisses vergeben.
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Ein Container steht zwar bereit, derzeit tut sich am Hallenbad in Münnerstadt aber nicht viel. Jetzt sind Untersuchungen bezüglich der Schadstoffbelastung vergeben worden. Sie werden in Vorbereitung für den Abriss benötigt. Thomas Malz
Ein Container steht zwar bereit, derzeit tut sich am Hallenbad in Münnerstadt aber nicht viel. Jetzt sind Untersuchungen bezüglich der Schadstoffbelastung vergeben worden. Sie werden in Vorbereitung für den Abriss benötigt. Thomas Malz

"Wir haben noch etwas gewartet", sagt Bürgermeister Helmut Blank. Bereits am Pfingstmontag war die Einspruchsfrist abgelaufen. Bis dahin hätten die Unterzeichner des Bürgerbegehrens "Erhalt des Hallenbades - Schwimmen statt Abriss" beim Verwaltungsgericht Würzburg Klage gegen den Mehrheitsbeschluss des Münnerstädter Stadtrates erheben können, nachdem das Bürgerbegehren unzulässig ist.

Das ist nicht geschehen. "Wir haben aufgrund eines nicht öffentlichen Stadtratsbeschlusses vom 20. Mai die geforderten vorbereitenden Untersuchungen vergeben", so das Stadtoberhaupt. Die seien für den Abriss des Hallenbades nötig. Die Auftragsvergabe erfolgte am Freitag.

Schon vor drei Jahren hätte das Bad eigentlich abgerissen werden sollen, was durch das erste Bürgerbegehren verhindert wurde. Die Münnerstädter wollten mehrheitlich einen Vergleich zwischen den Abrisskosten und den Kosten der Sanierung. "Inzwischen sind die gesetzlichen Voraussetzungen bezüglich der Schadstoffe ungleich höher, sodass wir zusätzliche Aufwendungen haben, um das Hallenbad abreißen zu können." Der Bürgermeister sieht das so: "Je länger wir warten, desto teurer wird der Abriss für die Bürger."

Jetzt werden Mitarbeiter eines Instituts die Schadstoffbelastungen untersuchen, die Ergebnisse müssen beim Abriss berücksichtigt werden. Dann werden die Arbeiten ausgeschrieben, der Stadtrat nimmt die Auswertung vor und vergibt die Abrissarbeiten. Helmut Blank nennt Zahlen: "Jedes Bürgerbegehren kostet die Stadt etwa 25 000 Euro." Die Kosten für das Rongen-Gutachten (Vergleich Sanierung/ Abriss) beziffert er auf 50 000 Euro. Das habe ja das Gutachten von Dag Schröder zu 100 Prozent bestätigt, meint Helmut Blank.

"Was selbst ernannte Sachverständige meinen und sagen, ist für uns nicht relevant, da wir uns an die beauftragten und bezahlten Sachgutachten halten müssen." Die "selbst ernannte Sachverständigen" stünden in keiner haftungsrechtlichen Verantwortlichkeit, so der Bürgermeister. Als dritten Kostenpunkt nennt er die Aufwendungen der Verwaltung, die er mit 30 000 bis 35 000 Euro veranschlagt. "Und wichtige Aufgaben bleiben liegen", betont er.

"Nur mit Schutzkleidung"

Eigentlich, so meint das Stadtoberhaupt, könnte er mit Ablauf der Einspruchsfrist wieder die Mitarbeiter des Bauhofs in das Hallenbad schicken, um den Abriss vorzubereiten. Aber das wird er nicht tun: "Die von der Stadt Münnerstadt eingeschalteten Fachbüros haben mir dringend geraten, im Hallenbad keine Arbeiten ausführen zu lassen." Aufgrund des baulichen Zustands könnten dort nur noch Fachleute mit entsprechender Schutzkleidung arbeiten.

Natürlich ist bei der Stadtverwaltung bekannt, dass die Mitglieder des Vereins Bürgerbad Münnerstadt erneut Unterschriften für das Bürgerbegehren "Erhalt des Hallenbades - Schwimmen statt Abriss" mit geänderter Begründung sammeln, weil diese beim letzten Mal zur Unzulässigkeitserklärung geführt hat. Der Bürgermeister geht davon aus, dass er in absehbarer Zeit die Unterschriftenlisten überreicht bekommt. Sobald der Stadtrat dann die Zulässigkeit erklärt, darf nichts mehr unternommen werden, was den Zielen des Begehrens entgegen steht. Die beauftragten Untersuchungen bezüglich der Schadstoffbelastung betreffe das aber nicht.

"Wir sammeln fleißig", sagt der Vorsitzende des Vereins Bürgerbad Münnerstadt, Wolfgang Blümlein, auf Anfrage unserer Zeitung. Sobald die notwendigen Unterschriften vorliegen, sollen die der Stadt übergeben werden. Wolfgang Blümlein bestätigt, dass die Unterzeichner des Begehrens nicht gegen den Stadtratsbeschluss geklagt haben. Stattdessen haben sie schon lange vor Verstreichen der Widerspruchsfrist die andere mögliche Variante gewählt und sammeln die Unterschriften jetzt neu.

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