Münnerstadt
Südlink

Maßbach: Gemeinderat unterstützt Wunsch nach alternativer Stromtrasse

Die unterirdische Stromtrasse von Nord- nach Süddeutschland soll im Landkreis entlang der A 71 geführt werden. Betroffen ist auch der Markt Maßbach.
Artikel drucken Artikel einbetten
Westlich oder östlich A 71 soll nach Vorstellungen von Transnet BW die Südlink-Trasse verlaufen. Der Gemeinderat Maßbach favorisiert die westliche Variante. Zum Bau sollten nach Möglichkeit bestehende Wege genutzt werden, ist der Wunsch des Gremiums. Foto: Heike Beudert
Westlich oder östlich A 71 soll nach Vorstellungen von Transnet BW die Südlink-Trasse verlaufen. Der Gemeinderat Maßbach favorisiert die westliche Variante. Zum Bau sollten nach Möglichkeit bestehende Wege genutzt werden, ist der Wunsch des Gremiums. Foto: Heike Beudert

In einem 1000 Meter breiten Korridor entlang der A 71 soll die Südlink-Stromtrasse verlaufen. Saskia Albrecht und Karl Wieland von der Transnet BW stellten im Gemeinderat Maßbach das Projekt vor. Wo innerhalb dieses Korridors der genaue Verlauf sein wird, muss in weiteren Detailplanungen festgelegt werden. Der Gemeinderat Maßbach unterstützt derweil den Wunsch der Gemeinde Rannungen, noch einen anderen Verlauf erneut prüfen zu lassen.

Bürgermeister Matthias Klement erklärte, dass diese Variante ungefähr ab Hohenroth entlang einer bestehenden Hochspannungsleitung Richtung Burghausen und dann entlang der B 19 bis zum Übergabepunkt bei Oerlenbach verlaufen würde. Dieser Verlauf war vor Jahren bei der Planung der A 71 als möglicher Straßenverlauf in der Diskussion. Saskia Albrecht von der Transet BW erklärte, dass diese sich bei einer ersten Überprüfung als eher schlechter erwiesen habe. Deshalb sei diese ausgeschlossen worden. Die letzte Entscheidung liege aber bei der Bundesnetzagentur, erklärte Albrecht. "Ich gebe dieser Alternative nicht viele Chancen", meinte Bürgermeister Matthias Klement. Aber weil Rannungen diese möchte, sei es sinnvoll sich diesem Vorschlag anzuschließen, ergänzte Klement.

Im Zuge des Trassenbaus werden vier Kabelgräben geöffnet, die jeweils zwei Kabel aufnehmen sollen. Sie liegen in einem 34 Meter breiten Schutzstreifen. Landwirtschaft und Viehwirtschaft sind dort weiter erlaubt. Tiefwurzelnde Pflanzen sind dagegen nicht möglich. Erstellt werden die Kabelgräben in offener Bauweise. Nur dort wo die Topografie es nötig macht, beispielsweise bei Flussqueren kann die Leitung auch unterbohrt werden.

Nicht sicher ist nach Angaben von Saskia Albrecht, ob entlang der A 71 westlich oder östlich gebaut wird. Grundsätzlich machbar ist auch ein Wechsel zwischen beiden, erläuterte Karl Wieland auf Anfrage. Dies versuche man aber nach Möglichkeit zu vermeiden.Detailplanungen, wo innerhalb des Korridors tatsächlich gebaut wird, gibt es noch nicht. "Wir wissen nicht, welche Grundstücke kommen", betonte Saskia Albrecht.Diese Festlegung wird getroffen, wenn die Bundesnetzagentur die Stellungnahmen gesichtet und bewertet hat und grünes Licht für die Trasse gibt.

Von Gemeinderat Achim Bieber kam der Vorschlag, Maßbach solle sich mit seinen Nachbarkommunen Münnerstadt und Rannungen zusammensetzen, um abzustimmen, welchen Detail-Verlauf innerhalb des Korridors die Trasse nehmen sollte. Außerdem sollte sich die Gemeinde möglichst zeitnah mit den Feldgeschworenen an einen Tisch setzen. Sie kennen die Verhältnisse am besten, meinte Bieber. "Sie können sich jederzeit bei uns melden und Vorschläge machen", ergänzte Saskia Albrecht.

Betroffene Grundstückseigentümer hätten die Möglichkeit zur Klage, erklärte Karl Wieland auf Anfrage von Christoph Klement. Allerdings machte Wieland deutlich, dass er wenig Erfolgschancen sieht. "Wir gehen davon aus, dass uns keine Fehler passieren", zeigte er sich selbstbewusst. Wehrt sich ein Eigentümer, kann zwangsweise ein Leitungsrecht eingetragen werden. Jürgen Müller wollte wissen, wie Landbesitzer entlang der Trasse entschädigt werden. Karl Wieland erläuterte, dass es Gestattungsverträge mit entsprechender Entschädigungsregelung geben wird. Auch die Aussiedlerhöfe sprach Müller an. Hier versuche man, entsprechend Abstand zu halten, um deren Wirtschaftlichkeit zu erhalten, so Wieland.

Abschließend verabschiedete der Gemeinderat seine Stellungnahme zur Trasse, die er bereits in einer vorausgegangenen Sitzung behandelt hatte. Darin favorisiert der Gemeinderat die westliche Variante entlang der A 71, verweist aber auf die Problematik auch in diesem Bereich und fordert ausreichend Schutzmaßnahmen für Wasserschutzgebiet, Naturschutzflächen und Aussiedlerhöfe. Bodendenkmäler sollen erhalten bleiben. Insgesamt sieht sich die Gemeinde in ihrer Planungshoheit eingeschränkt Ergänzt wird die Stellungnahme noch um den Wunsch die von Rannungen gewünschte Alternativtrasse zu prüfen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren