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Umwelt

Münnerstadt: Bienenprojekt hilft der Natur und macht den Kindern Spaß

Münnerstädter Vereine begleiten zum zweiten Mal im Kindergarten ein Bienenprojekt. Die Bienenvölker dafür stehen im Novizengarten.
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Der Vorsitzende des Imkervereins Münnerstadt und Umgebung, Dieter Schölzke, erläutert Kindergartenkindern, wie sich Imker bei ihrer Arbeit vor Bienenstichen schützen können. Heike Beudert
Der Vorsitzende des Imkervereins Münnerstadt und Umgebung, Dieter Schölzke, erläutert Kindergartenkindern, wie sich Imker bei ihrer Arbeit vor Bienenstichen schützen können. Heike Beudert
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Eine Lebensweisheit besagt, dass die Menschen nur das wirklich schützen, was sie auch kennen. Deshalb liegt es dem Altstadt- und Imkerverein sehr am Herzen, dass schon die Kleinsten Bescheid wissen, wie wichtig die emsigen Bienen für die Natur sind. In diesen Tagen ist aus diesem Grund im Münnerstädter Kindergarten das 2. Bienenprojekt angelaufen, das beide Vereine gemeinsam begleiten.

Während die Bienenzüchter den Kindern alle wichtigen Informationen rund um die Imkerei geben und sich um die Bienenvölker des Novizengartens kümmern, sorgen Ehrenamtliche des Altstadtvereins dafür, dass die Nahrung für die Bienen vorhanden ist, erläuterte Hans Petsch vom Altstadtverein. Die Tiere sollen dort gute Bedingungen finden, sagte Hans Petsch beim Auftakt des diesjährigen Bienenprojekts.

Froh zeigte sich Hans Petsch, dass dank dieser Kooperation das alte Bienenhaus im Novizengarten reaktiviert werden konnte. Die Kindergartenkinder schauen bei ihren Spaziergängen regelmäßig, wie es ihren Bienen geht. Wichtig ist den Verantwortlichen beider Vereine, dass die Kinder schon früh lernen, wie sie sich dem nützlichen Insekt gegenüber verhalten sollen und können.

Die Bienen scheinen sich im Novizengarten wohl zu fühlen. Im vergangenen Jahr haben sie ordentlich Honig gesammelt: 40 Kilogramm. Der Honig wird auch vermarktet. Aus dem Verkaufserlös hat der Imkerverein dem Kindergarten 500 Euro gespendet. Dafür wird eine Rundbank angeschafft. Reicht dieser Geldbetrag für die Anschaffung nicht, zahlt der Altstadtverein den Rest.

Momentan sind im Novizengarten zwei Völker daheim, ein drittes soll noch in diesem Jahr folgen. Denn der Honig aus dem Novizengarten ist begehrt. Vor allem die Besucher des Bestatterzentrums sind Abnehmer, so Dieter Schölzke. Kein Wunder, denn die blühende Parkanlage ist im Eigentum des Bestatterverbandes, wird aber ehrenamtlich von engagierten Münnerstädtern in Schuss gehalten, damit der kleine Park weiterhin öffentlich zugänglich bleibt.

Vom Imkerverein waren Dieter Schölzke und Arnulf Eckert zum Start des Projekts 2019 in den Münnerstädter Kindergarten gekommen. Den beiden Männern ist es ein Anliegen, Kindern die Furcht vor Bienen zu nehmen. "Normalerweise stechen sie nicht", betonte denn auch Schölzke bei seinem Vortrag. Trotzdem sorgen Imker vor und nähern sich ihren Tieren mit Respekt. Zum Schutz tragen sie Imkeranzüge. Schölzke hatte einige dabei, in die die Jungen und Mädchen schlüpfen durften.

Ein Tipi aus Bohnen

Bis zu 60 000 Bienen leben im Sommer in einem der Bienenvölker im Novizengarten, erzählte der Vorsitzende des Imkervereins Münnerstadt und Umgebung den Kindern. Er demonstrierte diverse Hilfen, die der Imker für seine Arbeit braucht.

Im Zuge des Bienenprojekts mit dem Kindergarten werden in den nächsten Tagen Feuerbohnen in Töpfchen vorgezogen, die nach den Frösten im Novizengarten gepflanzt werden. "Bienen mögen Feuerbohnen besonders gerne", betont Sabine Scheuble (Altstadtverein). Die Bohnen sollen an Stangen waschen, die in Tipi-Form aufgestellt werden. Dort können Kinder dann auch spielen. Sabine Scheuble und Hans Petsch betonen, dass sie ein Augenmerk darauf haben, dass es im Park bis zum Herbst hinein immer blüht. Erst kürzlich habe man sich von der Burghäuser Gartenexpertin Brigitte Goss in Sachen Stauden beraten lassen. Sie würden sich freuen, wenn das Team Unterstützung bei der Arbeit erhalten würde. Montags zwischen 9 und 11 Uhr wird im Novizengarten gegärtnert. Neue Helfer seien immer willkommen.

Wichtige Erfahrungen

Marion Heidenreich, Erzieherin im Münnerstädter Kindergarten, ist froh über das gemeinsame Projekt. Sie findet, dass es immer wichtiger wird, mit den Kindern solche Naturerfahrungen zu machen. Sie müssten von klein auf lernen, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit der Natur ist.

Das Bienenprojekt ist für die Erzieherin eine sinnvolle Ergänzung zu den Angeboten der Kita. Kinder hätten Spaß daran, die Natur zu erleben und zu beobachten. Daran habe sich nichts geändert, meint Marion Heidenreich.

25 Kinder der Einrichtung sind heuer beteiligt. Es sind die Vier- bis Fünfjährigen. Nach dem jetzigen Einführungstag gibt es noch einen Besuch im Novizengarten zusammen mit den Imkern und eine Wanderung zum Lehrbienenstand; dort soll mit den Kindern Honig geschleudert werden.

Aktion Das Bienenprojekt ist ein Teil einer Kampagne, die in diesem Jahr in Münnerstadt mehr für die Bienen- und Insektenvielfalt tun soll.

Unter dem Motto "Mürscht blüht auf" haben sich Vereine und Privatleute zusammengefunden, um dem Artensterben entgegenzutreten. Am Sonntag, 14. April, haben die Initiatoren am Ostermarkt ab 9 Uhr einen Stand am Marktplatz und verteilen gegen eine Spende Samenmischungen für eine Bienenweide im Hausgarten.

Gleichzeitig erhalten interessierte Standbesucher Informationen über die Aktion "Mürscht blüht auf" und darüber, wie sie in ihrem persönlichen Umfeld mitwirken können, um der Natur und damit den Bienen und Insekten zu helfen.

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