Münnerstadt
1250-Jahrfeier

Münnerstadt: Das Gerüst für das Jubiläum steht

Kulturmanager Nicolas Zenzen stellte dem Stadtrat das Konzept für das Stadtjubiläum 2020 vor. Dazu gab es aus dem Gremium neue Ideen und auch viel Lob.
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Der Festumzug gehörte zu den Höhepunkten der Jubiläumsfeierlichkeiten im Jahr 1970. Auch 2020 können sich die Vereine präsentieren. Das ist aber nur ein kleiner Baustein in einem großen Programm. Stadtarchiv Münnerstadt/ Nachlass Gerhard Fuhrmann
Der Festumzug gehörte zu den Höhepunkten der Jubiläumsfeierlichkeiten im Jahr 1970. Auch 2020 können sich die Vereine präsentieren. Das ist aber nur ein kleiner Baustein in einem großen Programm. Stadtarchiv Münnerstadt/ Nachlass Gerhard Fuhrmann

Bei einem Stadtjubiläum geht der Blick natürlich immer zurück. Und das soll auch im Jubiläumsjahr 2020 anlässlich der 1250-Jahrfeier der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt so sein. Aber nicht nur. "Wir wollen auf die Geschichte zurückblicken, aber auch darstellen, wo Münnerstadt heute steht und wie es in Zukunft weiter gehen soll", sagte Kulturmanager Nicolas Zenzen, der das Konzept vorstellte. Dabei wird es sich nicht nur um eine Festwoche handeln, das ganze Jahr über sollen Veranstaltungen stattfinden.

Wie schon bei einer Informationsveranstaltung mit den Vereinen im Stadtgebiet, machte Nicolas Zenzen deutlich dass Veranstaltungen, die ohnehin im Jahresverlauf stattfinden, mit Aspekten zum Stadtjubiläum aufgewertet werden können. Den Anfang wird der traditionelle Neujahrsempfang der Stadt Münnerstadt im Januar machen, bereits am 1. Februar folgt der Poetry Slam."Ich plane drei Sonderausstellungen, die nsich mit der Geschichte Münnerstadts beschäftigen", sagte Nicolas Zenzen, der ja auch Leiter des Henneberg-Museums ist. Thematisch habe er sich noch nicht festgelegt, die erste soll im April eröffnet werden. Ein erster Höhepunkt stehe im Mai mit dem Gegenbesuch der französischen Freunde aus Stenay an.

Da den Stadträten der vorläufige Veranstaltungskalender für das Jubiläumsjahr vorlag, ging Nicolas Zenzen nicht auf jede einzelne Veranstaltung ein. Zum Schutzengelmarkt am 1. September, also dem zweiten Heimatspielsonntag, wird das Lagerleben durch einen Mark aus der Zeit des 30-jährigen Krieges erweitert. Dazu werden auch auswärtige Gruppen erwartet. Ein großer ökumenischer Gottesdienst wird ebenso zu den Höhepunkten zählen wie ein Benefizkonzert der Bigband der Bundeswehr und ein Großer Zapfenstreich. Der TSV Münnerstadt will in Zusammenarbeit mit dem Rhönklub Wanderungen und Radtouren anbieten, Mia Hochrein plant Kunstaktionen, der Altstadtverein will sanierte Häuser öffnen und zudem die Stadtmauer "brennen" lassen. Die beleuchtete Stadtmauer wäre am 28. Dezember geeignet, dem eigentlichen Tag der Erwähnung. "Dieser Kalender entwickelt sich permanent weiter", betonte der Kulturmanager.

Das Stadtfest "Musik und Märkte", wird im Jubiläumsjahr um zwei Tage verlängert wird. Am Donnerstag sollen die Münnerstadt auf ihr Jubiläum anstoßen, mit Festreden, Ehrungen etc. und am Montag wird es ein Kesselfleischessen geben. Von Freitag bis Sonntag ist wieder ein hochkarätiges Programm geplant, einschließlich Festumzug, bei dem sich alle Vereine im Stadtgebiet präsentieren können.

Das seien sehr viele Veranstaltungen über das Jahr, sagte Dieter Petsch (Freie Wähler). Viele davon werden im Schlosshof stattfinden. Die Stadt sollte sich rechtzeitig nach Alternativen umsehen, fall das Wetter einmal schlecht ist. Dieter Petsch nannte die Aula des BBZ, das Jugendhaus am Dicken Turm und die Aula des Schönborn-Gymnasiums als Alternativen. Man sollte sich schon jetzt die Zusagen holen. Das sei ein sehr guter Vorschlag, meinte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) dazu.

Rosina Eckert (Forum aktiv) ging auf das Festwochenende ein. Sie stürt sich am Autoscooter, der jedes Jahr den gesamten Marktplatz einnimmt. "Das ist der einzige Platz, wo er hinpasst" erklärte der Bürgermeister dazu. Und der Autoscooter werde gut angenommen. Leo Pfennig (Freie Wähler) wollte wissen, ob die Stadt vertraglich gebunden sei, das verneinte der Bürgermeister. Es werde immer nur für das nächste Jahr vereinbart, dass er wiederkommt. Michael Kastl (CSU) erinnerte daran, dass bei den Festen ja auch die Jugend eingebunden werden soll. Der Autoscooter sei der Treffpunkt der jungen Leute schlechthin. Der Betreiber wisse auch, welche Musik er spielen muss.

Rita Schmitt (Form aktiv) sprach sich für ein wenig Abwechslung aus, es könnte ja auch einmal ein anderes Fahrgeschäft kommen. "Der Autoscooter hat Tradition", hielt der Bürgermeister entgegen. Man könne allerdings schauen, ob nicht auf der Freifläche westlich des Rathauses ein weiteres Fahrgeschäft Platz finden kann.

Während der Diskussion stellte Thomas Klemm (CSU) eine Idee vor, die demnächst auf der Tagesordnung einer Stadtratssitzung stehen wird. "Ich schlage vor, dass wir im Jubiläumsjahr für städtische Einrichtungen keine Miete erheben, um einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen." Das betreffe auch den Schlosshof. Das mache Sinn, fand der Bürgermeister. Darüber werden die Stadträte gesondert beraten und entscheiden.

Äußerst zufrieden zeigte sich 2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) mit der Arbeit des Vorbereitungsteams, zu dem neben Nicolas Zenzen auch Stadtmanager Kilian Düring und der Leiter der Städtischen Musikschule, Thomas Reuß, gehören. "Weiter so", gab er dem Team auf den Weg. Klaus Schebler (Neue Wege) schloss sich dem an. Als er allerdings darauf verwies, mit welchen geringen Kosten das geschehe, rief er Dieter Petsch auf den Plan. Bei den ursprünglich vorgesehen größeren Veranstaltungen mit einer ganzen Festwoche hätten den geplanten Ausgaben in Höhe von 300 000 Euro Einnahmen in Höhe von 220 000 Euro entgegen gestanden. Letztendlich hätte das Defizit bei 80 000 Euro gelegen, jetzt liege es bei rund 60 000 Euro.

Das wiederum hielt der Bürgermeister für nicht ganz richtig, aber dabei belißen es die Stadträte. Michael Kastl erinnerte noch einmal daran, wie wichtig es sei, die Jugend einzubinden, denn das Jubiläumsfest 1970 sei ja Startschuss für ganze Veranstaltungsreihen gewesen.

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