Münnerstadt
Ausstellung

Münnerstadt: Buntes Deutschordensschluss

Die Künstlerin Gertrude Elvira Lantenhammer bereitet in den Galerieräumen einen Teppich an Farben aus
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"Farbenplan" heißt die Ausstellung von Gertrude Elvira Lantenhammer. Foto: Hartmut Hessel
"Farbenplan" heißt die Ausstellung von Gertrude Elvira Lantenhammer. Foto: Hartmut Hessel
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Münnerstädter planen gerne. Die Politik ein neues Kommunalparlament, das Stadtmarketing ein Jubiläumsjahr, der amtierende Bürgermeister sein Abschied. Sie sollten alle ins Deutschordensschloss kommen, zur Ausstellung "Farbenplan" von Gertrude Elvira Lantenhammer, die am Freitag, 21. Juni um 19 Uhr eröffnet wird. Sie gehen bestimmt mit neuen Ideen für ihr Vorhaben wieder nach Hause.

Die Künstlerin, die im Schloss Homburg am Main lebt und arbeitet, breitet in den Galerieräumen einen Teppich an Farben aus, die vor allem zuerst und ganz deutlich ein Ziel suchen: Kompromisslosigkeit. Wer mit der Frage plant: "Wo wollen wir hin?", der bekommt als Antwort in Acryl auf Leinwand: "Du bist schon da! Schau dich um!" Mitten in einer Schau großflächiger, gegenstandsfreier Arbeiten wird man "seine" Fläche erkennen und überlegen, warum die Farbe der Nachbarschaft so ganz anders ist. Aus Unsicherheit wird Gemeinschaft, Unvereinbarkeit wird in der näheren Betrachtung Vertrauen und zeigt ganz dringlich Toleranz.

Elvira Lantenhammer, deren Wiege in Altötting stand und die in den achtziger Jahren an der Kunstakademie in München studiert hat, lebt und arbeitet seit gut zwanzig Jahren für "Pläne". Sie sieht ihre Bilder als Karten für die Orte und Plätze, in die sie der Kunst wegen gekommen ist. Als " Artist in Residence" durfte die Künstlerin in den vergangenen Jahren, mal für einige Wochen, mal mehrere Monate, in Kunstzentren in Japan, Indien, in Virginia/ USA und in verschiedenen Ländern Europas arbeiten und ihre Ergebnisse zeigen.

So findet sie im Deutschordensschloss durch vier Ausstellungsräume beste Gelegenheit, die Akzente geofarblich zu setzen. Heimat bedeutet für sie ihr Atelier in Schloss Homburg, hier ist die "Lage" übersichtlich, der Freiraum zur Vorbereitung oder - wie sie es ausdrückt -, zur "Nachlese" von ursprünglichen Verortungen Bilder zu gestalten. Achten Sie nicht nur auf die Farbflächen, suchen Sie in manchen Arbeiten, vor allem die mit Eitempera und Pigmentfarben, "den Strich", dessen Bündelung zu unvergleichlich spannenden Ergebnissen führt. Vor allem, wenn im "orangenen" Raum die kleinen Malereien auf Holz betrachtet werden, die Elvira Lantenhammer als Objekte bezeichnet.

Die Treppe hoch - es fehlt noch immer das Geländer - und der Besuchersteht in der "Virginia Erinnerung". Groß- und Kleinformatiges lösen sich ab, wobei die gerahmten Eitempera- Arbeiten auf Pappe den Eierverbrauch direkt in dem südlichen Staat der USA um wenige Promille steigerte, wie die Künstlerin sinngemäß erläuterte. Weit ab von der "Heimat" - eben über die Treppe und durch drei Türen wird ihr Japan-Aufenthalt als eine Art Leuchtreklame illustriert. Auf Leinwand in grellen Farbtönen ist man zuerst überrascht, findet aber schnell die Orientierung wieder, wenn das Blinzeln in große Augen übergeht.

Elvira Lantenhammer hatte bereits im letzten Jahr ihr Farbleuchten bei der Kunstaktion "abgefahren!" im "else2!"- Bahnhof Münnerstadt gezeigt. Ihre Arbeit vor Ort oder Neudeutsch "Work in Progress" bildete einen "Raum-Lageplan" durch zwei breite Linien, in Blau und Gelb über alle vier Richtungen. Die symmetrische Aufteilung verlangte beim ersten Betreten einiges an Demut.

Der Besuch im Deutschordensschloss in der Ausstellung "Farbenplan" soll eine Reise in Felder sein, die nicht jeden Tag zu sehen sind und die ohne Weiteres neue Perspektiven eröffnet. Das ist das Gute beim Planen.

Die Ausstellung " Farbenplan" wird vom Kulturverein Museumsfreunde Münnerstadt e.V. verantwortet und ist bis zum 14.Juli 2019 zu sehen. Die Öffnungszeiten von Freitag bis Sonntag 14 bis 17 Uhr.

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