Fladungen
Freilandmuseum

Liebesgeflüster aus der Telefonzelle

Ab September steht eine historische gelbe Telefonzelle im Museum. Das Besondere: Es können Hörbeispiele abgerufen werden, typische Telefonate also.
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Solch eine gelbe Telefonzelle steht ab 8. September im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. Hier sind dann vier Hörbeispiele abrufbar. Foto: Hanns Friedrich
Solch eine gelbe Telefonzelle steht ab 8. September im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. Hier sind dann vier Hörbeispiele abrufbar. Foto: Hanns Friedrich
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Fladungen Im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen wird ab September eine historische Telefonzelle stehen. Die Besonderheit im Gegensatz zu solchen Exponaten in anderen Freilandmuseen erläuterte Heinrich Hacker, Wissenschaftlicher Leiter des Museums in Fladungen bei der Zweckverbandsversammlung in Fladungen: Er verriet den Verbandsmitgliedern, dass vier Hörbeispiele abgerufen werden können, darunter ein Kind, das zu Hause anruft, typische Telefonate, und "natürlich auch Liebesgeflüster." Die gelbe Telefonzelle stand einst am Markusplatz in Bamberg. Museumsleiterin Ariane Weidlich nannte den 8. September, denn dann wird die historische Telefonzelle vorgestellt. Damit ist das Freilandmuseum Fladungen, das einzige in Bayern, das eine solche Telefonzelle besitzt, die bedienbar ist.

Bei der Zweckverbandsversammlung gab Andreas Polst, Leiter des Finanzreferates des Bezirks Unterfranken, zunächst einen Einblick in die Jahresrechnung 2018. Danach haben 59 436 Gäste 2018 das Fränkische Freilandmuseum besucht. Wenn man dann noch die 3000 bis 3500 Gäste dazu rechnet, die mit dem Rhönzügle fahren, aber das Museum nicht besuchen, könne man zufrieden sein, sagte Zweckverbandsvorsitzender Rhön-Grabfeld, Landrat Thomas Haberman. Museumsleiterin Ariane Weidlich hatte diese Zahlen erwähnt, da diese nicht in der offiziellen Statistik auftauchen. Für Andreas Polst, Leiter des Finanzreferates des Bezirks Unterfranken erfreulich: Die Versicherung zahlt die Reparatur der Museumslok, die sich bei 418 400 Euro einpendelt. Hinzu kommt noch der Ausfall der Lok beim Museumsbetrieb in Höhe von rund 10 000 Euro in diesem Jahr. Nicht eingerechnet sind die Transportkosten der Lok von Fladungen zum Dampflokausbesserungswerk nach Meiningen. Im Oktober soll die Lok wieder fahrtüchtig sein und dann von Meiningen nach Fladungen dampfen.

Andreas Polst sagte weiter, dass das Haushaltsvolumen sich bei 2,1 Millionen Euro einpendelt, eine Million davon entfällt auf den Verwaltungshaushalt. 316 000 Euro sind es im investiven Bereich. Festgestellt hat er, dass es keine überplanmäßigen Ausgaben gab und man Haushaltsreste mit 362 000 Euro verbuchen könne. Die Schulden pendeln sich bei 406 000 Euro ein. "Das ist ein viertel der Schulden vor zehn Jahren."

Schmiede Waldberg

In ihrem Bericht erwähnte Museumsleiterin Ariane Weidlich die Translozierung der Schmiede Waldberg. Die Schmiede ist mittlerweile ausgeräumt und wird im Museum zwischen der Büttnerei und dem Backhäuschen aufgestellt. Ende Oktober wird die Schmiede von Waldberg nach Fladungen gebracht. Die Eröffnung ist für 2021 geplant. Ziel ist es, die Schmiede behindertengerecht zu haben. Das sei möglich durch einen ebenerdigen Eingangsbereich.

Mit neuen Rollups und dem Ausbau des Online Portals geht das Museum neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit. Es gibt einen neuen Info-Flyer in englischer Sprache mit einer Auflage von 5000 und eine Website in englischer Sprache. Hinzu kommen neue Anzeigenmotive und künftige, gezielte Großraumwerbungen. Neu ist auch die Bezeichnung Freiland-Fest, das den Begriff Museumsfest ablöst. Am Bierbrautag heißt es künftig "Heute schenken wir ein!" Auf Anfrage von Karin Renner, was denn mit der Holzkegelbahn ist, sagte die Museumsleiterin, dass man noch auf der Suche nach einem geeignetem Grundstück ist. Die Bahn sei ansonsten restauriert.

Heinrich Hacker erwähnte die gut besuchte Sonderausstellung und die Vorträge. Die Zusammenarbeit mit anderen Freilichtmuseen und der Austausch solcher Ausstellungen sei ideal. Zur Schmiede in Waldberg berichtete er, dass für das Sichten und das Ausräumenn 14 Tage benötigt wurden. Nun gehe es ans Aussortieren, denn nicht alles könne gezeigt werden. Angesprochen hat er das Zentraldepot in Fladungen, das 16 neue Rollregale bekommt, Kosten rund 15 000 Euro. Sie seien wichtig, um die vielen Exponate entsprechend lagern zu können.

Gut angenommen werden die neuen Mitmachstationen, bei denen in der Reßmühle Getreide gemahlt werden kann, die Mühlentechnik erläutert bekommt oder auch eine Rundbogenbrücke nachbauen kann. Hier geht es um die Statik.

Zweckverbandsvorsitzender Habermann lobte das "tolle Programm" und die Sonderausstellungen, die Gäste nach Fladungen locken. Helmut Kleinschroth vom Finanzreferat des Bezirks Unterfranken berichtete noch von der Bahnbrücke in Stockheim. Diese kann, nach Informationen des Staatlichen Straßenbauamtes, im kommenden Jahr noch durchgehend genutzt werden. Ebenfalls geklärt ist die Anfrage zur Absicherung durch Schranken am Bahnübergang bei Stockheim. Dort gingen die Schranken bislang nicht nach unten. "Ein technischer Defekt, der behoben ist", sagte Helmut Kleinschroth.

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